High End 2014: Die spektakulärsten Highlights der Erlebnismesse für Unterhaltungselektronik

Die Liebhaber der anspruchsvollen Unterhaltungselektronik treffen sich alljährlich auf der High End in München. Neben Klassikern wie Vinyl-Plattenspielern und sündteuren Lautsprechern haben die Hersteller von Mobilgeräten spektakuläre Neuheiten zu bieten – darunter Musikplayer, deren Klangqualität fast jede Stereoanlage in den Schatten stellt. Wir haben die Highlights zusammengefasst.

Es gibt wohl kaum eine Branche, die so wandlungsfähig ist wie die Hightech-Branche. Das gilt auch für die Hersteller der klassischen Unterhaltungselektronik. Vor einigen Jahren noch wurden Anbieter von Vinyl-Plattenspielern, Stereoverstärkern und Hi-Fi-Boxen als langsam aussterbende Spezies belächelt. Wer braucht im Zeitalter des iPod noch Plattenspieler? Wer stellt sich noch riesige Hi-Fi-Boxen ins Wohnzimmer, wo doch die jungen Leute mit ihrer MP3-Musik eh keinen Wert auf guten Klang legen? So oder so ähnlich lautete die Argumentation noch vor drei oder vier Jahren.

Doch wie erfolgreich sich die Branche an Trends anpasst, ist jedes Jahr auf der Messe „High End“ zu beobachten. Längst sind Multimedia-Streaming, Wireless-Module und MP3-Mobilplayer die besten Freunde der Hi-Fi-Hersteller. So sorgten auch auf der diesjährigen High End 2014, die gestern zu Ende gegangen ist, die klassischen Highend-Ikonen wie Vinyl-Plattenspieler, Lautsprecher und Röhrenverstärker nach wie vor für sehnsüchtige Blicke der zumeist männlichen Besucher, doch aktuelle Trends kamen dabei keineswegs zu kurz.

Audio-Spezialist Burmester stattet auch Autos von Porsche und Mercedes mit hochwertigen Soundsystemen aus. (Foto: Mehmet Toprak)

Audio-Spezialist Burmester stattet auch Autos von Porsche und Mercedes mit hochwertigen Soundsystemen aus. (Foto: Mehmet Toprak)

Surround im Auto

So gab es in diesem Jahr eine Sonderschau zum Thema unter dem Motto „High End on Wheels“. Damit griff die Messe den Trend zum teuren Sound-System im Auto auf. Glaubt man einer aktuellen Umfrage der Fachzeitschrift „Auto, Motor & Sport“, aus der der Veranstalter der „High End“ zitiert, dann verlangen mittlerweile 25 Prozent aller Autokäufer beim Kauf eines Neuwagen eine hochwertige aufpreispflichtige Musikanlage.“ Außerdem sei das Hi-Fi-System beim Auto für bis zu 45 Prozent der Käufer ein kaufentscheidendes Kriterium.

Audio-Spezialisten wie der dänische Lautsprecherspezialist Dynaudio oder die Berliner Highend-Schmiede Burmester lassen sich das nicht zweimal sagen. Längst sind sie etablierte Kooperationspartner von Autoherstellern wie Mercedes, Porsche oder Audi. Deren Fahrzeuge lassen sich auf Wunsch mit hochpreisigen und klanglich exzellenten Soundsystemen ausstatten.

Der Innenraum eines Autos ist auch aus Hi-Fi-Gesichtspunkten ideal geeignet für den Einbau einer hochwertigen Soundanlage. Denn während die Wohnzimmer in Größe und Dämpfungseigenschaften, die für den Klang entscheidend sind, völlig unterschiedlich sind und auch der Hörer seine Sitzposition frei wählt, findet der Hersteller bei Autos eine in allen Modellen gleiche Umgebung vor, für die er seine Anlage und die Lautsprecher optimieren kann.

So viel Autos wie noch nie waren auf der "High End 2014" zu sehen, natürlich alle mit highendiger Musikanlage ausgestattet. (Foto: Mehmet Toprak)

So viel Autos wie noch nie waren auf der „High End 2014“ zu sehen, natürlich alle mit highendiger Musikanlage ausgestattet. (Foto: Mehmet Toprak)

24 Lautsprecher, 24 Verstärker

In Mercedes-Benz der S-Klasse baut Burmester beispielsweise ein „3D-Surround-Soundsystem“ ein. Das System besteht aus insgesamt 24 Lautsprechern mit 24 Verstärkern und einer Gesamtleistung von 1540 Watt. Eine dynamisch arbeitende Geräuschkompensation soll Lautstärke und Klangeindruck an wechselnde Fahrtsituationen anpassen.
Ähnlich hochwertige Surroundanlagen können Käufer eines Porsche 911, Cayman oder Boxster ordern.

Auch die Modelle von weniger kostspieligen Automarken wie Volkswagen müssen nicht auf anspruchsvolle Sound verzichten. Dynaudio stattet auf Wunsch alle Modelle des Wolfsburger Autokonzerns mit hochwertigen Sound-Systemen aus.

Selbstverständlich mischt auch Audi mit beim Oberklasse-Sound. Für 6000 Euro beispielsweise lässt sich der Audi A6 mit einer Musikanlage von Bang & Olufsen ausstatten. Im BMW 520i soll Harman Kardon mit einem Surround-System für gute Laune sorgen. Wer im 5er-BMW soundtechnisch noch höher hinaus will, ordert eine Anlage von Bang & Olufsen. Die Liste der Beispiele ließe sich noch lange fortsetzen.

Doch Musikliebhaber, die weniger mit dem Auto und mehr zu Fuß unterwegs sind, stellten auf der High End 2014 mit Freude fest, dass sich auch beim mobilen Musikgenuss eine Menge tut.

Der Aeroskull HD von Jarre Technologies soll den Sound von iPhone und Co in der Wohnung verbreiten, eine kleinere Version für unterwegs ist ebenfalls erhältlich. (Foto: Mehmet Toprak)

Der Aeroskull HD von Jarre Technologies soll den Sound von iPhone und Co in der Wohnung verbreiten, eine kleinere Version für unterwegs ist ebenfalls erhältlich. (Foto: Mehmet Toprak)

Mobile Lautsprecher mit Design-Anspruch

Geradezu inflationär verbreiten sich mobile Kleinstlautsprecher in der Szene. In der Regel werden sie mit dem MP3-Player oder Smartphone verbunden.

Gerade bei den gut sichtbar aufgestellten Mobil-Lautsprechern ist Design angesagt. Das möglicherweise spektakulärste Design auf die High End 2014 war bei den Mobil-Lautsprechern des französischen Unternehmens Jarre Technologies zu besichtigen. Wer bei dem Namen an den französischen Elektropop-Pionier Jean Michel Jarre denkt, liegt richtig. Der Schöpfer von legendären Werken wie „Oygene“ oder „Equinoxe“ hat selbst an den Sound-Systemen mitgearbeitet. Dementsprechend soll auch die Klangqualität den hohen Ansprüchen des französischen Synthesizer-Pioniers genügen.

Aerotwist heißt dieser avantgardistisch gestaltete Mobillautsprecher von Jarre Technologies. Dahinter steckt der berühmte Musiker Jean Michel Jarre. Der Aerotwist verbindet sich via NFC Bluetooth mit dem Smartphone. Das hier abgebildete Modell kostet: 349 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

Aerotwist heißt dieser avantgardistisch gestaltete Mobillautsprecher von Jarre Technologies. Dahinter steckt der berühmte Musiker Jean Michel Jarre. Der Aerotwist verbindet sich via NFC Bluetooth mit dem Smartphone. Das hier abgebildete Modell kostet 349 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

Am auffallendsten war der Lautsprecher Aeroskull, dessen Äußeres im Stil eines menschlichen Schädels gar nicht makaber gemeint ist, sondern an die Cover von Jarres frühen Platten erinnern soll, auf denen ebenfalls ein menschlicher Schädel abgebildet ist.

Exklusive mobile Kopfhörer

Schon seit einigen Jahren sind besonders hochwertige mobile Kopfhörer im Trend. Ein Trend, den alle Hersteller von Kopfhörern mittlerweile bedienen. So etwa der süddeutsche Kopfhörerspezialist Ultrasone mit seinen In-Ear-Hörern Tio und IQ. Vor allem der IQ begeistert mit einem satten und doch weiträumigen feinsinnigen Klang. Dafür sind dann allerdings 649 Euro fällig.

Für Smartphone-Nutzer ist der T 51 i von Beyerdynamic konzipiert. Im Kabel ist eine Smartphone-Fernbedienung integriert. (Foto: Beyerdynamic)

Für Smartphone-Nutzer ist der T 51 i von Beyerdynamic konzipiert. Im Kabel ist eine Smartphone-Fernbedienung integriert. (Foto: Beyerdynamic)

Auch der deutsche Traditionshersteller Beyerdynamic, der auf der High End 2014 übrigens 90. Jubiläum feierte, hat highendige mobile Kopfhörer im Sortiment.

Ganz neu ist beispielsweise der T 51 i, Beyerdynamics erster mobile Kopfhörer aus der Tesla-Serie, die eine Fernbedienung für das Smartphone im Kabel integriert hat. Damit regelt der Anwender die Lautstärke, springt von Titel zu Titel oder kann eingehende Anrufe annehmen und das integrierte Mikrofon im Kabel sprechen. Ansonsten entspricht der T 51 I dem bereits bekannten T 51 p. Dieser ohraufliegende Hörer bietet einen besonders impulsstarken, kraftvollen und präzisen Klang.

Kopfhörerverstärker für optimalen Sound

Daneben gibt es auch einen mobilen Kopfhörerverstärker von Beyerdynamic. Der A 200 p kostet 299 Euro und ist mit Abmessungen von 55 x 55 x 13 mm sehr kompakt. Er passt also problemlos noch zum iPod oder MP3-Player anderer Hersteller in die Jackentasche. Angeschlossen wird er an iPod oder iPhone über die Lightning-Buchse. Bei Android-Smartphones (ab Android 4.1) wird er an den USB-Ausgang angeschlossen. Da bei beiden Varianten der Sound nicht von der Kopfhörerbuchse abgenommen wird, umgeht der A 200 p die interne Verstärkerelektronik des Mobilgeräts. Nur die reinen digitalen Audiosignale wandern in den Kopfhörerverstärker.

Der mobile Kopfhörerverstärker A 200 p von Beyerdynamic für 299 Euro. (Foto: Beyerdynamic).

Der mobile Kopfhörerverstärker A 200 p von Beyerdynamic für 299 Euro. (Foto: Beyerdynamic)

Die Verbesserung des Klangs auf diese Weise ist verblüffend. Der Sound ist auf einen Schlag voluminöser und zugleich transparenter, impulsstärker und detailreicher. Vorausgesetzt, es hängt ein entsprechend hochwertiger Kopfhörer dran.

Wer seinen iPod oder die Musikbibliothek im Smartphone einmal über einen Kopfhörerverstärker gehört hat, wird nicht mehr darauf verzichten wollen. Und der A 200 p ist nur ein Beispiel dafür.

Megatrend Kopfhörerverstärker

Kopfhörerverstärker gehörten auf die High End 2014 überhaupt zu den Megatrends der mobilen Hi-Fi-Szene. Neben Beyerdynamic stellten unter anderem auch die Hersteller Avinity, Alpha Design Labs und Fiio Electronics ihre Kopfhörerverstärker auf der Messe aus.

Noch einen Schritt weiter gehen Hersteller, die einen hochwertigen Verstärker mit einem Player in einem Gehäuse kombinieren. Diese exklusiven Mediaplayer haben mit der Wiedergabe von MP3 nicht mehr viel am Hut. Sie beherrschen zwar noch das Dateiformat, spielen ihre Qualitäten aber erst dann aus, wenn man komprimierte Musikdateien oder sogar Musik im hochauflösenden Datenformat wiedergibt. Einige dieser Player beherrschen hochauflösende Musikformate bis zu 192 kHz/24 Bit oder sogar 384 kHz/32 Bit.

Experten bezeichnen die hochauflösenden Audioformate als „Studio Masterqualität“. Zu kaufen gibt es die Musik natürlich nicht auf CD, sondern nur als Internet-Download beispielsweise bei Musik-Portalen wie Highresaudio.

Ein Kopfhörerverstärker von Avinity für 99 Euro. Aufgeladen wird das Gerät über die USB-Buchse des PCs oder Notebooks. (Foto: Mehmet Toprak)

Ein Kopfhörerverstärker von Avinity für 99 Euro. Aufgeladen wird das Gerät über die USB-Buchse des PCs oder Notebooks. (Foto: Mehmet Toprak)

Gespeichert wird die Musikbibliothek auf Micro-SD-Karten, was möglicherweise auch ein gewisser Nachteil sein kann. Je nach Speicherkapazität der Micro-SD-Karte passen oft nur 128 Gigabyte darauf. Da hochauflösende Musikdateien auch wesentlich mehr Speicherplatz benötigen, dürfte die Musikbibliothek eines gut gefüllten iPod Classic mit 120 Gigabyte nicht auf die Speicherkarte für einen Highend-Player passen. Behelfen kann man sich nur, indem man mehrere Speicherkarten mit sich führt.

Der Kopfhörerverstärker X1 von Alpha Design Labs kostet 449 Euro und ist für den Einsatz mit Apples iPod oder iPhone optimiert. Für Nutzer von Android-Smartphones gibt es ebenfalls ein passendes Modell, den A1 für 499 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

Der Kopfhörerverstärker X1 von Alpha Design Labs kostet 449 Euro und ist für den Einsatz mit Apples iPod oder iPhone optimiert. Für Nutzer von Android-Smartphones gibt es ebenfalls ein passendes Modell, den A1 für 499 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

Hi-Fi-Enthusiasten wird das nicht stören, denn die Gerät versprechen eine Qualität, die in Sachen Auflösung und Feinzeichnung die Audio-CD weit in den Schatten stellt. Im Verbund mit einem hochwertigen Kopfhörer sind diese mobilen Player vermutlich den allermeisten Stereoanlagen im Wohnzimmer deutlich überlegen.

Der Musikplayer Suzanne von Consonance wird im Sommer 2014 in den Handel kommen. (Foto: Mehmet Toprak)

Der Musikplayer Suzanne von Consonance wird im Sommer 2014 in den Handel kommen. (Foto: Mehmet Toprak)

Ein Beispiel hierfür wäre der Suzanne des chinesischen Hi-Fi-Herstellers Consonance (Opera Audio). Der Player soll im Sommer 2014 in den Handel kommen, der Preis steht noch nicht fest. Auch der Hifiman HM-901 soll den anspruchsvollen Musikliebhaber mit exzellentem Sound verwöhnen.

König der mobilen Player

Der König der mobilen Highend-Player dürfte aber der AK240 des südkoreanischen Anbieters Astell & Kern sein. Gefertigt aus Flugzeugaluminium und Carbon macht bereits das Gewicht Eindruck. Der AK240 wiegt 185 Gramm. Der Player beherrscht so ziemlich alle Audioformate darunter auch Musikdateien in Studio Masterqualität mit 192 kHz/24 Bit. Das Gerät kostet 2498 Euro, das macht 13,50 Euro pro Gramm, wenn die verrückte Rechnung erlaubt ist. Ein Kopfhörer ist natürlich nicht dabei, hier sollten Interessenten Kopfhörer ab mindestens 500 Euro ins Auge fassen, um die mögliche Klangqualität des Astell & Kern annähernd ausschöpfen zu können.

Der AK240 von Astell & Kern gehört zu den weltbesten Musikplayern. Er gibt auch hochauflösende Audiosignale wieder. (Foto: Astell & Kern)

Der AK240 von Astell & Kern gehört zu den weltbesten Musikplayern. Er gibt auch hochauflösende Audiosignale wieder. (Foto: Astell & Kern)

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben will, findet bei Astell & Kern auch den AK 120 II für nur 1799 Euro und den AK 100 II für vergleichsweise bescheidene 999 Euro. Auch diese Player beherrschen hochauflösende Musikformate.

Die hochwertigen Musikplayer sind neben den Kopfhörerverstärker ein weiterer Megatrend der mobilen Hi-Fi-Szene. Und ein weiteres Beispiel hierfür, wie Begeisterung für gute Musik verbunden mit anspruchsvoller Technik und einer guten Prise Wahnsinn die Highend-Branche immer wieder aufs Neue belebt.

Der Fiio X5 gibt auch hochauflösendes Musikmaterial mit 192 kHz/24 Bit wieder. Der Preis liegt bei 398 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

Der Fiio X5 gibt auch hochauflösendes Musikmaterial mit 192 kHz/24 Bit wieder. Der Preis liegt bei 398 Euro. (Foto: Mehmet Toprak)

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