Twitter: Sharing möglicherweise Ursache für Phishing-Flut

Gekaperte Konten verschicken Werbung für Diätpillen. Twitter warnt vor dem Link, auch wenn unklar ist, ob er Malware verteilt. Erste Phishing-Tweets scheinen auf das derzeit nicht mehr erreichbare Soziale Netz We Heart it zurückzugehen.

Der Angriff begann gestern gegen 23 Uhr MESZ. Hunderte Twitter-Konten haben seitdem begonnen, Werbung für eine Diätpille zu verschicken. Ein Link führt auf eine gefälschte Seite eines Gesundheitsmagazins für Frauen, wo es um eine „Wunderpille“ zu gehen scheint. Die Konten wurden offenbar gekapert.

Twitter Logo

Unklar blieb, ob die verlinkte Seite auch versuchte, eine Malware zu installieren. Twitter ging kein Risiko ein und wies schon bald den Link als potenziell bedrohlich aus.

Zum Ursprung des Angriffs gibt es mehrere Theorien. Die plausibelste kommt von Ars Technica, das darauf hingewiesen hat, dass erste Phishing-Tweets den Hinweis „via weheartit.com“ enthielten, also offenbar auf das Soziale Netz We Heart It zurückgehen. Möglicherweise wurden dort Konten kompromittiert. We Heart It reagierte, indem es Sharing via Twitter abstellte. Es veröffentlichte auch eine Erklärung in seinem Blog, der aber aus unbekannten Gründen nicht erreichbar ist, ebenso wie die komplette Website weheartit.com.

Logo We Heart It

Laut Ars Technica jedenfalls hat We Heart It bösartige Aktivitäten in seinem Netz beobachtet und untersucht sie derzeit.

Der Angriff gleicht einem, der vergangenen September tausende von Hootsuite-Kunden betraf und auf dasselbe Diätprodukt hinwies. Hootsuite zufolge wurden Konten von rund 7000 Nutzern – 0,1 Prozent der Anwenderbasis – entführt. Die Kriminellen hatten den Authentifizierungsmechanismus OAuth für nicht authentifizierte Zugriffe verwendet.

Auch die aktuelle Spam-Kampagne bei AOL, die wohl doch nicht nur aus Spoofing besteht, sondern auf das Adressbuch von Nutzern zugreift, wirbt für Diätpillen. In anderen Fällen wird jedoch versucht, einen Download einer Android-App anzustoßen.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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