Android L: Developer Preview auf dem Nexus 5 und 7 installieren

Google hat die Developer Preview von Android L für das Nexus 5 und Nexus 7 freigegeben. Folgender Artikel erklärt, wie die System-Images installiert werden. Benötigt werden die USB-Treiber von Google sowie die ADB-Tools.

Mit Android L hat Google auf seiner Entwicklermesse Google I/O die nächste Android-Version vorgestellt. Herauskommen wird der Nachfolger von Android 4.4 KitKat aber erst im Herbst. Wer allerdings schon jetzt einen Blick auf die neue Oberfläche namens Material Design, das überarbeitete Benachrichtigungssystem und einige weitere Neuheiten von Android L werfen will, der kann sich schon jetzt die Developer Preview installieren. Google stellt sie seit gestern auf seiner Entwicklerwebseite für Nexus 5 und Nexus 7 WiFi 2013 zur Verfügung.

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Google hat die Developer Preview von Android L für das Nexus 5 und Nexus 7 freigeben. Folgender Artikel erklärt, wie die System-Images installiert werden. Benötigt werden die USB-Treiber von Google sowie die ADB-Tools (Bild: CNET.com).

Zu beachten ist, dass die Preview-Build kein Stable-Release ist und noch zahlreiche Bugs enthalten kann. Für den alltäglichen Betrieb ist sie im Grunde nicht zu empfehlen, da noch nicht alle Apps – beispielsweise Dropbox – unter Android L funktionieren. Der Installationsprozess ist ebenfalls nicht ganz einfach – zumindest für Nutzer, die nicht mit den ADB-Tools und dem Flashen von Images vertraut sind. Mit der richtigen Anleitung ist es aber auch ohne Vorkenntnisse hinzubekommen.

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Die System-Images von Android L stehen auf Google Webseite zum Download bereit (Screenshot: CNET.de).

Zum Entpacken der System-Images im TGZ-Format wird das Tool 7-Zip oder ein anderes Packer-Tool benötigt, das TGZ und TAR unterstützt. Es ist für 32-Bit-Rechner beziehungsweise 64-Bit-Systeme mit Windows als OS über das ZDNet.de-Downloadportal erhältlich.

Bevor Nexus-Besitzer mit der Installation der Android-L-Preview beginnen, sollten sie wie üblich ein Backup aller Daten auf ihrem Smartphone oder Tablet anfertigen, da bei der Installation durch die Entsperrung des Bootloaders sämtliche Daten verloren gehen. Anwender, die die in Android enthaltene Funktion “Meine Daten sichern” (Einstellungen – Sichern & zurücksetzen) sowie die Synchronisation aktiviert haben, können damit ihr Gerät schnell wiederherstellen. Allerdings betrifft das nur Apps, App-Daten, WLAN-Passwörter und andere Einstellungen. Nicht davon betroffen sind persönliche Daten wie Fotos, Downloads, SMS und andere. Diese sollten zuvor gesichert werden.

Ein Tool zum Anfertigen einer Sicherung des Smartphones ist Holo Backup. Es benötigt kein Root-Zugriff, da es die in Android integrierte Backup-Funktion verwendet. Die Voraussetzungen sind Android 4.0 sowie die Googles USB-Treiber und die ADB-Tools. Was zu tun ist, wird weiter unten erklärt. Je nach der Größe der zu sichernden Datenmenge kann das Backup eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Sicherung von rund 7 GByte dauerte im Test etwa 15 bis 20 Minuten.

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N-Cry-Toolkit (Screenshot: CNET.de)

Für die Installation der Developer Preview (und auch die Sicherung mit Holo Backup) werden die aktuellsten ADB-USB-Teiber von Google sowie die ADB-Tools samt Fastboot benötigt, die in den SDK-Tools enthalten sind. Ein praktisches Tool, das die manuelle Installation dieser Komponenten übernimmt, ist das N-Cry Toolkit für Windows 7 und Windows 8. Damit das N-Cry Toolkit funktioniert müssen zuvor allerdings die ADB-Treiber manuell installiert werden. Hier geht’s zum Download. Eine Installationsanleitung hält Google bereit. Windows-8-Nutzer müssen zusätzliche Schritte durchführen um N-Cry zu installieren. Nähere Details sowie eine ausführliche Beschreibung finden sich an folgender Stelle.

Damit das Nexus nun vom Rechner erkannt wird, muss der USB-Debugmodus aktiviert werden. Diese Funktion befindet sich unter Einstellungen – Entwickleroptionen, die allerdings erst sichtbar sind, wenn zuvor sieben Mal auf die Build-Nummer (Einstellungen – Über das Telefon) geklickt wurde. Zudem muss unter Einstellungen – Speicher die USB-Verbindung (Klick auf drei Punkte rechts oben) auf Kamera (PTP) eingestellt werden. Der USB-Debug-Modus muss außerdem autorisiert werden. Hierfür erscheint ein entsprechender Hinweis auf dem Gerät.

Das Gerät ist nun soweit vorbereitet, dass eine Sicherung mit Holo Backup sowie die Installation von Android L erfolgen kann. Nach dem das Backup abgeschlossen ist, startet man das N-Cry-Toolkit. Damit lässt sich überprüfen, ob sich das Nexus auch ansteuern lässt und in welchem Modus es sich befindet. Nun startet man die Eingabeaufforderung (cmd.exe).

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Ohne einen entsperrten Bootloader klappt die Installation nicht (Screenshot: CNET.de).

Bevor es nun endgültig mit dem Flashen der Android-L-Preview losgehen kann, muss noch der Bootloader entsperrt werden (sofern er es nicht schon ist), da das Script Flash.bat, das Google mit den Systembildern von Android L mitliefert, diesen Schritt nicht von selbst durchführt. Hierfür startet man das Nexus zunächst über das N-Cry-Tool Fastboot-Modus. Zum Entsperren des Bootloaders geben Nexus-Besitzer den Befehl „fastboot oem unlock“ in die Kommandozeile ein. Wurde der Bootloader erfolgreich entsperrt, navigiert man in das Verzeichnis, in dem die Android L Preview beziehungsweise die heruntergeladene und vollständig entpackte TGZ-Datei (TAR-Datei) gespeichert ist und startet den Installationsvorgang mit dem Befehl „flash-all“.

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Nach dem Ausführen des Befehls „flash-all.bat“ dauert es nicht lange, bis Android L installiert ist (Screenshot: CNET.de).

Bis die Installation abgeschlossen ist, dauert es einige Minuten. Danach startet das Gerät neu und Android L ist einsatzfähig. Über die Neuerungen von Android L informiert folgender Artikel, allerdings sind noch nicht alle von Google angekündigten Features in der Vorschau enthalten.

Um wieder auf Android 4.4.4 KitKat zu wechseln, geht man nach dem gleichen Prinzip vor. Die Factory Images für das Nexus 5 und Nexus 7 hält Google auf folgender Webseite bereit. Danach kann die zuvor mit Holo Backup oder einem anderen Tool erstellte Sicherungskopie eingespielt werden. Dann sollte sich das Nexus-Gerät wieder auf dem letzten Stand befinden. Über die Kommandozeile können Nexus-Besitzer mit dem Befehl „fastboot oem lock“ den Bootloader übrigens wieder sperren.

[Update: 18:34]

Die Wiederherstellung der rund 7 GByte großen Sicherungskopie, die wir mit dem Tool Holo Backup erstellt haben, hat bei uns nur teilweise funktioniert – oder dauert sehr lange. Es empfiehlt sich daher, auf ein anderes Backup-Tool zu setzten, um die Daten des Gerätes zu sichern.

 

Autor: Christian Schartel
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