Test: Android Wear auf der LG G Watch ausprobiert

Android Wear ist für Smartwachtes optimiert und zeigt am Handgelenk Benachrichtigungen und zahlreiche weitere Informationen an. Folgender Artikel demonstriert Android Wear auf der LG G Watch und zeigt, was das Google-OS kann.

Android Wear ist Googles speziell für Smartwatches und andere Wearables modifiziertes Mobilbetriebssystem. Vorgestellt hat es der Internetkonzern Ende Juni auf der Entwicklermesse Google I/O. Mit der LG G Watch und der Samsung Gear Live stehen bereits die ersten Geräte im Google Play Store für 199 Euro zum Verkauf, die mit Android Wear laufen. Folgender Artikel samt Bildergalerie zeigt Android auf einer LG G Watch im Detail.

11

Android Wear ist für Smartwachtes optimiert und zeigt am Handgelenk Benachrichtigungen und zahlreiche weitere Informationen an. Folgender Artikel demonstriert Android Wear auf der LG G Watch und zeigt, was das Google-OS kann (Bild: Gizmodo.de).

Android Wear – Einrichtung

Die entsprechende Begleit-App für das Android-Smartphone stellt Google seit gestern über den Play Store bereit. Sie ist nur mit Android 4.3 oder höher kompatibel. Wer noch ein älteres Smartphone mit Android 4.2 Jelly Bean oder früher besitzt, für den sind Android-Wear-Uhren nicht geeignet. Die installierte Android-Version lässt sich über die Geräteeinstellungen unter dem Punkt „Über das Telefon“ in Erfahrung bringen. Google hat auch eine Webseite eingerichtet, auf der Interessierte die Kompatibilität zu Android Wear online testen können.

android_wear_pair

Für das Verbinden der Smartwatch mit dem Smartphone wird die Android-Wear-App benötigt. Sie ist nur zu Android 4.3 oder neuer kompatibel (Screenshot: Gizmodo.de).

Die App dient zum Verbinden beziehungsweise „Pairen“ einer Android-Wear-Watch mit dem Smartphone. Kommuniziert wird via Bluetooth. Ist die App installiert, benötigt es nur wenige Schritte, bis alles eingerichtet ist.

55

Über die Companion-App wird die Android-Wear-Watch zudem konfiguriert (Bild: Gizmodo.de).

Das Smartphone stellt der Uhr dann sozusagen die verschiedenen Apps und Dienste bereit. Ist Google Now beispielsweise nicht auf dem Telefon aktiviert, funktioniert der Sprachassistent auch nicht auf der Smartwatch. Genauso verhält es sich mit anderen Diensten wie der Standortfreigabe, die beispielsweise auch nicht mehr verfügbar sind, wenn dem Smartphone der Akku ausgeht.

Android Wear auf der LG G Watch ausprobiert

Google listet Android-Wear-Apps in einem eigenen Bereich des Play Store auf (Screenshot: CNET.de).

Android Wear – Apps und Dienste

Android-Wear-Apps werden generell auf dem Smartphone installiert. Dabei wird dann auch eine Begleit-App auf der Uhr mitinstalliert. Google stellt bereits kompatible Apps in einem gesonderten Bereich des Play Stores zum Download bereit. Darunter befinden sich etwa der Kartendienst Maps, die Messaging-Anwendung Hangouts sowie Glympse oder das auf der Google-I/O-Keynote gezeigte Pinterest. Eine Wetter-App, eine Englischlernkurs sowie Nachrichten-Apps von Reuters und The Guardian sind ebenfalls schon erhältlich. Die Auswahl ist aber noch überschaubar. Neben diesen sozusagen gespiegelten Applikationen, die auf dem Smartphone laufen, gibt es aber auch Anwendungen, die direkt auf der Uhr laufen wie zum Beispiel der Kompass, die Stoppuhr oder eine Weltzeituhr.

37

Android Wear bringt einen Kompass und eine Weltzeituhr mit (Bild: Gizmodo.de).

Android Wear soll im Allgemeinen schnell und zu jeder Zeit relevante und kontextbezogene Informationen für den Träger am Handgelenk bereithalten. Es zeigt beispielsweise morgens den Wetterbericht an, eintrudelnde Nachrichten oder die Abflugzeit und das zugehörige Gate, bevor der Anwender zum Flughafen aufbricht. Wear-Besitzer werden auch mit Verkehrsinformationen versorgt, über anstehende Termine aus dem Kalender informiert oder über Fitnessdaten auf dem Laufenden gehalten.

(Bild: Gizmodo.de).

Ein Wisch nach links holt weitere Details auf den Schirm – beispielsweise die Wettervorhersage für die nächsten Tage (Bild: Gizmodo.de).

Zudem zeigen die Uhren Benachrichtigungen zu Anrufen, SMS, Chatnachrichten (auch WhatsApp) und E-Mails an. Kurze Ausschnitte der Nachrichten lassen sich direkt auf der Uhr lesen und in der Regel per Sprachsteuerung beantworten – mit WhatsApp klappt dies beispielsweise noch nicht. Ein Wisch nach rechts und ein anschließender Fingertipp öffnet die entsprechende Nachricht am Telefon.

(Bild: Gizmodo.de).

Android Wear benachrichtigt den Träger, wenn E-Mails im Posteingang landen (Bild: Gizmodo.de).

Des Weiteren lassen sich Notizen oder Termine beziehungsweise Erinnerungen per Spracherkennung verfassen, per Sprachsuche nach Informationen suchen, der Musikplayer des Smartphones steuern oder zu einem gewünschten Ziel navigieren. Nutzer können auch den Wecker stellen oder die Stoppuhr respektive einen Timer starten. Darüber hinaus zählen Android-Wear-Smartwatches die Schritte des Trägers. Ist wie bei der Gear Live ein Pulsmesser vorhanden, werden auch diese Daten erfasst.

(Bild: Gizmodo.de).

Erinnerungen lassen sich per Sprachbefehl anlegen (Bild: Gizmodo.de).

Google wird in Android-Wear zudem eine Funktion integrieren, die es Trägern ermöglicht, ein gekoppeltes Smartphone zu entsperren. Die Smartwatch könnte dann beispielsweise auch als Schlüssel für verschiedene andere Android- und Smart-Home-Geräte dienen. Zwei-Faktor-Authentifizierungen sollen ebenfalls möglich sein. Im Test haben wir die Funktion aber noch nicht entdeckt.

(Bild: Gizmodo.de).

Bei der Navigation wird auch ein kleine Karte auf der Uhr eingeblendet (Bild: Gizmodo.de).

Android Wear – Oberfläche & Bedienung

Die Oberfläche basiert auf dem mit Android L neu eingeführten Material Design. Sie ist sowohl für eckige Geräte wie die G Watch als auch für runde Bildschirme wie den der Moto 360 ausgelegt. Das Display ist always-on und zeigt stets die Uhrzeit und das Datum sowie die letzte Benachrichtigung oder Information an. Standardmäßig befindet es sich in einer Art Energiesparmodus, bei dem das Display im Schwarz-Weiß-Betrieb läuft. Ein Fingertipp oder das Anheben des Arms aktiviert die farbliche Darstellung des Displays beziehungsweise den Homescreen der Uhr.

(Bild: Gizmodo.de).

Es stehen verschiedene Designs für die Uhr zur Auswahl (Bild: Gizmodo.de).

Für den Startbildschirm stehen verschiedene Designs zur Auswahl, die über die Einstellungen festgelegt werden können. Auch die Helligkeit lässt sich beispielsweise in drei Stufen regulieren.

(Bild: Gizmodo.de).

In den Einstellungen lässt sich die Helligkeit anpassen (Bild: Gizmodo.de).

Die Informationen werden ähnlich wie bei Google Now mittels Karten dargestellt. Bedient wird das Benutzerinterface dann per Touch-Gesten. Mit einem Fingerwisch scrollt man beispielsweise nach unten. Per Wisch nach rechts lassen sich Karten aus dem Bild streichen. Ein Wisch nach links liefert weitere Details zur der angezeigten Karte oder bietet Interaktionsmöglichkeiten wie das Archivieren, Beantworten oder Öffnen einer E-Mail am Telefon. Die verschiedenen Apps und Funktionen werden dann per Sprachsteuerung bedient werden – beispielsweise das Verfassen einer Notiz. Die Navigation funktioniert nur per Touch.

(Bild: Gizmodo.de).

Diese Anwendungen können per Sprachbefehl bedient werden(Bild: Gizmodo.de).

Die Inhalte von Apps werden immer synchron mit dem Smartphone gehalten. Wird also eine Benachrichtigung auf der Uhr entfernt, verschwindet sie automatisch auch auf dem Mobiltelefon.

LG G Watch – Ausstattung & Leistung

Im Standby-Modus hat die LG G Watch mit dem voll aufgeladenem 400-mAh-Akku rund 10 bis 12 Stunden durchgehalten. Bei häufiger Anwendung verkürzt sich die Laufzeit. Ausführliche Tests stehen allerdings noch an. Geladen wird die Uhr über die mitgelieferte Ladestation, die magnetisch ist. Update: mit der aktualisierten Version der Android-Wear-App hat die LG G Watch deutlich länger durchgehalten. Bei normaler Nutzung hält sie jetzt annähernd 24 Stunden durch, womit sich ein Tag ohne sie aufzuladen gut bewerkstelligen lässt.

Dank der 1,2-GHz-Snapdragon-400-Dual-Core-CPU und 512 MByte RAM läuft Android Wear auch flüssig. Der Speicher ist 4 GByte groß. Mit an Bord sind Bluetooth 4.0 LE, ein Kompass, ein Gyroskop sowie ein Beschleunigungsmesser.

Die LG G Watch misst 37,9 mal 46,5 mal 9,95 Millimeter und wiegt 63 Gramm. Das eckige IPS-LC-Display ist 1,65 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 280 mal 280 Pixel. Das runde Design der Moto 360 finden wir allerdings ansprechender, aber dies natürlich Geschmackssache.

Aus einem größeren Blickwinkel lässt sich das Display nicht immer gut ablesen (besonders bei verringerter Helligkeit und im Sparmodus ohne Farben), da sich zum einen ein Helligkeitsverlust bemerkbar macht und die Anzeige auch merklich spiegelt.

lg-g-watch-android-wear-1

LG G Watch (Bild: CNET.com).

Wie alle Android-Wear-Uhren ist die G Watch nach der IP67-Zertifizierung gegen Staub und Wasser geschützt. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl mit einer Beschichtung aus PVD-Kunststoff. Das Armband ist aus Silikon gefertigt und hat zehn Löcher zum Anpassen der Größe. Das Silikon-Armband trägt aber nicht dazu bei, der Uhr, die immerhin rund 200 Euro kostet, einen wirklich hochwertigen Eindruck zu verleihen.

Ansonsten gibt es an der Smartwatch nichts auszusetzen. Die G Watch ist gut verarbeitet und auch Android Wear macht einen ersten positiven Eindruck – auch wenn es noch Verbesserungsbedarf gibt. Bei Anrufen hat die Uhr beispielsweise nicht direkt auf sich aufmerksam gemacht und auf dem Homescreen auch keine Benachrichtigung über den verpassten Anruf angezeigt. Erst nach dem Aktivieren des Displays und einem Fingerwisch nach unten wurden wir informiert.

Folgende Bilder Galerie demonstriert Android Wear auf der LG G Watch ausführlich in 83 Bildern:

[Mit Material von Matthias Sternkopf, Gizmodo.de]

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Test: Android Wear auf der LG G Watch ausprobiert

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *