Google I/O: Protestler unterbrechen Googles Keynote

Googles Eröffnungs-Keynote der Google I/O wurde gleich zweimal von Protesten gestört. Unter anderem beschuldigte ein Mann Google, “totalitäre Maschinen zu bauen, die Menschen töten“. Google nahm es jedoch mit Humor.

Android One war eine der unerwarteten Ankündigungen, die Google während seiner Keynote auf der Google I/O vor den rund 6000 Teilnehmern machte. Allerdings gab es auch für die Google-Mitarbeiter, die auf der Bühne die Produktneuheiten präsentierten, eine Überraschung. Zwei Protestler störten plötzlich Googles Eröffnungskonferenz und mussten aus dem Haus geleitet werden, bevor es in Ruhe weitergehen konnte. Allerdings nahmen es die Google-Angestellten mit Humor.

Google I/O: Protestler unterbrechen Googles Keynote

Googles Eröffnungs-Keynote der Google I/O wurde gleich zweimal von Protesten unterbrochen. Unter anderem beschuldigte ein Mann Google, “totalitäre Roboter zu bauen, die Menschen töten“. Google nahm es jedoch mit Humor (Bild: CNET.com).

Kurz nach einer Videopräsentation über Informatikkurse für Schüler störte ein Mann Ende 20 lautstark den Vortrag von Urs Hölzle über Googles Cloud-Plattform und wies darauf hin, dass Google “totalitäre Maschinen baut, die Menschen töten.” Hölzle war kurz irritiert, führte seine Vortrag jedoch fort. Der Vortragende, Greg DeMichillie vom Cloud-Platform-Team, sagte: “Das ist so ziemlich die friedlichste Anwendung, die ich entwickeln kann.”

Eine Stunde zuvor wurde schon Dave Burke von einer nicht identifizierten Frau gestört, die Anschuldigungen gegen Joe Halprin aus der Rechtsabteilung erhob. Dieser soll sie und andere Mieter aus einem Mietshaus ausgewiesen haben, dessen Eigentümer er ist. Halprin habe stillende Mütter auf die Straße gesetzt, lautete ihr Vorwurf. “Google, du musst ein Gewissen entwickeln!” rief die Frau, während Burke gerade versuchte, über Leistungsverbesserungen der neuen Laufzeitumgebung von Android zu sprechen.

Burke bemühte sich anfangs, seinen Vortrag einfach fortzusetzen, musste ihn dann aber doch unterbrechen und abwarten, bis die Frau aus dem Saal eskortiert worden war. Anschließend versprach er, dass die lange Akkulaufzeit von Android L “selbst für lange Proteste” ausreiche.

Womöglich meinte die Frau einen Zwischenfall vom Februar. Der Blog Mission Local aus San Franciso berichtete damals über eine Mutter eines Kleinkinds und sechs andere Mieter, denen die Wohnungen in einem Haus Halprins gekündigt wurden.

Ein Sprecher von Google informierte später, beide Protestierenden seien zwar aus dem Haus geleitet, aber nicht verhaftet worden. Recode berichtet über weitere geplante Proteste.

Eine Relation der Zwischenfälle zu Protesten gegen die “Datenkrake” Google lässt sich schwerlich konstruieren. Vielmehr scheinen sie Ausdruck eines Konflikts zwischen Angestellten der IT-Branche und technikfern Beschäftigten in der kalifornischen Bay Area rund um San Francisco zu sein. Proteste gibt es beispielsweise auch gegen die zahlreichen Shuttlebusse, die Angestellte von Technikfirmen täglich aus der Stadt auf den Firmencampus und zurück bringen.

Offensichtlich hat Google die entsprechenden Stellen aus der Aufzeichnung der Keynote herausgeschnitten. In folgendem Youtube-Clip sind Burkes Reaktion und der später erfolgte Protest während Hölzles Auftritt aber noch zu sehen.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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