Moto G und Moto X: Motorola droht Verkaufsstopp in Deutschland

Aufgrund einer Patentverletzung hat das Landgericht Mannheim ein Verkaufsverbot für Motorola-Smartphones wie das Moto X und Moto G verhängt. Ob der Verkaufsstopp durchgesetzt wird, ist noch offen. Zudem hat Motorola die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Android-Smartphones von Motorola wie das Moto G und Moto X könnten künftig aus den deutschen Verkaufsregalen verschwinden. Aufgrund einer Verletzung eines Patents von LPKF Laser & Electronics hat das Landgericht Mannheim entschieden, das Motorola Deutschland sowie dessen Mutter Motorola Mobility die Geräte hierzulande nicht mehr verkaufen dürfen. In einer Pressemitteilung heißt es, Motorola müsse die betroffenen Geräte aus dem deutschen Handel zurückrufen und dem Unternehmen LPKF Schadensersatzzahlungen in einer nicht spezifizierten Höhe leisten. Ob auch das Moto E betroffen ist, geht aus den Berichten nicht eindeutig hervor.

Moto G und Moto X: Motorola droht Verkaufsstopp in Deutschland

Aufgrund einer Patentverletzung hat das Landgericht Mannheim ein Verkaufsverbot für Motorola-Smartphones wie das Moto X und Moto G verhängt. Ob der Verkaufsstopp durchgesetzt wird, ist noch offen. Zudem hat Motorola die Möglichkeit, in Berufung zu gehen (Bild: CNET.com).

Das Urteil ist zwar gefällt, doch das aus Garbsen bei Hannover stammende Unternehmen LPKF muss sich noch entscheiden, ob es den Verkaufsstopp auch tatsächlich durchsetzen will. Das berichtet der Nachrichten-Sender BBC. Motorola hat zudem noch die Möglichkeit, gegen das vom Mannheimer Landgericht verhängte Urteil in Berufung zu gehen.

Warum es LPFK womöglich nicht durchsetzt, erklärt der Patentblogger Florian Müller, der schon Microsoft und Oracle in Patentfragen beraten hat. “Wenn LPKF das Urteil durchsetzen will, droht ihm ein wirtschaftliches Risiko. Sollte LPKF Motorola zwingen, Produkte zurückzuziehen, könnte es später, wenn Motorola in Berufung geht und siegt, für wirtschaftliche Schäden haftbar gemacht werden.”

In dem Patentstreit geht es um ein von LPKF weltweit patentiertes Verfahren zur Herstellung komplexer Antennen für Mobiltelefone und Tablets. Laut der BBC hat das Unternehmen ein Verfahren namens Laser Direct Structuring (LDS) mitentwickelt. Mithilfe eines Laserstrahls werden Vertiefungen in ein Kunststoffgehäuse gebrannt, in denen dann Metallbeschichtungen befestigt werden können. Dieses Verfahren biete vor allem bei komplexen 3D-Antennen Kostenvorteile, so die BBC weiter.

“Je attraktiver ein Patent ist, desto härter muss man es verteidigen”, wird Ingo Bretthauer, CEO von LPKF, in der Pressemitteilung zitiert. Ein konsequentes Vorgehen gegen Patentverletzer gehöre für ein Technologieunternehmen inzwischen zum Tagesgeschäft.

Moto G und Moto X: Motorola droht Verkaufsstopp in Deutschland

Motorola Moto X (Bild: CNET.com).

Allerdings wurde das LDS-Patent von LPKF im vergangenen Jahr in China für ungültig erklärt, was das Unternehmen auch in seiner Pressemitteilung einräumt. “LPKF hat ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt. Dieser Antrag wurde vom Obersten Chinesischen Volksgericht in Peking zur Prüfung angenommen. Weiterhin geht LPKF konsequent gegen Mobilfunkhersteller vor, die gefälschte LDS-Bauteile außerhalb von China in Umlauf bringen”, sagte LPKF.

Das Moto G hatte Motorola erst kürzlich in einer Variante mit LTE und microSD-Kartenslot vorgestellt. Es kann in Deutschland bei Orange erworben werden. Für das Moto G liefert der Hersteller aktuell auch das Update auf Android 4.4.4 aus. Die zügigen Aktualisierungen und der günstige Preisen haben dem Smartphone zu einer großen Beliebtheit verholfen. Für das Moto X hatte Motorola erst vor gut einer Woche den Moto Maker eingeführt, mit dem sich das Gerät online konfigurieren lässt. Der Kauf des Gerätes erfolgt exklusiv über Phone House. Erhältlich ist das Moto X ab 349 Euro.

Ende Januar hatte Google Motorola Mobility für 2,9 Milliarden Dollar an Lenovo verkauft. Die Transaktion ist allerdings noch nicht abgeschlossen. “Wir sind von dem Urteil enttäuscht, aber Motorola hat Maßnahmen ergriffen, um Lieferunterbrechungen zu vermeiden”, sagte ein Sprecher des Handyherstellers dem britischen Fernsehsender.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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