Apple: Übernahme von Beats Electronics für 3,2 Milliarden Dollar bahnt sich an

Ein auf Facebook veröffentlichtes Video scheint den Deal zwischen Apple und Beats Electronics zu bestätigen. Apple könnte an dem Kopfhörer-Hersteller aufgrund des Musik-Streaming-Dienstes Beats Music interessiert sein. Die offizielle Ankündigung der womöglich größten Apple-Übernahme steht aber noch aus.

Apple hat offenbar vor den Hersteller von High-End-Kopfhörern, Beats Electronics, für 3,2 Milliarden Dollar aufzukaufen. Das berichtet die Financial Times. Ein Mitgründer des Unternehmens, dessen Audio-Technologie bis vor Kurzem noch in HTC-Smartphones verbaut wurde, ist der Hip-Hop-Produzent Dr. Dre. Ein von Tyrese Gibson auf Facebook gepostetes Video, das schnell wieder entfernt wurde und Dre beim Feiern des großen Deals mit Freunden zeigt, scheint die Gerüchte zu bestätigen. Auf Youtube beziehungsweise am Ende des Artikels ist das Video noch zu sehen. Allerdings sei vor Kraftausdrücken gewarnt.

Apple: Übernahme von Beats Electronics für 3,2 Milliarden Dollar bahnt sich an

Ein auf Facebook veröffentlichtes Video scheint den Deal zwischen Apple und Beats Electronics zu bestätigen. Apple könnte an dem Kopfhörer-Hersteller aufgrund des Musik-Streaming-Dienstes Beats Music interessiert sein. Die offizielle Ankündigung der womöglich größten Apple-Übernahme steht aber noch aus (Bild: CNET.com).

Die offizielle Ankündigung der Übernahme könnte laut Financial Times schon nächste Woche erfolgen. Auch wenn ein Scheitern noch denkbar wäre, scheint das Facebook-Video keine Zweifel mehr offen zu lassen.

Neben verschiedensten Kopfhörern mit Bassverstärker hat Beats Electronics auch einen Streaming-Dienst nach dem Vorbild von Spotify und Google Play Music All Inclusive im Programm. Für eine monatliche Gebühr von 10 Dollar können Nutzer auf ein umfangreiches Angebot von Musik zugreifen.

Den Dienst Beats Music soll Apple laut der Financial Times ebenfalls mit der Übernahme erwerben. Er könnte auch der ausschlaggebende Punkt für Apple gewesen sein, da er das Angebot des Unternehmens aus Cupterino perfekt ergänzen würde. Bisher bietet Apple nur Musik in iTunes und als iTunes Radio Streaming kostenlos mit zwischengeschalteten Werbespots an.

Gerüchte, dass Apple mit einem eigenen Musik-Streaming-Dienst im Stil von Spotify & Co. neue Geschäftsfelder erschließen und den rückläufigen Umsätzen mit iTunes-Downloads entgegenwirken wolle, kamen auch bereits Ende März auf. Da Apple und Beats sowieso schon länger als Partner gelten und Apple die Kopfhörer des Unternehmens bereits in seinem Online-Shop sowie seinen Ladengeschäften verkauft, erscheint eine Übernahme als naheliegende Option, anstatt selbst einen Musik-Streaming-Dienst zu entwickeln.

Hinzu kommt, dass Beats Music aufgrund einer Zusammenarbeit bei Abrechnung und Marketing mit dem Netzbetreiber AT&T in den USA auch glänzend gestartet ist. Der Dienst soll nach wenigen Monaten schon 200.000 Abonnenten vorweisen können, auch wenn es noch keine offiziellen Zahlen gibt.

Beats war 2008 von Dre zusammen mit dem Musikmanager Jimmy Iovine gegründet worden. Seine von audiophilen Kritikern nicht immer positiv aufgenommenen, aber als modisch geltenden Kopfhörer kosten überwiegend zwischen 100 und 500 Euro.

2011 hatte Smartphone-Hersteller HTC 309 Millionen Dollar investiert, wofür er sich eine Mehrheit von 50,1 Prozent am Unternehmen sicherte. Später verkaufte er diese Anteile aber wieder (je zur Hälfte im Juli 2012 und im September 2013), um Verlustmeldungen zu vermeiden. Im Herbst letzten Jahres erhielt Beats aber auch 500 Millionen Dollar von dem Investor Carlyle Group – ausgehend von einem Unternehmenswert von einer Milliarde Dollar.

Tech-Zukäufe im Vergleich

Andere Technologie-Firmen haben zwar noch deutlich mehr in Übernahmen investiert, für Apple könnte der 3,2-Milliarden-Deal aber die größte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte sein (Bild: Statista).

Apple hat zwar Barrserven von über 150 Milliarden Dollar, gilt aber als zurückhaltend bei Investitionen und gibt dafür vermutlich deutlich weniger als eine Milliarde Dollar pro Jahr aus. Die größte bekannte Übernahme seiner Unternehmensgeschichte war die von Steve Jobs’ Firma NeXT und deren Betriebssystem im Jahr 1996. Apple zahlte damals 429 Millionen Dollar.

Allerdings macht Apple die Summen der wenigsten Übernahmen öffentlich. Siri beispielsweise könnte durchaus teurer als NeXT gewesen sein. Und zuletzt hatte Tim Cook die Aktionäre informiert, dass in den letzten 18 Monaten 24 Zukäufe erfolgten. Apple sei “auf der Pirsch, wie man vielleicht sagen könnte”, formulierte der CEO.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de & Luke Westaway, CNET.com]

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Autor: Christian Schartel
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