Amazon stellt Settop-Box Amazon Fire TV vor

Doch kein Streaming-Stick: Amazon stellt mit Amazon Fire TV eine Settop-Box vor, die Apple TV zum Verwechseln ähnlich sieht. Sie ist mit einer Quad-Core-CPU, 2 GByte RAM und natürlich einem WLAN-Modul zum Streamen von Inhalten ausgestattet. Bedient wird sie per Bluetooth-Fernbedienung. Neben Filmen und Videos dient sie auch als Spielekonsole.

Entgegen aller Erwartungen hat Amazon nun doch keinen Streaming-Stick, sondern wie anfangs spekuliert eine kleine schwarze Settop-Box vorgestellt, die Amazon Fire TV heißt und dem Konkurrenz-Produkt Apple TV zum Verwechseln ähnlich sieht.

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Amazon Fire TV ist mit einer 1.7-GHz-Quad-Core-CPU (Krait-300-Kerne, vermutlich Snapdragon 600 APQ8064) samt integrierter Adreno-320-Grafikeinheit, 2 GByte RAM, 8 GByte Speicher und einem WLAN-Modul (802.11 a/b/g/n) zum Streamen von Inhalten ausgestattet. Das Videosignal gibt die Settop-Box in 1080p-Full-HD-Auflösung aus. Zudem ist Dolby Digital Plus für Surround-Sound unterstützt. Laut Amazon bietet die kleine Box die dreifache Performance im Vergleich zu Apple TV, Google Chromecast oder Roku. Als OS gibt das Versandhaus Fire OS 3.0 an, das auf Android 4.2.2 Jelly Bean basiert. Bedient wird Amazon Fire TV mithilfe einer Fernbedienung, die via Bluetooth-Verbindung mit der Settop-Box kommuniziert. Eine App für Smartphones und Tablets soll im nächsten Monat folgen und eine Steuerung über Mobilgeräte ermöglichen.

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Die Oberfläche von Amazon Fire TV basiert stark auf Bildern, soll dank der leistungsfähigen Hardware aber flüssig und ohne Ruckler laufen.

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Der Homescreen hält verschiedene Kategorien wie Movies, TV, Games, Apps oder Fotos sowie zuletzt angesehene Inhalte bereit. Inhalte von Amazon werden prominenter platziert sein als andere. Per Sprachsuche lassen sich Inhalte gezielt finden. Das Mikrofon dafür ist in der Fernbedienung untergebracht.

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Eine spezielle Funktion soll weiterhin das Starten der Clips beschleunigen. Sie antizipiert, welche Inhalte der Anwender bevorzugt anschaut und läd diese bereits vorab in den Speicher. Mit Amazon FreeTime können Eltern zudem festlegen, welche Inhalte Kinder wie lange sehen dürfen.

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Amazon Fire TV soll ein offenes Netzwerk sein und dadurch besonders viele Inhalten bieten können. In den USA werden beispielsweise Hulu Plus, Watch ESPN, Showtime, MLB, Disney, YouTube, Netflix, iHeartRadio, HBO Go, spezielle Inhalte für Kinder, Musik-Streaming-Dienste wie TuneIn-Radio, Vevo oder Pandora und natürlich alle Inhalte von Amazon Video verfügbar sein. Zudem können Nutzer auch Fotos betrachten, die sie in der Amazon-Cloud gespeichert haben. Darüber hinaus können Besitzer eines Kindle Fire HDX ähnlich wie bei Google Chromecast den Inhalt des Bildschirms auf den TV übertragen oder Video- und Audio-Inhalten vom Tablet aus an den Fernseher senden. Auf jeden Fall hat die Fire-TV-Box laut dem Versandhaus wesentlich mehr Inhalte im Angebot als Googles Chromecast.

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Neben Media-Inhalten wird die Streaming-Box auch als Konsole dienen und das Zocken von Spielen ermöglichen. Zur Auswahl stehen beispielsweise mobile Spiele wie Minecraft-Pocket Edition, The Walking Dead, Asphalt 8 oder Monsters University. Amazon Games Studios werden aber auch verschiedene Titel von Grund auf für die Settop-Box entwickeln. Zudem arbeitet Amazon mit Herstellern wie Sega, EA und Disney zusammen. Während dem Zocken lassen sich auch Musik-Streaming-Dienste wie Pandora im Hintergrund betreiben. Auf der Konferenz wurden schon einige Beispiele wie der Shooter „Sev Zero“ gezeigt. Die Grafik scheint sich irgendwo zwischen mobilen Spielen und Konsolen-Titeln anzusiedeln.  Künftig sollen natürlich viele weitere Titel folgen, die Amazon zu günstigen Preisen anbieten will.

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(Bild: Amazon, Screenshot: CNET.de)

Für die Bedienung hat das Versandhaus wie spekuliert einen eigenen Controller vorgestellt, der sich vom Design her an Microsofts Xbox-Controller orientiert. Die Form sowie die Anordnung der Tasten sind jedenfalls ähnlich. Auch die beiden Analogsticks hat es wie bei Microsoft versetzt positioniert und dazwischen noch ein digitales Steuerkreuz untergebracht.

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(Bild: Amazon, Screenshot: CNET.de)

Darüber hinaus verfügt es auch über je vier Haupt- und Schultertasten. Mittig sitzen dann noch drei Funktionstasten für Zurück, Home und Menü, um die Android-Oberfläche wie vom Tablet gewohnt bedienen zu können. Außerdem hat Amazon drei Multimediatasten an der Vorderseite des Controllers verbaut. Sie dienen zum Starten, Pausieren sowie zum Vor- beziehungsweise Zurückspulen von Filmen & Co. Für Strom sorgen zwei AA-Batterien, die einen Betrieb von rund 55 Stunden ermöglichen. Als Verbindungstechnik nutzt der Controller Bluetooth.

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Amazon Fire TV wird in den USA ab heute verfügbar sein. Der Preis beträgt 99 Dollar. Damit ist die Amazon-Settop-Box genau so teuer wie Apple TV oder Roku. Inklusive dem Spielecontroller kostet das Gerät 140 Dollar. Hier geht’s zur Amazon-Webseite. Wann das Streaming Media Device nach Deutschland kommt und wie viel es hierzulande kosten wird, das versuchen wir noch in Erfahrung zu bringen. Amazon Fire TV wird aber wohl wie auch Apple TV 99 Euro und damit deutlich mehr kosten als Google Chromecast. Allerdings wird Amazons Gerät womöglich auch mehr Inhalte bieten – zumindest in den USA. Welche Dienste Amazon in Deutschland integriert, das wird sich aber noch zeigen müssen.

[Mit Material von CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Amazon stellt Settop-Box Amazon Fire TV vor

  • Am 2. April 2014 um 20:20 von Jannoos

    Das Teil ist doch wieder total eingeschränkt und beschnitten von Amazon. Ähnlich wie bei Apple TV wird dem Kunden vorgeschrieben was er anschauen/nutzen darf. Ich würde eher zu einer Android TV Box wie den Hisilikon T-R42 II greifen, da hat man ein komplett offenes Android-System und kann installieren was man will auch z.b. XBMC: http://www.amazon.de/gp/product/B00HOFTSRA

    • Am 4. April 2014 um 13:36 von Sascha Picchiantano

      Stimmt nicht. So läuft z.B. Plex auf dem FireTV, womit einem der Weg zu sämtlichen Medieninhalten geebnet ist. Außerdem gibt es, wie bereits festgestllt wurde, die Möglichkeit, Apps zu installieren, die nicht aus dem Amazon App Store stammen (Sideloading). So ist z.B. auch die Installation von XBMC möglich.

  • Am 7. Juli 2014 um 22:58 von Dominc

    kann man in Deutschland auch den den Deutschen „Amazon Instant Video“ Dienst in Anspruch nehmen ?
    Wäre ja ganz Interessant für diejenigen die gerne diesen Dienst wollen könne aber nicht weil sie kein TV Gerät haben das dies kann.

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