Facebook erweitert Android-App um Offline-Posts und stellt Poke und Camera für iOS ein

Mit der neuen Version der Facebook-App für Android können Nutzer Posts offline vorbereiten. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden sie übermittelt. Die Apps Poke sowie Facebook Camera für das Apple iPhone, iPad und den iPod Touch hat das Soziale Netzwerk aus dem Apple App Store entfernt.

Ende letzter Woche hat Facebook seiner Android-App ein Update spendiert, das die Anwendung um eine Funktion erweitert, die es Nutzern erlaubt, Status-Updates & Co. auch ohne bestehende Internetverbindung zu posten. Zudem hat Facebook die wenig populären iOS-Apps Poke und Facebook Camera aus dem Apple App Store entfernt.

Facebook erweitert Android-App um Offline-Posts und stellt Poke und Camera für iOS ein

Mit der neuen Version der Facebook-App für Android können Nutzer Posts offline vorbereiten. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden sie übermittelt. Die Apps Poke sowie Facebook Camera für das Apple iPhone, iPad und den iPod Touch hat das Soziale Netzwerk aus dem Apple App Store entfernt (Screenshot: CNET.de).

Das Update für die Android-App steht im Google Play Store zum Download bereit. Nach der Aktualisierung können Nutzer Nachrichten, Fotos oder Videos auch dann posten, wenn sie gerade offline sind. Sobald das Android-Gerät wieder mit dem Internet verbunden ist, wird der eingespeicherte Post übermittelt. Dies kann in vielen Situationen, in denen kein Datennetz zur Verfügung steht, praktisch sein, da sich Posts dann schon an Ort und Stelle vorbereiten lassen.

Die Apps Poke sowie Facebook Camera für das Apple iPhone, iPad und den iPod Touch hat das Soziale Netzwerk wie seinen E-Mail-Service @facebook.com nach rund zwei Jahren eingestellt. Sie konnten die in sie gesetzten Erwartungen offenbar nicht erfüllen. Dass die Anwendungen nicht mehr in Apples App Store zu finden sind, hat die Webseite The Verge festgestellt. Auf Nachfrage bestätigte Facebook zwar, sie entfernt zu haben, wollte sich aber nicht weiter äußern.

Die im Mai 2012 eingeführte App Camera war durch den Kauf von Instagram wenige Wochen zuvor überflüssig geworden, bediente sie doch eine ähnliche Zielgruppe und lieferte ähnliche Funktionen. Beim Start wirkte Facebook Camera sogar so, als hätte das Instagram-Team bereits daran mitgearbeitet. Nutzer konnten damit etwa Bilder beschneiden, mehrere Fotos auf einmal posten, eine Bildunterschrift hinzufügen und auch einen von 14 Filtern anwenden. Gleichzeitig war es möglich, die Fotos von Facebook-Freunden zu durchforsten, mit Likes zu versehen und zu kommentieren.

Die Anwendung Poke, die Facebook im Dezember 2012 einführte, war ein Pendant zu der beliebten App Snapchat, die Facebook ebenfalls übernehmen wollte. Der Messaging-Dienste lehnte das Angebot von 3 Milliarden Dollar jedoch ab. Die App war zudem aus einem frühen Facebook-Feature abgeleitet – einem Button namens Poke, der auf Deutsch “Anstupser” genannt wurde, der aber ebenfalls verschwunden ist – sogar aus Facebooks Dokumentation. Wie bei Instagram war der Clou von Poke, dass verschickte Nachrichten nach Ablauf einer Frist automatisch gelöscht werden.

Die Schließungen der wenig erfolgreichen Apps entsprechen vermutlich Facebooks Strategie, eine Palette an eigenständigen Apps aufzubauen, die letzten Monat CEO Mark Zuckerberg ausführlich kommentiert hat. Wichtigste App ist der eigentliche Facebook-Client. Eine Ebene darunter befindet sich nach Zuckerbergs Modell mit Instagram, WhatsApp und Facebook Messenger eine Gruppe, mit denen das Soziale Netzwerk seine weltweite Reichweite noch einmal drastisch ausbauen will. Die unterste Ebene soll eine Gruppe experimenteller Mobilanwendungen besetzen, deren Erfolg noch unsicher ist. Dazu zählt der iOS-Newsreader Paper, der im Januar als erstes Produkt einer neuen Abteilung namens Facebook Creative Labs vorgestellt wurde.

Poke und Camera erwähnte Zuckerberg nicht ausdrücklich. Inzwischen wurde mit Moves eine weitere Standalone-App aufgekauft, mit der Nutzer ihr Fitness-Training aufzeichnen und Körperfunktionen überwachen können. Facebook entwickelt Gerüchten zufolge auch einen Bezahldienst für die Abwicklung von Zahlungen per Smartphone.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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