Canonical-Gründer Mark Shuttleworth hat die ersten Ubuntu-Smartphones für Herbst angekündigt

Shuttleworth arbeitet mit zwei weniger bekannten Herstellern zusammen, die sich dafür engagieren „das richtige Gerät in die richtigen Hände zu bringen“. Ubuntu Touch soll sich durch eine vergleichsweise elegantere Bedienoberfläche von Android abheben.

Prototypen seiner beiden ersten Hardware-Partner präsentierte Canonical schon zuvor auf dem Mobile World Congress, hielt sich aber mit Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit noch zurück.

Laut der Planung sollen Meizu MX3 sowie BQ Aquaris im dritten Quartal dieses Jahres mit vorinstalliertem Ubuntu Touch in den Verkauf kommen. „Unsere erste Generation von Mobiltelefonen wird in mancher Hinsicht erstaunlich großartig sein“, sagte Shuttleworth im Gespräch mit News.com, „aber in anderer Hinsicht vielleicht auch schwach erscheinen. Wenn wir sie in die richtigen Hände bekommen, dann können sie sich an den Dingen erfreuen, in denen wir wirklich gut sind, während wir den App-Katalog aufbauen und an weiteren Verbesserungen arbeiten. Wir werden keine 650.000 Anwendungen im App Store haben, daher wollen wir das Smartphone an Leute verkaufen, denen das nicht in erster Linie wichtig ist.“

Canonical-Gründer Mark Shuttleworth auf der Le Web in Paris (Bild: Stephen Shankland/CNET)

Canonical-Gründer Mark Shuttleworth auf der Le Web in Paris (Bild: Stephen Shankland/CNET)

 

Canonical spricht laut Shuttleworth auch bereits auf Vorstandsebene mit bekannten Herstellern. In den weniger bekannten Firmen Meizu und BQ sieht er aber genau die richtigen Partner für seine Strategie, weil sie in umkämpften Märkten tätig sind und sich gleichermaßen dafür engagieren, „das richtige Gerät in die richtigen Hände zu bringen“. Sie hätten sich in ihren Heimatmärkten China und Spanien als „Unternehmen bewiesen, die in schwierige, etablierte oder überschwemmte Märkte eindringen können mit etwas, das die richtigen Leute zur richtigen Zeit als frisch wahrnehmen.“

Die beiden Smartphones werden weltweit zu bestellen sein, wenn auch von lokalen und nicht weltweiten Marken angeboten. „China ist superwichtig“, sagte Shuttleworth. „Europa ist ebenfalls interessant. Wir haben Netzbetreiber in den USA, aber wir konzentrieren uns in diesem Jahr auf diese beiden Märkte, diese beiden Hersteller und diesen Marktstart.“

Als „ziemlich herausragend“ beschrieb Mark Shuttleworth die Hardware der Mobiltelefone. Beide Hersteller zeichneten sich durch erstklassiges Design und ebensolche Produktqualität aus. „Ich glaube, wir werden uns durch verschiedene Aspekte der Bedienoberfläche abheben. Viele Leute sagen, dass sie im Vergleich zu Android wirklich elegant erscheint, und verglichen mit Firefox fühlt sie sich echt flüssig und schnell an.“

Was aber unternimmt Ubuntu, um die App-Entwickler zu locken, ohne die schon lange nichts mehr geht im Smartphonegeschäft? Der Gründer des Ubuntu-Sponsors Canonical verwies auf Angebote und Tools, die Entwicklern ihre Arbeit erleichtern sollen. Wenn eine HTML5-App mit Android oder iOS funktioniere, dann laufe sie praktisch auch auf Ubuntu. Bei nativen Anwendungen gebe es gute Voraussetzungen für Spiele, da sich Spielestudios bereits Ubuntu zugewandt hätten. „Bei produktiven Anwendungen sehen wir uns die Möglichkeiten an, wie Android-Apps leicht auf Ubuntu zu bekommen sind“, fügte Shuttleworth hinzu. „Außerdem haben wir noch einen schönen großen Katalog von Java-Apps und Linux-Apps.“

Nicht aus den Augen verlieren will Canonical die Konvergenz, die es schon mit dem Smartphone-Projekt Edge anstrebte. Über HDMI an einen Monitor angeschlossen, sollte es sich wie ein vollwertiger Ubuntu-PC nutzen lassen. Diese Vision ist es, mit der sich Canonical abheben will: „Letztendlich geht es bei Ubuntu um Konvergenz: das gleiche Betriebssystem, das nahtlos mit verschiedenen Geräten arbeitet, vom PC über das Tablet zum Smartphone und darüber hinaus.“

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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