WWDC: Apple wird iOS 8 und Mac OS X 10.10 vorstellen

Ab 19 Uhr deutscher Zeit wird Apple auf seiner Keynote iOS 8 und Mac OS X 10.10, das voraussichtlich den Beinamen ”Yosemite” trägt, vorstellen. Darauf weisen aufgehängte Banner am Veranstaltungsort der Worldwide Developers Conference (WWDC) hin. Auch neue Hardware soll Apple präsentieren.

Um 19 Uhr deutscher Zeit beginnt Apples Keynote zur Worldwide Developers Conference (WWDC). Im Rahmen der Veranstaltung wird das Unternehmen aus Cupertino wie bereits erwartet sein neues Mobilbetriebssystem iOS 8 und mit OS X 10.10 den Nachfolger seines Desktop-OS vorstellen. Darauf weisen nun auch großflächige Banner am Veranstaltungsort, dem Moscone Center in San Francisco, hin.

WWDC: Apple wird iOS 8 und Mac OS X 10.10 vorstellen

Ab 19 Uhr deutscher Zeit wird Apple auf seiner Keynote iOS 8 und Mac OS X 10.10, das voraussichtlich den Beinamen ”Yosemite” trägt, vorstellen. Darauf weisen aufgehängte Banner am Veranstaltungsort der Worldwide Developers Conference (WWDC) hin. Auch neue Hardware soll Apple präsentieren (Bild: James Martin/CNET.com).

Ein Banner mit einer weißen 8 samt welligem Wasser im Hintergrund deutet auf Apples neue iOS-Version mit dem Spitznamen Okemo hin. Hinweise auf den Nachfolger von OS X Mavericks gibt ein weiterer Banner mit dem 1000 Meter hohen Monolithen El Capitan des kalifornischen Yosemite-Nationalparks samt einem großen X im Vordergrund. Wie Apple Insider vermutet, wird die neue OS-X-Version auch den Beinamen ”Yosemite” tragen. Zumindest hat die Webseite unter anderem ein entsprechendes von Apple angemeldetes Warenzeichen entdeckt.

Zu Apple iOS 8 sind schon zahlreiche Informationen durchgesickert, die 9to5Mac in einem umfangreichen Überblick zusammenfasst. Die achte Ausgabe von iOS bringt gegenüber dem Vorgänger eine Reihe von Neuheiten mit, wie schon Screenshots im März vermuten ließen. Darunter voraussichtlich die neuen Apps Healthbook, Preview, TextEdit und Tips sowie Verbesserungen für die Mitteilungszentrale, Maps und iMessage. Welche Features es tatsächlich in die neue Version schaffen, bleibt aber noch abzuwarten.

Eine der bedeutendsten Neuerungen dürfte die die App Healthbook sein. Sie soll die Bewegung des Nutzers quantifizieren, von ihm verbrannte Kalorien angeben und auch Blutdruck, Wasseranteil im Körper sowie Glukosespiegel messen. Die Anwendung soll deutlich über das hinausgehen, was existierende Fitness-Tracker für iOS von Nike und Fitbit leisten. Sie könnte die erforderlichen Daten von Geräten wie etwa einer drahtlos verbundenen Waage erhalten – aber auch von Apples geplanter Uhr namens iWatch.

Ein größeres Update steht für Apples Kartenanwendung Maps an, die bei ihrer Einführung zunächst durch erhebliche Schwächen in die Kritik kam. Apple sollen bisherigen Gerüchten zufolge Kartendaten der übernommenen Firmen BroadMapEmbark und HopStop in Maps einfließen lassen. Dazu gehören zusätzliche Sehenswürdigkeiten und Kategorien, damit Orte wie Flughäfen, Parks, Bahnhöfe, Bushaltestellen und Autobahnen leichter gefunden werden können. Auch das Kartendesign wird offenbar überarbeitet, um Straßen hervorzuheben. Darüber hinaus sollen Nutzer mit der neuen Maps-Version auch öffentliche Verkehrsmittel in ihre Routenplanung einbeziehen können. Anfänglich sollen die Informationen über Busse, Bahnen und U-Bahnen nur für größere Städte in den USA zur Verfügung stehen.

Nach Berichten von Gigaom und Financial Times bereitet Apple außerdem eine Software-Plattform für Smart-Home-Geräte vor. Über sein Mobilbetriebssystem iOS soll es möglich sein, intelligente Lampen, Sicherheitssysteme oder auch mit dem Internet verbundene Haushaltsgeräte zu steuern. Das Programm soll ähnlich wie Apples “Made for iPhone”-Programm offen für Drittanbieter sein, deren Geräte dann über iOS-Geräte zu steuern sind.

Angeblich will der iPhone-Hersteller auch den Musik-Identifikationsdienst Shazam in iOS 8 integrieren. Apples intelligenter Assistent Siri wäre damit in der Lage, einen im Hintergrund abgespielten Song zu identifizieren und ihn auch zum Download aus dem iTunes Store anzubieten. Für iPad-Nutzer soll zudem verbessertes Multitasking mit Split-Screen in Vorbereitung sein. Wie es Microsoft schon jetzt mit seinen Surface-Tablets ermöglicht, könnten sie zwei Anwendungen gleichzeitig laufen lassen und auch bedienen. Im Zusammenhang mit dieser Funktion will Apple offenbar auch die Interaktion zwischen Apps verbessern, so dass zwei gleichzeitig geöffnete Apps es erlauben, Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos direkt per Drag and Drop von einer Anwendung in die andere zu ziehen. Wie Apple Insider berichtet, kursieren allerdings auch Gerüchte, dass Apple diese neuen iPad-Features noch nicht zur WWDC fertig hat.

OS X 10.10 erfährt laut 9to5Mac vor allem auffällige Design-Veränderungen rund um das User Interface. Mit der Entwicklung vertraute Quellen beschrieben die Gestaltung als “extrem flach”. Apple will hier offenbar die mit iOS 7 eingeschlagene Richtung konsequent auf die Bedienoberfläche von OS X übertragen. Das Desktop-Betriebssystem soll jedoch seine eigenen Charakteristiken und Features bewahren, also nicht zugunsten einer iOS-ähnlichen Erfahrung vereinfacht werden. Die Konvergenz betreffe vielmehr nur die Design-Ästhetik und eine gewisse Harmonisierung der Features.

Die Vorstellung neuer Hardware wird ebenfalls erwartet. Darunter möglicherweise Aktualisierungen von Apples Desktop- und Laptop-Reihen. 9to5Mac zufolge könnte Apple ein kleineres MacBook Air oder Pro, günstigere iMacs oder auch einen neuen Mac Mini präsentieren. Möglich wäre auch die Vorstellung eines ARM-betriebenen Mac, Mac Mini und MacBook Pro auf Basis der 64-Bit-Architektur. Weniger wahrscheinlich sind nähere Informationen zu neuen Mobilgeräten wie dem iPhone 6, auch wenn es laut einigen Medienberichten mit “großer Wahrscheinlichkeit” am ersten Tag der Entwicklermesse vorgestellt werden soll. Auch ein neues, größeres iPad, eine Neuauflage der Settop-Box Apple TV, der Apple-Fernseher iTV oder eine aktualisierte Version des iPad Mini gelten als unwahrscheinlich. Entsprechende Ankündigungen wird sich Apple voraussichtlich bis Herbst aufsparen, auch wenn vorgezogene Präsentation der genannten Geräte nicht gänzlich ausgeschlossen ist. Passend zur neuen App Healthbook wäre allerdings eine Art Fitness-Armband oder gar die iWatch. Was Apple auf der WWDC an Hardware tatsächlich vorstellt, das wird sich aber wohl erst ab 19 Uhr deutscher Zeit zeigen.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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