Roaming-Gebühren: Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird ab heute günstiger

Heute treten neue Roaming-Preisobergrenzen in Kraft. Für ein Megabyte Daten dürfen die Provider nur noch maximal 20 statt bisher 45 Cent berechnen, für abgehende Anrufe 19 statt 24 Cent pro Minute. Der Versand einer SMS kostet 5 statt 7 Cent plus Mehrwertsteuer.

Die Deutsche Telekom bietet zum 1. Juli die Auslands-Tarifoption "All Inclusive" an (Bild: Deutsche Telekom).

Die Deutsche Telekom bietet zum 1. Juli die Auslands-Tarifoption „All Inclusive“ an (Bild: Deutsche Telekom).

Für das Roaming in Mobilfunknetzen gelten ab heute neue Preisobergrenzen. Das Telefonieren und SMS-Schreiben sowie die mobile Internetnutzung im EU-Ausland wird somit zum Start der Urlaubssaison zum Teil deutlich günstiger.

Die Preisobergrenze für den Download von Daten hat die EU-Kommission beispielsweise um mehr als die Hälfte gekappt: Während ein Megabyte innerhalb der EU bisher bis zu 45 Cent kosten durfte, liegt das Preislimit jetzt bei maximal 20 Cent – jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Bis Juli 2013 konnten Provider dafür noch bis zu 70 Cent verlangen.

Billiger werden auch Anrufe und SMS: Ein abgehendes Telefonat kostet ab 1. Juli, sprich ab sofort, innerhalb der EU nur noch maximal 19 statt 24 Cent pro Minute. Die Kosten für eingehende Anrufe im EU-Ausland sinken von 7 auf 5 Cent pro Minute. Für den Versand einer Kurznachricht fallen jetzt statt bis zu 8 Cent höchstens noch 6 Cent an. Das entspricht einem Preisrückgang von immerhin 25 Prozent. Der SMS-Empfang bleibt natürlich kostenlos.

Bisherige und künftige Preisobergrenzen auf Endkundenebene (ohne MwSt.)

  bis 1. Juli 2013 seit 1. Juli 2013 ab 1. Juli 2014
Daten (pro Megabyte) 70 Cent 45 Cent 20 Cent
Abgehende Anrufe (pro Minute) 29 Cent 24 Cent 19 Cent
Eingehende Anrufe (pro Minute) 8 Cent 7 Cent 5 Cent
SMS-Versand (pro SMS) 9 Cent 8 Cent 6 Cent

Darüber hinaus steht es europäischen Mobilfunkanbietern ab nun frei, Kunden vor Antritt einer Reise gesonderte Roamingangebote zu unterbreiten. Beispielsweise können sie – falls möglich – erlauben, für Datendienste, etwa den Versand und den Empfang von E-Mails, das Abrufen von Online-Nachrichten oder das Betrachten von Videos, einen lokalen Netzbetreiber im Urlaubsland auszuwählen.

Verbraucher sollten sich vor Reisebeginn bei ihren Mobilfunkanbietern erkundigen, ob es für ihr Urlaubsziel besondere Roaming-Pakete gibt, empfiehlt der Branchenverband Bitkom. „Parallel zur EU-Regulierung haben viele Netzbetreiber eigene, günstige Reisetarife geschaffen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

So bietet etwa die Deutsche Telekom kostenloses LTE-Roaming in sechs europäischen Ländern an. Mit der Auslands-Tarifoption „All Inclusive“ können Vertragskunden mit einer Inlands-Flatrate auch im EU-Ausland zum Festpreis unbegrenzt Telefonieren SMS schreiben und mobil online gehen – ohne zusätzliche Roamingkosten. Einen Überblick über Roaming-Angebote anderer Netzbetreiber und Anbieter gibt ZDNets Schwestersite ITespresso.de in dem Artikel „Roaming-Angebote im Vergleich: Günstig telefonieren und surfen im Urlaub„.

Bis Mitte Dezember 2015 will die EU Roaminggebühren im europäischen Ausland vollständig abschaffen. Das EU-Parlament hat das Vorhaben im April bereits abgesegnet. Jetzt muss nur noch der Ministerrat der EU-Staaten dem Beschluss zustimmen. Nur bei zweckwidriger oder missbräuchlicher Nutzung soll weiter eine Gebühr erhoben werden.

Die Telekommunikationsbranche ist von den EU-Plänen natürlich wenig begeistert. Der Bitkom, in dem IT- und Telekommunikationsunternehmen organisiert sind, warnt: „Eine schnelle, komplette Abschaffung der Roaminggebühren würde das Preisgefüge in der Mobilkommunikation ins Rutschen bringen und die Verbraucher an anderer Stelle zusätzlich belasten.“ Die Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung würden steigen. Die Netzbetreiber seien auf Erlöse aus dem Roaming angewiesen, um die anstehenden Milliardeninvestitionen in den Netzausbau besser stemmen zu können.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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