Twitter zeigt Interesse an Musik-Start-up SoundCloud

Der von einigen auch als YouTube für Audio bezeichnete Dienst SoundCloudd erlaubt jedermann das Hochladen und Verbreiten von Musikclips. Die Akquisition könnte Twitter helfen, sein Wachstum zu beschleunigen und im Musikmarkt Fuß zu fassen.

Informationen von Recode zufolge erwägt Twitter eventuell das in London und Berlin ansässige Start-up SoundCloud zu übernehmen. Seine angeblich 250 Millionen Nutzer können über die Plattform Musikclips hochladen und verbreiten.

SoundCloud-Logo

Die Akquisition wäre ein sehr großer Schritt für Twitter, dessen Aktienkurs in den letzten Monaten schwächelt. Die Investoren sind besorgt, dass der Dienst nicht schnell genug wächst. Nach dem Börsengang im vergangenen November zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar je Aktie stieg der Kurs schnell auf bis zu 74,73 Dollar an. Seitdem ist er fast stetig gefallen und steht aktuell bei rund 32 Dollar.

Es gibt zwei offensichtliche Gründe für Twitters Interesse an dem Kauf des in privater Hand befindlichen SoundCloud. Erstens bemüht sich der Mikrobloggingdienst schon lange um mehr Nähe zur Musikindustrie. Seine bisherigen Versuche, in dem Bereich Fuß zu fassen, etwa mit seiner eigenen #Music-App, waren weitgehend erfolglos. Zweitens hat SoundCloud angeblich 250 Millionen Nutzer weltweit, die Twitter helfen könnten, sein Wachstum zu beschleunigen.

Weder Twitter noch SoundCloud wollten konkret zu dem Bericht Stellung nehmen. Sie teilten lediglich mit, dass sie keine Gerüchte kommentierten. Spiegel Online berichtet unter Berufung auf „mit der Sache vertrauten Personen“ zwar ebenfalls von Twitters Interesse an SoundCloud, letztlich soll sich der Mikrobloggingdienst aber gegen ein Kaufangebot entschieden haben.

Falls sich die beiden Unternehmen doch noch auf eine Übernahme einigen, wäre es sicherlich eine recht teure Akquisition. Vergangenes Jahr sammelte SoundCloud im Rahmen einer Finanzierungsrunde 60 Millionen Dollar und wurde infolge dessen mit insgesamt 700 Millionen Dollar bewertet. Twitters bis dato größter Zukauf ist das mobile Anzeigennetzwerk MoPub, für das es im September 2013 350 Millionen Dollar ausgab.

Für SoundCloud könnte sich ein Zusammenschluss mit Twitter auszahlen, weil es von dessen Erfolg beim Anzeigenverkauf profitieren könnte. Wie Recode schreibt, bietet das Start-up seinen Nutzern schon jetzt einen kostenpflichtigen Premiumdienst mit zusätzlichen Funktionen an, unterhält aber noch kein größeres Anzeigengeschäft.

Aus Sicht einiger Branchenbeobachter wäre eine Übernahme von SoundCloud durch Twitter für beide Seiten sinnvoll. „Ein solcher Deal ergibt Sinn für Twitter, weil er ihm einen dringend benötigten Schub in Richtung Media gibt und sein Geschäft um eine wirklich interessante und beliebte Publishing-Plattform erweitert“, kommentierte Gartner-Analyst Brian Blau. „Sollte SoundCloud ein günstiges Musiklizenzabkommen abschließen können, um Nutzern einen ordentlichen Zugang zu veröffentlichten Songs zu geben, hätte Twitter die Möglichkeit, diese Musik noch tiefer in seine Apps zu integrieren.“

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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