Microsoft Windows XP: Sicherheitstipps nach Support-Ende

Auch nach dem Ende des offiziellen Supports seitens Microsoft lässt sich Windows XP mit einigen Maßnahmen relativ sicher und ruhigen Gewissens weiter betreiben. Die Sicherheit beim Surfen erhöht beispielsweise das kostenlose Tool Sandboxie oder das Konfigurieren von Browser-Plug-ins.

Microsoft hat am Dienstag, dem 8. April, den Support für das im Jahr 2001 herausgebrachte OS Windows XP mit dem letzten Update, das nochmals alle bekannten Sicherheitslöcher geschlossen hat, eingestellt. Ab sofort wird Microsoft neu entdeckte Sicherheitslücken offiziell nicht mehr patchen. Wer das Betriebssystem allerdings nicht sofort ersetzen möchte, der kann mit einigen Maßnahmen die Sicherheit verbessern und es ruhigen Gewissens auch ohne Microsoft-Support weiter betreiben.

Microsoft Windows XP: Sicherheits-Tipps nach Ende des Supports

Auch nach dem Ende des offiziellen Supports seitens Microsoft lässt sich Windows XP mit einigen Maßnahmen relativ sicher und ruhigen Gewissens weiter betreiben. Die Sicherheit beim Surfen erhöht beispielsweise das kostenlose Tool Sandboxie oder das Konfigurieren von Browser-Plug-ins (Bild: CNET.com).

Mit Sandboxie sicher Surfen

Ein empfehlenswertes und kostenloses Tool, das nicht nur Windows-XP-Anwender nutzen sollten, ist Sandboxie. Die aktuellste Version 4.0.8 ist für die Windows-Versionen Windows XP (ab Service Pack 3) bis einschließlich Windows 8.1 (32- und 64-Bit-Version) erhältlich und kann über das ZDNet.de-Downloadportal oder von der Webseite des Entwicklers heruntergeladen werden.

Microsoft Windows XP: Sicherheits-Tipps nach Ende des Supports

Mit dem kostenlosen Programm Sandboxie können Windows-Nutzer relativ sicher im Internet surfen ohne Eingriffe in die Registry oder Virenattacken befürchten zu müssen (Bild: Sandboxie).

Wie der Name schon verrät, stellt die Software eine sogenannte Sandbox – einen Bereich in dem Windows-Nutzer Programme isoliert vom restlichen Betriebssystem ausführen können – zur Verfügung. Das Tool schaltet sich sozusagen zwischen Anwendungen und das Betriebssystem des Rechners und verhindert, dass Schädlinge auf der Festplatte landen.

Sandboxie funktioniert dabei im Prinzip selbst wie ein kleines Betriebssystem und erlaubt es, Programme wie den Browser auszuführen, ohne dass Daten am System tatsächlich geändert werden. Damit können Anwender im Internet surfen ohne Eingriffe in die Registry oder Virenattacken befürchten zu müssen. Programme lassen sich sogar direkt in der Sandbox installieren und auf diese Weise sicher testen.

Ist das Tool installiert, können Anwender ab sofort per Rechtsklick auf ein Programmsymbol – beispielsweise das des Browsers – auf dem Desktop, der Startleiste oder im Startmenü einen entsprechenden Punkt auswählen, der es in der Sandbox startet. Wird das Programm wieder geschlossen, löscht Sandboxie automatisch alle Änderungen, die es in dem abgeschotteten Bereich des Windows-Betriebssystems vorgenommen hat. Falls man beispielsweise einen als sicher identifizierten Download von der Sandbox ins System übertragen möchte, lässt sich dies manuell erledigen. Eine ausführliche Anleitung finden Interessierte auf der Sandboxie-Webseite.

Die kostenlose Version ist voll funktionsfähig, bietet aber keine automatischen Updates und lässt den Anwender nach 30 Tagen Nutzung einige Sekunden beim Start des Programmes warten. Zudem gibt es mit ein paar Programmen und Sicherheitslösungen wie avast! Antivirus, BitDefender Antivirus oder ZoneAlarm Internet Security Suite 8 kleinere Probleme, wie der Entwickler in der Hilfe anführt.

Automatische Updates aktivieren, Firewall einschalten

Als erstes sollte man natürlich das letzte Update für das Betriebssystem einspielen. In den meisten Fällen geschieht dies automatisch. Ein Blick in das Sicherheitscenter, das man über die Systemsteuerung erreicht, verrät den aktuellen Status der Option. Dabei lässst sich auch überprüfen, ob die Firewall eingeschaltet ist.

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Ob automatische Updates, Firewall und Virenschutz aktiviert sind, können Windows-XP-Anwender im Sicherheitscenter nachschauen (Bild: ZDNet.de).

Antivirenschutz erneuern

Die Verwendung eines aktuellen Antiviren-Programms gehört zum Pflichtenheft für einen sicheren PC-Betrieb. Allerdings sollte man von dem in XP integrierten Microsoft-Tool Security Essentials Abstand nehmen. Es wird zwar noch bis Sommer 2015 mit Virensignaturen versorgt, doch zeigt es bei Tests Schwächen, sodass sich der Einsatz einer Alternative empfiehlt.

Zudem bieten selbst die Freeware-Versionen bekannter Anbieter zusätzliche Funktionen, die die Sicherheit erhöhen. Dazu zählt etwa eine Safe-Browsing-Erweiterung, die vor dem Besuch von als gefährlich eingestuften Websites warnt. Sinnvoll sind auch Module, die den aktuellen Stand der verwendeten Software überprüft und im Bedarfsfall eine Aktualisierung von Programmen durchführt.

XP absichern: moderne Sicherheitslösungen bieten mehr als nur Schutz vor Viren

XP absichern: moderne Sicherheitslösungen bieten mehr als nur Schutz vor Viren. Oft kümmern sich die Tools auch darum, dass installierte Software immer aktuell bleibt. Zudem enthalten sie einen Browser-Schutz, der vor dem Besuch von als gefährlich eingestuften Webseiten warnt (Bild: ZDNet.de).

Browser und Plug-ins

Eines der Haupteinfallstore für Schadsoftware ist der Browser und seine Plug-ins. Unter XP steht der Internet Explorer nur noch in einer Variante zur Verfügung vor der selbst Microsoft warnt. Als Alternative bieten sich Chrome und Firefox an. Wer etwas gegen die Datensammelleidenschaft des Google-Browsers hat, wählt den Open-Source-Browser Firefox. Dieser ist auch in der neuesten Version XP-tauglich und beinhaltet unter anderem ein Feature, das Plug-ins auf Aktualität überprüft und diese gegebenenfalls abschaltet, sofern Sicherheitsrisiken bekannt sind. Außerdem lassen sich Plug-ins so konfigurieren, dass sie nicht automatisch Inhalte abspielen, sondern erst die Zustimmung des Anwenders einholen. Dieses als „Click-To-Play“ bekannte Feature bietet auch Chrome.

Firefox: Click-to-Play

Firefox: Plug-ins lassen sich so konfigurieren, dass sie nicht automatisch Inhalte abspielen.

Die Blockademöglichkeit von Plug-ins und das Click-to-Play-Features sind ein enormer Sicherheitsgewinn, wenn man bedenkt, dass die meisten Angriffe auf Sicherheitslücken in Browser-Plug-ins wie Adobe Flash, PDF Reader und Oracle Java entfallen.

Um weiteren Gefahren beim Surfen zu entgehen, empfielt sich außerdem die Installation von NoScript, das die Ausführung von JavaScript generell unterbindet und damit eine weitere Schadcode-Quelle ausschaltet.

XP absichern: eingeschränktes Konto einrichten

Rechte einschränken

Das Standard-Konto unter XP hat vollständigen Zugriff auf das Betriebssystem. Für das Surfen im Internet sollte man ein eingeschränktes Konto verwenden. Damit ist es nicht möglich Software zu installieren oder Änderungen an den Systemdateien vorzunehmen. Auch Änderungen von Systemeinstellungen wie der Konfiguration der XP-Firewall sind damit nicht möglich. Sollte Schadsoftware in das System gelangen, bleibt diese dank dieser Hürden nahezu wirkungslos.

Installation von Enhanced Mitigation Experience Toolkit

Das Enhanced Mitigation Experience Toolkit (EMET) ist ein Microsoft-Tool, das die Ausnutzung von bekannten Sicherheitsschwachstellen verhindert. Ermöglicht wird dies durch Sicherheitstechnologien, die spezielle Schutzmechanismen bereitstellen und Hindernisse für Angreifer einrichtet. Dazu zählen etwa Data Execution Protection, das vor allem bei Pufferüberläufen hilfreich ist oder Address Space Layout Randomization (ASLR). Diese und andere Sicherheitsfeatures, die Microsoft erst mit Vista und Windows 7 eingeführt hat, lassen sich dank EMET nun auch unter XP nutzen. Zwar wird damit die Ausnutzung von Sicherheitsrisiken nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen. Mit dem Tool wird es den Angreifern aber so schwer wie möglich gemacht, Schaden anzurichten. Details zu EMET bietet der ZDNet-Artikel „So soll Windows sicherer werden„.

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[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

Downloads:

 

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Autor: Christian Schartel
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