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Fujifilm Finepix S1

Testbericht

Hersteller: Fujifilm Listenpreis: 449 Euro (Listenpreis) Fazit:

Die Fujifilm Finepix S1 ist eine exzellent ausgestattete und wetterfeste Digicam mit überzeugendem Bedienkonzept und starker Wi-Fi-Funktion. Ein Wermutstropfen ist der sehr kleine Bildsensor.

Pro
  • üppige Ausstattung
  • geschützt vor Spritzwasser und Staub
  • bewegliches Display
  • gute Smartphone-App
Contra
  • kleiner Bildsensor
  • kein externes Ladegerät
  • Zeitlupe mit reduzierter Auflösung
Testurteil
SEHR GUT
8,0
von 10 Punkten
8,0 stars

Fujifilm Finepix S1: wetterfeste Bridgekamera mit Top-Ausstattung im Praxistest

Die Fujifilm Finepix S1 präsentiert sich als gut ausgestattete Outdoorkamera, die mit starkem Zoomobjektiv, schwenkbarem Display und Wi-Fi-Anschluss auch digitalen Spiegelreflexkameras Konkurrenz macht. Der Praxistest zeigt, was die Kamera tatsächlich leistet – und in welchen Bereichen das Konzept nicht aufgeht.

Mit dem massiven Body, der Griffwulst und dem dicken Objektiv sieht die Fujifilm Finepix S1 wie eine digitale Spiegelreflexkamera aus, aber das täuscht. Die Finepix S1 gehört in die Kategorie der Bridgekameras. Sie verbinden das fest montierte Objektiv von Kompaktkameras mit dem Bedienkonzept und dem Sucher einer Spiegelreflexkamera (DSLR) und zeichnen sich daneben durch leistungsstarke Zoomobjektive aus.

Geeignet sind die Bridgemodelle für Nutzer, die alle fotografischen Optionen einer DSLR und einen Koffer voller Wechselobjektive in einem Gerät vereinen – und sich dabei preislich nicht verausgaben wollen. Dementsprechend kostet der gut ausgestattete Digicam-Bolide von Fujifilm „nur“ 449 Euro. Eine Besonderheit ist sicherlich die wetterfeste Ausstattung, denn die Finepix S1 ist mit zahlreichen Dichtungen vor Spritzwasser und Staub geschützt. Dafür schon mal ein Extra-Lob.

Die Fujifilm Finepix S1 gehört zu den wenigen Digicams aus dem Nicht-Action-Bereich, die vor Spritzwasser und Staub geschützt sind. (Foto: Fujifilm)

Die Fujifilm Finepix S1 gehört zu den wenigen Digicams aus dem Nicht-Action-Bereich, die vor Spritzwasser und Staub geschützt sind. (Foto: Fujifilm)

Gute Ausstattung und coole Features

Die S1 fühlt sich nicht nur wie eine solide Spiegelreflexkamera an, sondern bietet auch Features wie ein nach allen Seiten dreh- und schwenkbares Display mit 7,6 Zentimetern (3 Zoll) Diagonale und ein starkes Objektiv. Die Fujinon-Optik mit sagenhaftem 50-fach Zoom deckt eine Brennweite von 24 bis 1200 Millimeter (Kleinbild) ab, die maximale Blendenöffnung schwankt je nach Brennweite zwischen 2.8 und 5.6. Das ist zwar nicht besonders lichtstark, doch bei diesem großen Zoombereich (und in dieser Preisklasse) wohl nicht anders machbar.

Die technischen Basisdaten

Was die Kamera kann und was nicht, lässt sich auch aus den weiteren technischen Daten ablesen. So schießt sie beispielsweise schnelle Serienbilder mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde, allerdings ist nach 9 Bildern Schluss. Nach dem Einschalten fährt die Fujifilm sehr schnell hoch, laut Datenblatt beträgt die Einschaltzeit nur 0,68 Sekunden, auch in der Praxis ist kaum eine Verzögerung merkbar.

Das mächtige Fujinon-Objektiv mit 50-fach-Zoom bietet einen Brennweitenbereich zwischen 24 und 1200 mm (Kleinbild), die maximale Blendenöffnung beträgt 1:2.8. (Foto: Mehmet Toprak)

Das mächtige Fujinon-Objektiv mit 50-fach-Zoom bietet einen Brennweitenbereich zwischen 24 und 1200 mm (Kleinbild), die maximale Blendenöffnung beträgt 1:2.8. (Foto: Mehmet Toprak)

Der elektronische Sucher liefert eine hohe Auflösung von 920.000 Pixel. Damit kann das Display auch einmal abgeschaltet bleiben, um Strom zu sparen. Auch im Videobereich zeigt sich die Kamera ehrgeizig. Full-HD-Videos dreht sie mit 60 Bildern pro Sekunde und nimmt dabei Stereoton auf. Zeitlupenaufnahmen produziert sie mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde.

Ein bisschen skeptisch stimmt nur der Sensor. Der liefert zwar üppige 16 Megapixel ist aber nur 1/2,3 Zoll (5,6 mal 4,2 Milimeter) groß. Ein echter Winzling angesichts des großen Gehäuses.

Das dicke Programmwählrad und die griffgünstig platzierten Bedienelemente erinnern an eine echte Digitale Spiegelreflexkamera. (Foto: Mehmet Toprak)

Das dicke Programmwählrad und die griffgünstig platzierten Bedienelemente erinnern an eine echte Digitale Spiegelreflexkamera. (Foto: Mehmet Toprak)

Funktionen wie eine Spiegelreflexkamera

Bei der Ausstattung mit Automatikprogrammen und manuellen Einstellungen unterscheidet sich die Finepix S1 nicht vom Gros der Digicams für den Hobbyfotografen. Für Einsteiger gibt es die Motiverkennung, bei der die Kamera versucht zu erkennen, was für eine Art Motiv sie vor der Linse hat und die Belichtung darauf abstimmt. Daneben stehen die Voll-, sowie Zeit- und Blendenautomatik zur Wahl. Belichtungskorrekturen und manuelle Belichtung sind ebenso möglich. Außerdem kann man typische Motive wie Portrait, Landschaft oder Sport vorwählen, die Kamera-Elektronik erledigt den Rest. Die Werte für Belichtung und Schärfe lassen sich beim Fotografieren speichern, ausgelöst wird dann erst nach Neuausrichtung der Kamera.

Beim Scharfstellen wählt der Fotograf zwischen den üblichen Optionen wie Mehrfeldmessung, mittenbetonter oder manueller Messung. Motivverfolgung und Schärfenachführung beherrscht die Fujifilm auch. Die Belichtung erfolgt auf Basis von Mehrfeld-, Spot- oder Integralmessung.

Ungemein praktisch: das frei schwenkbare Display. (Foto: Mehmet Toprak)

Ungemein praktisch: das frei schwenkbare Display. (Foto: Mehmet Toprak)

Die bei Digicams üblichen Filtereffekte sind ebenfalls an Bord, bei der S1 heißen sie beispielsweise „Sternenfilter“, „Lochkamera“, „Weichzeichner“, „Pop-Farbe“ oder „Fischauge“.

Alle Optionen sind bequem und praxisnah einstellbar. Sowohl das große Programmwählrad als auch das Arsenal an Tasten und Drehreglern sitzen da, wo sie sein sollen und sind auch für dickere Finger groß genug. Auch die Menüstruktur ist so übersichtlich, dass man ohne Handbuch zurechtkommt.

Praktisch: Der Zoom lässt sich sowohl über den gewohnten Hebel an der Oberseite als auch über einen zusätzlichen Hebel an der linken Seite des Objektivs steuern. In punkto Bedienung und Funktionsvielfalt kann sich die Fujifilm Finepix S1 also durchaus mit einer digitalen Spiegelreflexkamera aus dem Einsteigerbereich messen.

Auch im Praxistest erweist sich die Fujifilm Finepix S1 als vernünftiges Arbeitsgerät für Hobbyfotografen. Durch ihre Größe und die Griffwulst liegt sie gut in der Hand, alle Bedienelemente sind griffgünstig platziert, Belichtungsmessung und Fokus agieren klassentypsiech schnell und zuverlässig. Klassentypisch ist auch, dass der Fokus bei schlechtem Licht ins Stolpern gerät und Schwierigkeiten hat, ein ausreichend kontrastreiches Objekt für die Fokussierung zu finden.

Weitwinkel und Tele: Das einmontierte kleine Bild (roter Rahmen) wurde mit einer Telebrennweite von 1200 mm (Kleinbild) gemacht, das große Bild vom gleichen Standpunkt aus mit Weitwinkel (24 mm) fotografiert. (Foto: Mehmet Toprak)

Weitwinkel und Tele: Das einmontierte kleine Bild (roter Rahmen) wurde mit einer Telebrennweite von 1200 Millimeter (Kleinbild) erstellt, das große Bild vom gleichen Standpunkt aus mit Weitwinkel (24 Millimeter) fotografiert. (Foto: Mehmet Toprak)

Bildqualität: In Ordnung, aber keine Spitzenklasse

Die ersten echten Schwächen zeigen sich eigentlich erst bei der Betrachtung der Schnappschüsse auf einem 24-Zoll-Monitor. Die Farben wirken zwar natürlich, aber etwas flau. Das ist weiter kein Problem, das lässt sich leicht korrigieren. Aber Schärfe und Detailreichtum sind nicht ganz so gut, wie das semiprofessionelle Äußere des Kameraboliden erwarten lässt. Details erscheinen sehr weich, bei schlechtem Licht und ISO-Werten jenseits von 800 beginnt sich Rauschen bemerkbar zu machen. Hier zeigen sich die Grenzen des winzigen Bildsensors.

Die Bildqualität bewegt sich insgesamt auf dem Niveau einer guten Kompaktkamera, ist so gesehen ganz in Ordnung, kann aber mit der einer digitalen Spiegelreflexkamera nicht mithalten.

Video: Schöne Full-HD-Videos

Nicht viel auszusetzen gibt es an der Videofunktion. Die Finepix S1 erstellt schöne Full-HD-Videos (1920 x 1080 Pixel) mit 60 Bildern pro Sekunde und kann so auch schnelle Bewegungen flüssig einfangen. Durch das frei dreh- und schwenkbare Display muss man die Digicam beim Filmen auch nicht immer vor die Nase halten, man kann sich frei bewegen, und dabei die eigene Umgebung und gleichzeitig das Bild im Display kontrollieren.

Bei Belichtung und Fokus zeigt die Finepix S1 eine ihrer Klasse entsprechend gute Leistung (1/1000 s - Blende 7.0 - ISO 100 - Brennweite 34 mm - Mehrfeldmessung) (Foto: Mehmet Toprak)

Bei Belichtung und Fokus zeigt die Finepix S1 eine ihrer Klasse entsprechend gute Leistung (1/1000 s – Blende 7.0 – ISO 100 – Brennweite 34 mm – Mehrfeldmessung) (Foto: Mehmet Toprak)

Ein 5-Achsen-Bildstabilisator hält das Bild leidlich ruhig, so lange man auf Telebrennweiten verzichtet. Ein externer Mikrofonanschluss ist nicht vorhanden, das ist in dieser Preisklasse aber auch nicht zu erwarten.

Im Zeitlupen-Modus zeigen sich die Möglichkeiten ebenso wie die Grenzen der Bridgekamera. Einerseits produziert sie Videos in Super-Slow-Motion mit 120, 240 oder sogar 480 Bildern pro Sekunde. Klingt gut. Andererseits wird die Auflösung dabei drastisch reduziert. Sie filmt dann 640 x 480, 320 x 240 und 240 x 180 Bildpunkten. Schön sehen diese Videos dann nicht mehr aus. Außerdem filmt sie Zeitlupen ohne Ton und ohne Schärfe und Belichtung nachzuführen. Solche Videoclips sind dann nur bedingt brauchbar.

Gute Wi-Fi-Funktion

Positiv fällt wiederum die Wi-Fi-Funktion auf. Ist die „Fujifilm Camera Application“ auf dem Smartphone (iOS oder Android)installiert, bietet sie eine Reihe sinnvoller Funktionen. Man kann die Fotos mit GPS-Tags versehen, Fotos und Videos von der Digicam in das Smartphone importieren, sowie Fotos mit Fernauslösung knipsen und Videoaufnahmen starten. Sogar das Zoomobjektiv lässt sich über die App steuern. Gegenüber der Vorgängerversion hat der Funktionsumfang der App deutlich zugelegt.

Leistungsfähige App: Die "Fujifilm Camera Application" hat eine Reihe praktischer Funktionen, sie steuert sogar das Zoomobjektiv. (Screenshot: Mehmet Toprak)

Leistungsfähige App: Die „Fujifilm Camera Application“ hat eine Reihe praktischer Funktionen, sie steuert sogar das Zoomobjektiv. (Screenshot: Mehmet Toprak)

Im Praxistest blieb die Verbindung bis zu einer Entfernung von etwa 7 Metern stabil. Das genügt, um die Digicam beispielsweise für die Tierfotografie einzusetzen, bei der man meistens nicht neben der Digicam stehen kann. Leider ist die App nur für iOS und Android erhältlich, wie auch bei anderen Kameraherstellern gehen Besitzer eines Windows Phone leer aus.


Weitere Features

Daneben sind noch einige weitere Features an Bord, die für Hobbyfotografen interessant sind. Intervallaufnahmen macht die S1 ebenfalls, allerdings sind nur 15, 30 oder 60 Sekunden einstellbar, die freie Einstellung der Intervalle ist nicht möglich.

Wer eine bestimmte Kombination von Belichtungseinstellungen favorisiert, kann diese abspeichern und dann auf dem Programmwählrad direkt abrufen. Grundeinstellungen wie Bildqualität oder Weißabgleich lassen sich auf die FN-Taste legen und dann direkt abrufen. Sinnvoll ist das, wenn eine Funktion häufig benötigt wird und man sie deshalb immer mühsam aus den Menüs heraussuchen müsste.

Als Zugabe gibt es noch die Bildverwaltungs-Software My Finepix Studio. Die ist brauchbar, aber nicht so leistungsfähig wie die Software, die Olympus (Olympus Viewer) und Nikon (View NX) ihren Kameras beilegen. My Finepix Studio ist bei der Angabe zu den Metadaten der Fotos nicht so ausführlich wie die Mitbewerber und bietet auch deutlich weniger Bildbearbeitungsfunktionen und Effektfilter.

Der Akku hält im Praxistest ziemlich lange durch, auch mit aktiviertem Wi-Fi. Aufgeladen wird der Akku allerdings in der Kamera, die über das mitgelieferte Netzteil an die Steckdose gehängt wird. Ein eigenes Ladegerät für den Akku gibt es nicht.

Die Fujifilm-Software My Finepix Studio bietet unter anderem einfache Bildbearbeitungsfunktionen. (Screenshot: Mehmet Toprak)

Die Fujifilm-Software My Finepix Studio bietet unter anderem einfache Bildbearbeitungsfunktionen. (Screenshot: Mehmet Toprak)

Fazit: Tolle Kamera mit Schwächen

Die Fujifilm Finepix S1 ist eine exzellent ausgestattete Digicam, die bei Ausrüstung und Funktionen keine Wünsche offen lässt. Das Bedienkonzept überzeugt, die Wi-Fi-Funktionen ebenfalls. Daneben ist sie wetterfest und so auch bei einem Regenschauer einsetzbar. Ein starker Konkurrent für die digitale Spiegelreflexkamera ­- wenn nicht der kleine Bildsensor wäre, der eine Spitzenleistung bei der Bildqualität verhindert. Schade.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Fujifilm Finepix S1: wetterfeste Bridgekamera mit Top-Ausstattung im Praxistest

  • Am 24. September 2014 um 21:12 von JA

    Guten Abend,
    ein kurzer, sachlicher Test. Danke schön. Ich habe diese Kamera aus folgenden Gründen gekauft:
    1. Wetterfest
    2. Super Objektiv
    3. Der kleine Sensor war auch meine Sorge, allerdings mit HDR oder besser mit PRO-LOW-Light kann man die Licht Defizite des Sensors ausgleichen.
    Nach 2T Fotos kann ich sagen: Es hat sich gelohnt. Zuvor hatte ich eine Pentax istdl, Pentax K7, Nikon 5100+Sigma 18-200. Natürlich waren die Aufnahmen besser, aber die Kameras wogen auch bis das dreifache und man musste immer 2-3 Linsen mit haben, jetzt nicht mehr, und der Zomm ist wirklich gut!
    Gruß, JA

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