Samsung Galaxy S5: Fingerabdruckscanner des neuen Android-Flaggschiffs bereits überlistet

Die Entsperrung des Galaxy S5 ist mit einem einfach zu fälschenden Abdruck möglich. Die Forscher kritisieren auch die Implementierung des Fingerabdruckscanners und halten Samsungs System aufgrund einer fehlenden Passwortabfrage beim Neustart des Galaxy S5 für unsicherer als Apples Touch ID.

Im vergangenen Jahr hatte die Berliner Sicherheitsfirma SRLabs schon Apples biometrische Sicherheitsfunktion Touch ID ausgehebelt, jetzt haben die Forscher einen Weg gefunden, den Fingerabdruckscanner von Samsungs Galaxy S5 zu überlisten. In einem Video demonstriert SRLabs, dass sich das neue Android-Flaggschiff der Koreaner auch mit einem gefälschten Fingerabdruck entsperren lässt. Beim Apples Touch ID kam ein ähnlicher Trick zum Einsatz.

Samsung Galaxy S5 (Bild: CNET)

Samsung Galaxy S5 (Bild: CNET)

Den Forschern zufolge kann ein falscher Fingerabdruck innerhalb weniger Minuten erstellt werden. In ihrem Video verwenden sie denselben gefälschten Abdruck, der auch schon im vergangenen Oktober bei der Demonstration einer Sicherheitslücke in iOS 7 zum Einsatz gekommen war. Er basiert laut SRLabs auf einem Foto eines Fingerabdrucks vom Display eines Smartphones.

Darüber hinaus kritisieren die Sicherheitsexperten Samsungs Implementierung des Fingerabdruckscanners. Sie sei deutlich unsicherer als bei Apple. Das Touch-ID-System des iPhone-Herstellers verlangt die Eingabe eines Passworts, bevor der Fingerabdrucksensor zum Entsperren genutzt werden kann. Das Kennwort wird zudem nach jedem Neustart des iPhone abgefragt. Samsung hingegen verzichtet auf diesen zusätzlichen Schutz. Selbst nach einem Neustart des Galaxy S5 könne das Gerät mit dem gefälschten Abdruck entsperrt werden, so die Forscher in ihrem Video. Danach sei es sogar möglich, auf Apps wie PayPal zuzugreifen und beispielsweise Zahlungen auszulösen, falls die App des Bezahldiensts für die Authentifizierung per Fingerabdruck konfiguriert sei.

„Der Hacker in diesem Video ist in der Lage, mit PayPals neuer App jede gewünschte Aktion auszuführen, inklusive Einkäufe und Überweisungen vom PayPal-Konto des Opfers“, heißt es im Kommentar zu dem Video. „Er nutzt dem Umstand aus, dass er mehrere Versuche hat, um seinen falschen Fingerabdruck über den Sensor zu führen, um Geld vom Konto des Opfers auf sein Konto zu überweisen.“

Ein Fingerabdruckscanner sei zwar verbraucherfreundlich, es sei aber die Aufgabe des Herstellers, ihn so einzusetzen, dass sich daraus kein Risiko für den Nutzer ergebe, so das Fazit von SRLabs. Zudem verweisen die Forscher auf ein weiteres Video, in dem gezeigt wird, wie ein mit einem iPhone 4S aufgenommenes Foto eines Fingerabdrucks benutzt werden kann, um ein Lenovo-Laptop, ein Fujitsu-Smartphone und ein iPhone 5S zu entsperren.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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