Samsung Smart-TVs mit Tizen OS kommen sehr bald auf den Markt

Auf der Tizen Developer Conference hat Samsung einen erste Smart-TV mit Tizen OS angekündigt. Daneben wurde die Tizen CloudBox vorgestellt, die als zentrale Sammelstelle für die Cloud-Inhalte eines Nutzers dienen soll.

Mit dem Samsung Z hat Samsung erst kürzlich sein erstes kommerzielles Smartphone mit Tizen OS vorgestellt. Mit dem quelloffenen Betriebssystem hat Samsung allerdings weit mehr vor, als es nur auf Mobiltelefonen einzusetzen, wie Samsung-CEO J.K. Shin schon im vergangenen Jahr ankündigte. Anfang Mai kursierten bereits die Gerüchte im Netz, dass der südkoreanische Elektronik-Konzern TV-Geräte mit Tizen OS bald herausbringen könnte. Auf der Tizen Developer Conference in San Francisco hat Samsung nun einen ersten Smart-TV mit Tizen vorgestellt und angekündigt, dass Modelle „sehr bald auf den Markt kommen werden“. Co-CEO BK Yoon hatte Tizen-basierte Fernseher auch schon letztes Jahr für 2014 angekündigt.

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Auf der Tizen Developer Conference hat Samsung einen erste Smart-TV mit Tizen OS angekündigt (Bild: CNET.com).

Der vorgeführte Tizen-Fernsehers ist noch ein Prototyp und hat eine Bildschirm-Diagonale von 65 Zoll. Wie mit Samsungs bisherigen Smart-TVs können Anwender mit Tizen im Internet surfen, Fotos und Videos betrachten, Musik hören oder Livestreams anschauen. Auch Apps lassen sich herunterladen und installieren. Allerdings sind aktuell kaum Awendungen für die TV-Software erhältlich. Die Bedienung funktioniert offenbar nur mit der Fernbedienung oder einer Funktastatur. Gesten- oder Sprachsteuerung wird derzeit offenbar noch nicht unterstützt.

Neben dem Tizen-Smart-TV hat Samsung auf der Konferenz Tizen CloudBox vorgestellt, das als zentrale Sammelstelle für alle Cloud-Inhalte eines Nutzers dienen soll. Dort hinterlegte Dateien werden in einem einzelnen Ordner angezeigt. So können Nutzer etwa ihre bei Dropbox, Box, SugarSync, Google Drive, OneDrive oder Amazon gespeicherten Daten öffnen, ohne eine separate App für jeden Dienst zu starten. Samsung hat die Funktion unter Verwendung verfügbarer APIs der verschiedenen Services realisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Apples iCloud unterstützt wird, ist daher eher gering. Tizen CloudBox soll “in Kürze” als Open-Source-Projekt veröffentlicht werden. Aktuell liegt es nur als Prototyp vor. Einen Preisvergleich zwischen den Cloud-Speichern von Google, Amazon, Apple & Co. hält folgender Artikel bereit.

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Neben dem Tizen-Fernseher hat Samsung Tizen CloudBox vorgestellt, das als zentrale Sammelstelle für die Cloud-Inhalte eines Nutzers dienen soll (Bild: CNET.com).

Darüber hinaus in San Francisco zu sehen waren zwei Kameras mit Tizen OS. Sie unterstützen allerdings keine Tizen-Apps, sondern nutzen lediglich das Betriebssystem als grundlegende Software. Vorteile sind laut Samsung eine hohe Leistung und lange Akkulaufzeit. Inzwischen bietet der Hersteller vier Kamera-Modelle mit Tizen an: NX300, NX300m, NX2000 und NX30.

Laut Samsung lag die Zahl der Registrierungen für die Tizen Developers Conference 35 Prozent über den Erwartungen. Mehr als 1400 Entwickler besuchten die von Intel und Samsung ausgerichtete Konferenz und erhielten zum Dank einen Mini-PC sowie eine Gear 2. Im Rahmen eines Entwicklerwettbewerbs lobten die Veranstalter ein Preisgeld in Höhe von 200.000 Dollar für die besten Tizen-Apps für Smartphone und Smartwatch aus.

Samsung und andere Tizen-Unterstützer erhoffen sich von dem alternativen Betriebssystem, dass es sich zu einem ernsthaften Konkurrenten für Android entwickelt und man so Googles strengen Auflagen entgehen kann. Die Markteinführung von Tizen-Smartphones hatte sich in der Vergangenheit mehrfach verzögert, nicht nur aufgrund von Problemen mit Hardware und Software, sondern auch wegen mangelnder Unterstützung durch Carrier und App-Entwickler. So erfolgt der Marktstart des ersten Tizen-Smartphones etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Doch nicht nur Samsung will Fernseher mit einem vollständigen Betriebssystem ausstatten. LG setzt in seinen Smart-TVs WebOS ein, das es von Hewlett-Packard übernommen hat. Nach eigenen Angaben hat es seit dem Start im März mehr als eine Million Geräte verkauft und erwartet bis zur ersten Jahreshälfte 2015 einen Anstieg auf zehn Millionen. Googles Android-basiertes Google TV als Betriebssystem für internetfähige Fernseher war hingegen ein Flop. Stattdessen setzt der Konzern jetzt auf seinen Streaming-Stick Chromecast. Auch Apple soll an einem eigenen Fernseher arbeiten, der seine Settop-Box Apple TV ergänzt. Eddy Cue, Chef von Apples Abteilung Internet Software und Services, sagte jedoch vergangene Woche, “TV ist ein schwer lösbares Problem”.

Samsung demonstrierte in San Franciso auch das Zusammenspiel seines neuen Tizen-Smartphones Samsung Z und der Smartwatch Gear 2 mit dem Tizen-basierten Fernseher. Ein Nutzer der Fitness-Tracker-App S Health kann beispielsweise Daten von der Gear 2 an das Smartphone oder den Fernseher senden, um sie dort auf dem größeren Bildschirm auszuwerten.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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