Kopfhörer-Veredler Beyerdynamic A 200 p im Test

Der A 200 p ist ein Kombigerät, das aus einen Wolfson-DAC, der eine Samplerate von 96 khz bei 24 Bit unterstützt und einem Verstärker mit einer Ausgangsleistung von 1,7 Vrms. Er ist für den mobilen Einsatz vorgesehen und richtet sich an Musikliebhaber, die auch unterwegs keine Kompromisse in Sachen Audio-Wiedergabequalität machen wollen.

Mit dem Kopfhörer-Veredler A 200 p richtet sich der deutsche Soundspezialist Beyerdynamic an Musikliebhaber, die auch unterwegs in Sachen Musikgenuss Wert auf möglichst hohe Qualität legen. Der A 200 p besteht aus einem Digital-Analog-Wandler (DAC) von Wolfson und einer Verstärkereinheit. Angeschlossen wird das Gerät an der Micro-USB-(Android) oder Lightning-Buchse (iOS) des Smartphones. Beide Anschlusskabel sind im Lieferumfang enthalten. Das Gerät lässt sich auch an einen PC/Mac anschließen. Aufladen lässt es sich mit dem mitgelieferten USB-Kabel an jedem Standard-USB-Netztteil. Leider ist die Anschlussbuchse nicht mit denen von Android-Smartphones kompatibel, sodass man es auf Reisen nicht vergessen sollte.

Der im A 200 p integrierte DAC WM8740 des schottischen Herstellers Wolfson genießt in Fachkreisen einen guten Ruf. Er sorgt für eine Abtastfrequenz von 96 kHz bei 24 Bit. Dass die Firma bekannt für hochwertige Audiokomponenten ist, hat sich auch bei der Konkurrenz rumgesprochen. Ende April gab Cyrrus Logic bekannt Wolfson übernehmen zu wollen. Und auch einige Smartphone-Hersteller setzen auf Produkt eder Schotten.

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Der integrierte Verstärker bietet eine maximale Ausgangsleistung von 1,7 Vrms und eine Ausgangsimpedanz von 1,1 Ohm und ist damit auch für den Anschluss von niederohmigen Kopfhörern geeignet. Den Frequenzbereich gibt der Hersteller mit 20 Hz bis 20 kHz an. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku bietet eine Kapazität von 1100 mAh (4,1 Wh, 3,7 Volt), was laut Hersteller für eine Betriebsdauer von 11 Stunden reichen soll.

Im Lieferumfang des 51 Gramm leichten Geräts befindet sich ein Lederetui mit dem man den A 200 p am Gürtel tragen kann.  Mit einem runden Regler aus Aluminium, der fast die gesamte Gehäuseoberseite abdeckt, lässt sich die Lautstärke digital in 135 Stufen sehr fein einstellen. Die EU-Variante verfügt über eine integrierte softwaregesteuerte Lautstärkebegrenzung gemäß EN 50332-2, um Gehörschäden auch bei längerem Hören zu vermeiden. In diesem Modus beträgt die Ausgangsleistung 150 mVrms. Sie lässt sich aber relativ einfach deaktivieren, sodass die volle Ausgangsleistung zur Verfügung steht. Mit einer Verriegelungsfunktion des Ein-/Ausschalters kann die gewählte Lautstärke fixiert werden.

Der Beyerdynamic A 200 p sorgt für besseren Klang und höhere Lautstärke (Bild: CNET.de)

Der Beyerdynamic A 200 p sorgt für besseren Klang und höhere Lautstärke (Bild: CNET.de)

Kompatibilität

Der A 200 p ist standardmäßig zu aktuellen Apple-Geräten mit iOS 7 kompatibel. Der Betrieb mit einem iPad der vierten Generation und iOS 6 misslang im Test. Ältere iOS-Geräte mit 30-poligem Anschluss sind prinzipiell auch in der Lage mit dem A 200 p zusammezuarbeiten. Allerdings fehlt ein entsprechendes Anschlusskabel im Lieferumfang. Immerhin ist dieses unter  der Artikelnummer 920347 optional erhältlich.

Die Kompatbilitätsliste führt nur wenige Android-Geräte, darunter das LG G2. Wer allerdings eine Custom Rom wie OmniROM verwendet, wird mit dem Anschluss des A 200 p keinen Erfolg haben, das die Firmware die Ausgabe von Audiodaten über den USB-Anschluss nicht unterstützt. Neben der in der von Beyerdynamic veröffentlichten Kompatibilitätsliste funktioniert der A 200 p im CNET-Test mit dem Sony Xperia Z2, den HTC-Geräten Desire 816, Desire 610 und One M8 und den LG-Smartphones G2 und G3, die zum Testzeitpunkt mit Android 4.4.2 ausgestattet waren. Auch an einem mit CyanogenMod betriebenem Xperia Z2 funktioniert das Gerät. Mit dem Nexus 5 und dem Nexus 4 arbeitet der A 200 p hingegen nicht zusammen. Man kann daher jedem Android-Anwender nur raten, zunächst das Gerät in einem Fachgeschäft auszuprobieren.

Mit dem Sony Xperia Z2 kann man den internen DAC des Smartphones verwenden, sodass der A 200 p lediglich als Verstärker fungiert (Screenshot: CNET.de)

Mit dem Sony Xperia Z2 kann man den internen DAC des Smartphones verwenden, sodass der A 200 p lediglich als Verstärker fungiert (Screenshot: CNET.de)

Hörtest

Ein Hörtest ist vor dem Kauf des mit 299 Euro nicht gerade günstigen A 200 p sicher ebenfalls sinnvoll. Zudem sollte man nicht erwarten, dass das Gerät aus den minderwertigen Kopfhörern, die die Smartphone-Hersteller ihren Geräten beilegen, eine Konzertsaal-Akustik herausholt. Auch ist das Audiodatenformat für die spätere Wiedergabequalität entscheidend. Wer MP3-Dateien mit einer geringen Datenrate wie 128 KBit/s abspielt wird mit dem A 200 p selbst mit einem hochwertigen Kopfhörer keine Freude haben. Wenn schon MP3-Dateien gehört werden, dann sollten sie in der höchsten Qualitätsstufe von 320 KBit/s vorliegen. Noch bessser ist es allerdings, wenn man den A 200 p mit unkomprimierten High-End-Audiodateien füttert. Diese sind etwa bei HDTracks oder HIGHRESAUDIO erhältlich und bieten eine Qualität, die den Fähigkeiten des integrierten Wolfson-DACs im A 200 p entspricht.

Der Qualitätsunterschied bei der Wiedergabe von Musik ist mit dem iPhone mit und ohne A 200 p selbst mit MP3-Dateien hörbar. Es klingt so, als würde man einen Vorhang zum Konzertsaal öffnen, der Details in jeder Tonlage freigibt. Bässe, Mitten und Höhen wirken präsenter und ausdifferenzierter. Zumindest stellt sich dieser Eindruck mit den für den Test verwendeten In-Ear-Kopfhörern DX 160 ie von Beyerdynamic ein. Auch mit den iPhone-Kopfhörern bemerkt man einen Qualitätsunterschied, doch fällt dieser längst nicht so groß aus.

Noch gravierender ist der Leistungsunterschied, wenn man statt MP3s unkomprimierten Audiodaten abspielt. Neben Download-Angeboten gibt es inzwischen auch einige Streamingdienste, die qualitativ höherwertige Datenformate unterstützen.

Mit Smartphones wie den Android-Modellen Sony Xperia Z2, LG G2 und G3 und HTC One, die bereits über einen hochwertigen DAC verfügen, der ähnliche respektive bessere Leistungscharakteristika (192 kHz Abtastrate bei 24 Bit) wie der im A 200 p verwendete Wolfson-DAC aufweist, ist der Unterschied in klanglicher Hinsicht nicht so groß. Was bleibt ist allerdings der enorme Gewinn an zusätzlicher Lautstärke, die sich besonders beim Hören von klassischer Musik positiv bemerkbar macht. Aufgrund der großen Dynamik enthalten klassische Musikstücke sehr leise Passagen, die in der Praxis durch Umgebungsgeräusche überlagert werden können. Mit dem A 200 p lässt sich die Lautstärke so einstellen, dass dies nicht passiert.

Fazit

In Verbindung mit einem qualitativ hochwertigen Kopfhörer verwandelt der A 200 p das iPhone in einen High-End-Audio-Player, der Musik-Enthusiasten auch unterwegs zufriedenstellen kann. Allerdings sollten Musikdateien in einem hochwertigen Format vorliegen. Bei Smartphones mit einem Digital-Analog-Wandler, der über ähnliche Eigenschaften wie der im A 200 P verbaute Wolfson WM8740 verfügt, sind in klanglicher Hinsicht keine großen Leistungssteigerungen wahrnehmbar. Immerhin kann das Gerät in diesem Fall immerhin noch seine Verstärkerleistung in die Waagschale werden.

Alternativ kommt für Hi-Fi-Enthusiasten für den mobilen Einsatz die Anschaffung eines hochwertigen Audio-Players in Frage. Dass das Abspielen von hochaufgelöster Musik keine Spinnerei von ein paar Musikliebhabern ist, zeigt auch die Kickstarter-Kampagne von Neil Young, der für seinen Pono-Player in Rekordzeit 6,2 Millionen Dollar eingesammelt hat.

 

Beyerdynamic A 200 p: Klangveredler mit leistungsfähigem DAC von und Verstärkereinheit (Bild: Beyerdynamic)

Kai Schmerer
Autor: Kai Schmerer
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