Musik-Streaming-Dienst Amazon Prime Music offiziell gestartet

Amazons Musik-Streaming-Dienst Prime Musik bietet eine Auswahl von über einer Million Musikstücken. Für US-amerikanische Prime-Kunden steht das Angebot ab sofort zur Verfügung. In Deutschland ist der Dienst noch nicht gestartet.

Amazon hat mit Prime Music wie erwartet ein eigenes Musik-Streaming-Angebot gestartet und macht in den USA dem künftig zu Apple gehörenden Beats Music oder Spotify Konkurrenz. Prime Music bietet mehr als eine Million Musikstücke, die Amazon-Prime-Kunden ab sofort ohne zeitliche Begrenzung und Werbeeinblendungen anhören können. Für deutsche Amazon-Kunden hat das Online-Versandhaus den Streaming-Dienst noch nicht freigegeben.

Musik-Streaming-Dienst Amazon Prime Music offiziell gestartet

Amazons Musik-Streaming-Dienst Prime Musik bietet eine Auswahl von über einer Million Musikstücken. Für US-amerikanische Prime-Kunden steht das Angebot ab sofort zur Verfügung. In Deutschland ist der Dienst noch nicht gestartet (Screenshot: ZDNet.de).

Der Amazon-Katalog umfasst allerdings nur Songs von zwei der drei großen Plattenfirmen, Sony Music Entertainment und Warner Music Group, sowie mehrerer unabhängiger Labels. Lieder der weltgrößten Musikfirma Universal sind nicht vertreten. Darüber hinaus ist es Amazon nicht erlaubt, alle neuen Hits sofort anzubieten. Nutzer müssen mit einer Wartezeit rechnen, die aber maximal sechs Monate betragen soll.

Demnach kann Amazons Streaming-Dienst mit anderen Angeboten wie Spotify oder dem von Apple übernommenen Beats Music in Sachen Umfang nicht ganz konkurrieren. Die Auswahl ist mit jeweils mehr als 20 Millionen Songs hier um Längen größer. Ähnlich verhält es sich auch bei Amazons Video-Streaming-Dienst Prime Video, der seit dem 26. Februar auch in Deutschland nutzbar ist. Das Angebot umfasst wie bei Prime Musik nur eine seitens der Labels beschränkte Auswahl an Filmen und Serien.

Amazon zufolge fällt die kleine Auswahl aber nicht ins Gewicht. “Viele dieser Dienste bieten mehr Musik, als die Leute jemals hören werden”, wiegelt Amazons Vice President of Worlwide Digital Music Steve Boom ab. “Die Leute zahlen für jede Menge Musik, die sie niemals anhören werden.” Die Zahl der Songs in einem Katalog sei Augenwischerei, so Boom. Von den knapp 30 Millionen Titeln in Amazons Musik-Download-Angebot sei ein “erheblicher” Teil niemals heruntergeladen worden.

Prime-Music-Nutzer können auf hunderte, von Musikexperten zusammengestellte Wiedergabelisten zugreifen, die nach Künstler (“Pinks Top Songs”), Genre (“50 Great R&B Slow Jams”), Stimmung (“Pop to Make You Feel Better”) oder Aktivität (“Rock for Runners”) sortiert sind. Außerdem haben sie die Möglichkeit, eigene Playlists zu erstellen und Titel auf ein Mobilgerät herunterzuladen. Dafür steht die jüngste Amazon-Music-App für iOS und Android zur Verfügung sowie Desktop-Clients für Windows und Mac OS. Für seine Kindle-Fire-HD-Geräte verteilt Amazon das Update automatisch Over-the-Air.

Aufgrund der Einschränkungen seines Musikangebots erscheint es fraglich, ob Amazon allein damit wie erhofft neue Prime-Mitglieder gewinnen kann. Der große Vorteil des Onlinehändlers ist jedoch das Paket aus unterschiedlichen Diensten und Angeboten, das es Abonnenten zu einem relativ günstigen Jahrespreis von 99 Dollar bietet. Beats Music berechnet für eine Jahresmitgliedschaft beispielsweise denselben Preis, aber eben nur für Musikstreaming.

Musik ist im Prime-Portfolio somit das süße Sahnehäubchen auf dem großen Kuchenstück, zu dem bereits Filme und TV-Shows über Instant-Video, eBooks aus der eigenen Bücherei für die beliebten Kindle-Reader und die kostenlose Lieferung am nächsten Tag zählen – das übrigens mit neun Jahren dienstälteste Prime-Feature. Amazon hat so inzwischen über 20 Millionen Prime-Mitglieder rekrutiert.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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