LG G3: das QHD-Display des Android-Smartphones im Test

Das Android-Smartphone LG G3 kommt mit einem hochauflösenden QHD-Display und übertrumpft damit die Konkurrenz. Folgender Artikel nimmt es unter die Lupe und klärt, wie groß die Unterschiede zu Full-HD-Bildschirmen sind.

Seit Anfang Juli steht das Android-Smartphone LG G3 offiziell zum Verkauf. Ein Highlight des Gerätes ist neben der 13-Megapixel-Kamera samt Laser-Autofokus das hochauflösende 5,5-Zoll-Display. Es bietet eine QHD-Auflösung und kommt auf eine äußerst hohe Pixeldichte. In Sachen Bildschirmschärfe übertrifft es damit die Full-HD-Anzeigen der Flaggschiffe von SamsungHTC und Sony, obwohl diese über kleinere Diagonalen verfügen. Doch bringt das höher auflösende QHD-Display des LG G3 in der Praxis überhaupt Vorteile und wie groß sind die Unterschiede zu Bildschirmen mit Full-HD-Auflösung? Folgender Artikel nimmt das Display des LG G3 unter die Lupe.

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Das Android-Smartphone LG G3 (Mitte) kommt mit einem hochauflösenden QHD-Display und übertrumpft damit die Konkurrenz von Sony (rechts) und HTC (links). Folgender Artikel nimmt es unter die Lupe und klärt, wie groß die Unterschiede zu Full-HD-Bildschirmen sind (Bild: CNET.de).

Das LG G3 ist wie das Oppo Find 7 mit einem 5,5 Zoll großen IPS-LC-Display mit einer QHD-Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixel und einer Pixeldichte von 538 ppi ausgestattet. (Zum Vergleich: HTC One (M8): 440 ppi, HTC One (M7): 468 ppi, Samsung Galaxy S5: 431 ppi, Samsung Galaxy Note III: 386 ppi, Samsung Galaxy S4: 441 ppi, iPhone 5S: 326 ppi, Nexus 5: 445 ppi,  Oppo Find 7: 534 ppi, OnePlus One: 401 ppi). Damit hat es deutlich mehr Pixel pro Zoll als ein HTC One (M8) oder Sony Xperia Z2. Aber sorgen die zusätzlichen Pixel in der Praxis überhaupt für ein sichtbar schärferes Bild?

Der gesunde Menschenverstand sagt: mehr Pixel resultieren auch in einem schärferen Bild. Das ist auch grundlegend richtig – allerdings nur in einem gewissen Ausmaß. Der Unterschied zwischen einem Smartphone mit einer Display-Auflösung von 480 mal 320 Pixel und einem Gerät mit 720p-Bildschirm ist groß, je höher die Auflösungen werden, desto geringer werden aber auch die sichtbaren Unterschiede. Schon bei Full-HD-Bildschirmen gab es Diskussionen, ob diese überhaupt erforderlich sind – und sie gehen nun bei 1440p-Anzeigen weiter.

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Von links nach rechts: HTC One (M8), LG G3, Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).

Apple argumentiert stets, dass ein Bildschirm mit einer Pixeldichte von 326 ppi ausreichend ist und der Smartphone-Besitzer bei normaler Nutzung – also der Betrachtung aus etwa 30 Zentimeter Entfernung – keine einzelnen Pixel erkennen kann. Das Ganze nennt Apple „Retina-Display“. Das LG G3 bietet mit satten 538 ppi aber gut 65 Prozent mehr Pixel pro Zoll.

Daniel Gleeson, Senior-Analyst bei IHS, ist da schon einer anderen Meinung. Laut einem Bericht unserer amerikanischen Kollegen von CNET.com, in dem er zitiert wird, liegt die maximale Auflösung, die ein gesundes menschliches Auge bei 30 Zentimeter Entfernung sehen kann, bei knapp 466 Pixel pro Zoll. Das G3 läge aber auch über diesen Wert. Und warum verbaut LG dann überhaupt eine derart hochauflösende Anzeige? Aus der Sicht eines Herstellers, ist die Auflösung der Anzeige des Smartphones, das was dem Kunden beim Begutachten verschiedener Geräte in einem Geschäft sofort auffällt. Deswegen war das stetige Verbessern und Hochschrauben der Display-Auflösung auch stets ein Kampf zwischen den verschiedenen Herstellern, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ihre Produkte zu lenken“, so der Gleeson.

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von links nach rechts: HTC One (M8), LG G3, Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).

Der Analyst ist der Auffassung, dass die Hauptvorteile eines sehr hoch auflösenden Smartphone-Displays das Lesen kleiner Texte oder Betrachten detaillierter Bilder sind. Auch LG sieht Vorteile bei der Lesbarkeit von Buchstaben oder der Betrachtung von Bildern, die beispielsweise während dem Arbeiten an Dokumenten oder Surfen im Netz ohne Verzerrungen vergrößert dargestellt werden können.

Doch wie sieht das nun in der Praxis aus? Es lässt sich aus einer Entfernung von knapp 30 Zentimetern mit gutem Willen ein minimaler Unterschied in Sachen Schärfe zwischen einer Full-HD-Anzeige und dem QHD-Display des LG G3 erkennen. Eklatant sind die Unterschiede aber bei Weitem nicht und lassen sich bestenfalls nur beim ganz genauen Hinschauen wahrnehmen – sowohl beim Lesen von Text als auch beim Betrachten von hochauflösenden Fotos – mit oder ohne Zoom. Auch unsere US-Kollegen vertreten zum Großteil die Meinung, dass es zwischen Full-HD-Anzeigen und QHD-Displays in Sachen Schärfe keinen spürbaren Unterschied gibt. Anhand der Bilder kann sich jeder auch selbst ein grobes Bild machen.

LG G3 (Bild: CNET.de).

LG G3 (Bild: CNET.de).

HTC One (M8) (Bild: CNET.de).

HTC One (M8) (Bild: CNET.de).

Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).

Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).

Ist das Display des LG G3 deswegen schlecht? Nein, ganz im Gegenteil. Im Vergleich mit einem HTC One (M8) und einem Sony Xperia Z2 gefällt uns die Anzeige des LG G3 insgesamt am besten. Das liegt allerdings nicht daran, dass sie schärfer wäre, sondern an einer natürlichen und satten Farbdarstellung mit sehr guten Schwarz- und Weißwerten. Die Helligkeit des Bildschirms überzeugt allerdings nicht auf voller Linie. Performance- und Akku-Test bereit. Wie sich die 13-Megapixel-Laser-Fokus-Kamera des LG G3 schlägt, das verrät folgender Kamera-Test.

[Mit Material von Andrew Hoyle, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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