Dropbox startet Foto-App Carousel für Android und iOS sowie seine Mailbox-App für Android

Der Speicherdienst Dropbox hat seine Foto-App namens Carousel für Android und iOS veröffentlicht und seine Mailbox-App für Android verfügbar gemacht. Für Business-Kunden hat das Unternehmen einen Kooperationsdienst namens Project Harmony vorgestellt.

Dropbox hat sein Portfolio erweitert und kommt mit einer neue Galerie-App für Fotos und Videos namens Carousel. Außerdem bringt das Unternehmen die im vergangenen Jahr übernommenene E-Mail-Management-App Mailbox jetzt auch für Android.

Dropbox-Logo

Die App Carousel für Android und iOS von Dropbox will ein Archiv für alle Bilder sein, die ein Nutzer im Laufe seines Lebens macht. Sie wirbt damit, zugleich hunderte Bilder in einer Ansicht zu präsentieren. Zentrale Funktion ist außerdem das „Teilen“, also die Weitergabe an Kontakte mit E-Mail oder Telefoneintrag. „Wir haben das so konzipiert, dass es sich wie Chat anfühlt … oder wie SMS“, sagte Manager Gentry Underwood bei der Präsentation, der mit der Übernahme seines Programms Mailbox letztes Jahr zu Dropbox gekommen war.

Carousel speichert keine Bilder lokal auf dem Gerät, sondern grundsätzlich nur in der Cloud – anders als etwa Yahoos Flickr oder die Google+-App, die eine Synchronisierung vornehmen. Kostenlos sind in Carousel wie bei Dropbox üblich 2 GByte Speicher. Je 100 GByte zusätzlich kosten 9,99 Dollar im Monat.

Mailbox für Android (Screenshot: Dropbox)

Mailbox für Android (Screenshot: Dropbox)

Ab sofort ist auch die App Mailbox für Android erhältlich – und eine Mac-OS-Variante in Planung. Sie kann auf Gmail- und iCloud-Konten zugreifen, für die Synchronisierung nutzt sie aber Dropbox. Zu den Besonderheiten zählt eine automatische Personalisierung durch Erkennung von Verhaltensmustern. Beispielsweise lernt Mailbox laut Dropbox, wenn Nachrichten von Freunden erst nach Feierabend geöffnet oder Rechnungen immer in einen bestimmten Ordner verschoben werden. Die App Mailbox für iOS hatte letztes Jahr innerhalb eines Monats eine Million Downloads verzeichnet.

Für Business-Kunden ist das Project Harmony konzipiert, das Bearbeitungs- und Kollaborationswerkzeuge für andere Software umfasst. Den Anfang macht Microsoft Office. Nutzer können damit anhand der für Dropbox typischen grünen Häkchen innerhalb von Powerpoint oder Word sehen, ob ihre Dokumente ordnungsgemäß mit der Cloud synchronisiert wurden und ob ein anderer gerade diese Dateien bearbeitet. Ein Klick öffnet die Dateien oder startet eine Konversation mit anderen Bearbeitern.

Einen Verfügbarkeitstermin für Project Harmony gibt es noch nicht, während Dropbox for Business die Testphase verlassen hat. Der Preis bleibt bei 15 Dollar je Nutzer und Monat, wobei mindestens fünf Nutzer pro Firma registriert werden müssen. Eine Speicherbeschränkung gibt es nicht.

Die Zahl der Dropbox-Nutzer beträgt jetzt 275 Millionen, was Gerüchte über einen Börsengang wie den des Konkurrenten Box beflügeln dürfte, der diesen Monat auf 250 Millionen Dollar hofft. Dropbox hat aber erst durch eine Finanzierungsrunde C 350 Millionen Dollar erhalten, was auf einen angenommenen Unternehmenswert von 10 Milliarden Dollar schließen lässt. Zusätzlich hat es von JP Morgan einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Dollar eingeräumt bekommen.

Um sein Wachstum fortzusetzen, muss Dropbox sich aber globaler aufstellen – und dabei soll ihm ein Neuzugang im Direktorium helfen: die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice, die damals Präsident George W. Bush ernannte. Dropbox-CEO Drew Houston kommentiert, „wir haben für unseren Aufsichtsrat jemanden gesucht, der uns helfen kann, unsere weltweite Verbreitung zu erhöhen.“ Rice habe vor ihrer politischen Karriere die Stanford University geleitet und gehöre derzeit auch dem Aufsichtsrat von Hewlett-Packard an.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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