Blackphone: Auslieferung des spionagefreien Smartphones gestartet

Priorität hat die Abwicklung der Vorbestellungen aus der EU und anschließend aus den USA. Neubestellungen sollen erst wieder ab dem 14. Juli möglich sein. Der Preis für das Blackphone liegt in Deutschland bei knapp 550 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand.

Vorbesteller des auf dem Mobile World Congress Ende Februar vorgestellte Blackphones sollen ihr Gerät in Kürze erhalten, denn das in der Schweiz angesiedelte Projekt Blackphone hat mit der Auslieferung seines gleichnamigen spionagefreien Smartphones begonnen. Zunächst werden Kunden aus der EU und anschließend aus den USA bedient. Neue Bestellungen sind zur Zeit nicht möglich.

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Im Onlineshop von Blackphone wird das 629 Dollar teure Telefon als „ausverkauft“ geführt. Neue Bestellungen will SGP Technologies zum 14. Juli entgegennehmen. Das Unternehmen ist ein Joint Venture des amerikanischen Sicherheitsanbieters Silent Circle und des spanischen Smartphone-Herstellers Geeksphone.

Der Preis von 629 Dollar gilt exklusive der länderabhängigen Mehrwertsteuer und des Versands. Deutsche Kunden zahlen für das Blackphone letztlich 748,51 Dollar, was knapp 550 Euro entspricht. Der Anbieter rechnet vor, dass der Wert einschließlich der enthaltenen Sicherheitslösungen eigentlich über 1500 Dollar betrage.

Käufer des Blackphone können nämlich zwei Jahre lang den anonymen WLAN-Dienst Disconnect mit bis zu 1 GByte monatlich nutzen. Auch 5 GByte Onlinespeicher bei SpiderOak sind enthalten, ebenso wie zwei Jahre Einsatz der Anwendungssuite von Silent Circle – plus dreimal ein Jahr für Freunde, mit denen man sicher kommunizieren möchte.

Das Blackphone besitzt einen 4,7 Zoll großen IPS-Bildschirm mit HD-Auflösung. Angetrieben wird es von Nvidias Tegra-4i-CPU, deren vier Kerne mit 2,3 GHz takten. Neben 1 GByte RAM sind 16 GByte interner Speicher an Bord. Letzterer lässt sich mittels MicroSD-Karte erweitern. Das Smartphone unterstützt LTE, UMTS mit HSPA+ und WLAN nach IEEE 802.11n sowie Bluetooth 4.0. Die rückseitige Kamera mit LED-Blitz löst Bilder mit 8 Megapixeln auf. Sie wird von einem frontseitigen 5-Megapixel-Modell ergänzt. Außerdem gibt es einen GPS-Sensor.

Als Betriebssystem kommt die Android-Fork PrivatOS zum Einsatz, die zahlreiche zusätzliche Sicherheitsfunktionen gegenüber Googles Standard-OS bietet. So ist laut SGP Technologies ein Tracking über WLAN unmöglich, da das Blackphone sich nur gegenüber als vertrauenswürdig eingestuften Hotspots zu erkennen gibt. Jede Internetsuche erfolge anonym. Alle Anwendungen seien gegen Verlust der Privatsphäre gesichert, darunter Anrufe, SMS, Videochat, Browsen und Dateiaustausch.

Die Berechtigungen für Apps lassen sich auf dem Blackphone granular vergeben, wie dies auch einige unabhängige Android-Distributionen leisten – während bei Standard-Android das „Alles oder nichts“-Prinzip gilt. Anders als bei Android ist für Upgrades keine Genehmigung der Netzbetreiber nötig: Blackphone verspricht, es werde häufige Updates direkt vom Anbieter geben. Während das Android-Geschäftsmodell darin bestehe, persönliche Daten für Nutzerverfolgung und Marketing zu sammeln, sei es das Geschäftsmodell von Blackphone, eine Absicherung der Privatsphäre als Premium-Funktion anzubieten.

Blackphone: Wert und Preis

SGP-Technologies-CEO Toby Weir-Jones erklärte zum Marktstart: „In einer Welt, in der Geräte und Apps Funktionen zunehmend nur im Austausch für persönliche oder vertrauliche Daten des Nutzers bieten, zeigt die aufgestaute Nachfrage nach dem Blackphone, dass es eine große internationale Nachfrage nach unseren Geräten und Services gibt, die sich dadurch abgrenzen, dass der Schutz der Privatsphäre über allem steht.“

Geeksphone aus Madrid war über seine Firefox-Smartphones mindestens europaweit hinaus bekannt geworden. Silent Circle mit Sitz in Washington DC ist ein weltweit tätiger Kommunikationsdienstleister, der etwa den sicheren E-Mail-Dienst Silent Mail betrieb, bis die Gründer sich entschlossen, ihn offenbar aufgrund zunehmenden Drucks durch Geheimdienste und andere Behörden einzustellen – fast zeitgleich mit dem von Edward Snowden genutzten ähnlichen Angebot Lavabit.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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