Android L und Android 4.4.4 im Benchmark-Test

Der Wechsel von Dalvik-VM auf ART soll unter Android L eine Leistungssteigerung gegenüber Android KitKat bewirken. In der Developer Preview der neuen Android-Version macht sich auf einem Nexus 5 noch kein Geschwindigkeitsunterschied bemerkbar.

Mit der letzte Woche auf der Google I/O vorgestellten Betriebssystemversion Android L führt Google nicht nur das neue Material Design und erweitere Benachrichtigungen ein, sondern verspricht auch eine gesteigerte Performance des OS.

Android L und Android 4.4.4 im Benchmark-Test

Der Wechsel von Dalvik-VM auf ART soll unter Android L eine Leistungssteigerung gegenüber Android KitKat bewirken. In der Developer Preview der neuen Android-Version macht sich noch kein Geschwindigkeitsunterschied bemerkbar (Bild: CNET.com).

In der nächsten Version wird die mit Android 4.4 KitKat experimentell eingeführte Runtime-Umgebung (ART) die bisher standardmäßig zum Einsatz kommende Dalvik-VM ablösen. Der Wechsel soll für eine nahezu verdoppelte Leistung von Apps sorgen. Entwickler sollen keine Änderungen an ihren Apps durchführen müssen, um sie zu ART kompatibel zu machen. “Ihr gesamter App-Code erhält die Performance umsonst”, so Google während seiner Keynote.

Zudem soll sich mit Android L auch die Grafikleistung des OS stark verbessern. Das ganze nennt Google Android Extension Pack (AEP). Der erste Prozessor, der die neuen Möglichkeiten ausschöpfen kann, ist allerdings erst Nvidias Tegra K1. Das Nexus 5 ist mit Qualcomms Snapdragon 800 ausgestattet.

Während seiner Keynote hielt Google auch eine Reihe von Benchmark-Tests bereit, die der ART-Umgebung auf einem Nexus 5 eine deutlich bessere Leistung bescheinigten. In der Developer Preview des L-Release macht sich eine Performancesteigerung aktuell noch nicht bemerkbar. In den drei durchgeführten Benchmark-Tests schneidet Android L samt ART sogar meist schlechter ab, als die derzeit aktuellste OS-Version Android 4.4.4 samt Dalvik-VM.

Im AnTuTu-Benchmark, der unter anderem CPU-, RAM- und Grafikleistung ermittelt, kommt das Nexus 5 unter der Entwicklervorschau von Android L auf 20.684 Punkte. Unter 4.4.4 schnitt es mit 22.291 etwas besser ab.

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Im AnTuTu-Bench schneidet die Developer Preview (links) noch schlechter ab als KitKat (rechts) (Screenhost: CNET.de).

Im Bereich Laufzeit kann Android L allerdings schon eine Steigerung verzeichnen.

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Im Bereich „Laufzeit“ macht sich bei Android L (links) eine leicht gesteigerte Leistung bemerkbar (Screenshot: CNET.de).

Ein ähnliches Ergebnis zeichnet sich beim Geekbench-3-Test ab. Hier hängt Android 4.4.4 die Developer Preview deutlich ab. Die neue Version kommt auf 685 beziehungsweise 1723 Punkte in der Single- und Multi-Core-Wertung, KitKat auf einen Score von 826 respektive 2470 Punkte.

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Im Geekbench 3 liegt Android L (links) deutlich hinter der Version 4.4.4 (rechts) zurück (Screenshot: CNET.de).

Im GFX-Bench sind beide Versionen annähernd gleich auf. Android L hat jedoch leicht die Nase vorne. Im Manhatten (Onscreen) kann es KitKat um 2 Frames, im Trex (Onscreen) um 0,4 Frames übertreffen.

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In den Onscreen-Tests des GFX-Bench hat Android L (links) knapp die Nase vor der aktuellen Version 4.4.4 (rechts) (Screenshot: CNET.de).

Die von Google versprochene Performancesteigerung macht sich bei diesen Benchmark-Test in der Developer Preview also noch nicht bemerkbar. Allerdings ist sie auch noch kein Stable-Release und im Grunde nur für Entwickler gedacht. Für den alltäglichen Betrieb ist sie nicht zu empfehlen, da auch noch nicht alle Apps – beispielsweise Dropbox – unter Android L funktionieren. Wer trotzdem schon einen Blick auf die neue Version werfen möchte, der kann Android L auf einem Nexus 5 oder Nexus 7 (WiFi, 2013) ausprobieren. Wie man die Developer Preview des kommenden Google-OS installiert, das erklärt folgender Beitrag.

Autor: Christian Schartel
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