Apple iOS 7.1.2: Untethered Jailbreak klappt auch nach dem Update

Mit dem Untethered Jailbreak für Apple iOS 7.1.1 können ein iPhone 5S, iPad Air, iPad Mini oder iPod Touch auch noch nach dem Update auf iOS 7.1.2 entsperrt werden. Die ausgenutzten Schwachstellen im Kernel von iOS 7 hat Apple nicht behoben.

Der Untethered Jailbreak, den das chinesische Pangu-Team kürzlich auch für Mac OS X und in englischer Sprache veröffentlicht hat, kann auch noch nach dem Update auf Apple iOS 7.1.2 verwendet werden, um ein iPhone, iPad oder einen iPod Touch zu entsperren. Das berichtet die Webseite Redmond Pie, die den Pangu-Jailbreak bereits erfolgreich auf Geräten mit der jüngsten iOS-Version getestet hat.

Apple iOS 7.1.2: Untethered Jailbreak klappt auch nach dem Update

Mit dem Untethered Jailbreak für Apple iOS 7.1.1 können ein iPhone 5S, iPad Air, iPad Mini oder iPod Touch auch noch nach dem Update auf iOS 7.1.2 entsperrt werden. Die ausgenutzten Schwachstellen im Kernel von iOS 7 hat Apple nicht behoben (Bild: Pangu, Screenshot: CNET.de).

Allerdings war dies auch zu erwarten, da es sich bei Apple iOS 7.1.2 um kein großes Update handelt. Es schließt einige Sicherheitslücke und behebt zwei Lockscreen-Bugs von Anfang Mai, die es unter anderem ermöglichten, Kontakte auch ohne die Eingabe des Passworts anzurufen. Von Apple durchgeführte Änderungen am Kernel von iOS, die darauf abzielen, die aktuell verwendeten Schlupflöcher des Jailbreaks zu stopfen, waren daher unwahrscheinlich. Der Jailbreak ist auch erst kurz vor dem Update erschienen, sodass Apple kaum Zeit hatte zu reagieren.

Bei Apple iOS 8 sieht die Situation dann allerdings schon wieder anders aus. Hier stehen die Entwickler der Jailbreaks wie üblich wieder vor Schwierigkeiten, da Apple bis zum Release im Herbst noch Zeit hat, um die nun bekannten Schwachstellen zu beseitigen. Immerhin ist es einem Hacker bereits gelungen, den Pangu-Jailbreak so abzuwandeln, dass er die Beta 2 von iOS 8 auf einem iPod Touch unterstützt.

Laut der Webseite ist der Untethered Jailbreak zu allen Apple-Geräten – darunter dem iPad Air, dem iPad Mini, dem iPod Touch der 5. Generation und dem iPhone 5S – kompatibel. Das Pangu-Team hält das Tool auf der englischsprachigen Webseite zum Download bereit.

Die Installation ist über einen Windows-PC (ab Windows XP) oder Mac-Rechner möglich. Voraussetzung ist die neueste iTunes-Version. Die Entwickler weisen darauf hin, dass der Jailbreak zwar mit den meisten Apple-Geräten erfolgreich getestet wurde, ein Backup der Daten aber trotzdem angelegt werden sollte, um einem möglichen Datenverlust vorzubeugen. Ein ausführliches Tutorial, das allerdings nur in chinesischer Sprache vorliegt, hält das Pangu-Team in seinem Forum bereit. Die Installation des Jailbreaks erfolgt auf eigene Gefahr. Hier geht’s zum Download.

Pangus Release ist nicht unumstritten. Es nutzt einen Kernel-Bug in Apples Mobilbetriebssystem, den der deutsche iOS-Hacker Stefan Esser alias i0n1c schon im Mai entdeckt hatte. Esser wollte den Jailbreak jedoch nicht öffentlich zugänglich machen und ihn nur einer Handvoll Sicherheitsspezialisten zur Verfügung stellen.

Mehreren Tweets des iOS-Hackers Stefan Esser zufolge hatte er die chinesische Hackergruppe über Schwachstellen, die für einen Jailbreak ausgenutzt werden konnten, unterrichtet. Er zeigte sich nicht gerade erfreut darüber, dass das Pangu-Team augenscheinlich einen Jailbreak auf Basis dieser Anfälligkeiten veröffentlichte. Diskussionen dazu finden auch auf Reddit statt. Offenbar nutzen sie aber eine andere Schwachstelle, die i0n1c zwar kannte, aber selbst nicht verwendete, wie er in einem späteren Tweet einräumt. Mit der jüngsten Twitter-Nachricht bezeichnet er den Jailbreak als “Malware aus China”.

Einem Tweet des iOS-Hackers iH8sn0w zufolge, der den Jailbreak offenbar schon näher unter die Lupe genommen hat, enthält er keine Hinweise auf “Spyware” oder anderen “bösartigen Code”. Kritisiert wurde jedoch der chinesische PP25-Store, der Zugang zu raubkopierter Software bietet. Diesen hat das Pangu-Team in der neuen englischsprachigen Version des Tools nun aber standardmäßig deaktiviert.

Durch einen Jailbreak erhalten Anwender neben Apples App-Store auch Zugriff auf den alternativen Marktplatz Cydia. Dort stehen zahlreiche Applikationen bereit, die Apple aus dem offiziellen App-Store verbannt hat. Eine davon ist beispielsweise SBSettings. Mit dem beliebten Programm haben Nutzer die wichtigsten Systemfunktionen schneller zur Hand und müssen sich nicht durch die zahlreichen Untermenüs klicken. Außerdem können sich Apple-Besitzer mit einem gejailbreakten Gerät Anwendungen herunterladen, mit denen sie die Oberfläche von iOS an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. Der Jailbreak kommt zudem der Privatsphäre zu Gute.

Apple warnt allerdings ausdrücklich vor Jailbreaks. Sie könnten verschiedenste Probleme auf den gehackten iOS-Geräten verursachen, darunter Instabilität, Sicherheitsprobleme, Gesprächsabbrüche, unzuverlässige Datenverbindungen und verschlechterte Akkulaufzeiten. Im April wurde ein Schädling namens “Unflod Baby Panda” entdeckt, der es auf Apple iPhones oder iPads mit Jailbreak abgesehen hat und die Apple ID des Anwenders samt zugehörigem Passwort ausliest. Der iPhone-Hersteller vertritt außerdem die Ansicht, dass ein Jailbreak seine Lizenzbedingungen verletzt und gegen den US Digital Millennium Copyright Act verstößt. Er behält sich vor, “Kundendienstleistungen für Geräte zu verweigern, auf denen ungenehmigte Software installiert ist”.

Das US Copyright Office hat indes 2010 entschieden, dass ein Entsperren des iPhone für die Installation beliebiger Software (“Jailbreak”) legal ist. Die Entscheidung fiel im Rahmen eines alle drei Jahre üblichen Revisionsprozesses des Digital Millennium Copyright Act auf Antrag der Electronic Frontier Foundation (EFF). Zudem ist es Nutzern erlaubt, einen sogenannten Unlock zur Aufhebung der Providersperre (SIM-Lock) durchzuführen.

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Autor: Christian Schartel
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