Google Gmail: neue Spamfilter eingeführt

Das Unternehmen hat neue Spamfilter eingeführt und blockiert in Googles Gmail E-Mails mit Kombinationen verwechselbarer Schriftzeichen, die für irreführende Nachrichten und Phishing-Angriffe verwendet werden könnten.

Der Spamschutz soll insbesondere Phishing-Angriffe verhindern. Diese neue Maßnahme war offenbar nötig, weil der E-Mail-Dienst seit letzter Woche internationalisierte E-Mail-Adressen unterstützt.

Da über die Hälfte der Weltbevölkerung andere als lateinische Schriftzeichen nutzt, sah sich Google veranlasst, Gmail um die Unterstützung von E-Mail-Adressen mit nicht-lateinischen Buchstaben und diakritischen Zeichen zu erweitern. Schon die Einführung internationalisierter Domainnahmen aber hatte zu homografischen Angriffen verlockt, weil Angreifer das ähnliche Aussehen verschiedener Schriftzeichen nutzen konnten, um bei Domains eine falsche Identität vorzutäuschen.

anchmal schwer unterscheidbare Zeichen verschiedener Schriftsysteme (Bild: Google)

anchmal schwer unterscheidbare Zeichen verschiedener Schriftsysteme (Bild: Google)

Täuschungen sind ohnehin durch Homoglyphen möglich, weil etwa der Buchstabe O und die Ziffer 0 leicht zu verwechseln sind. Verschärft wird das Problem bei Verwendung verschiedener Alphabete mit manchmal fast identischen Schriftzeichen. So sind das lateinische, kyrillische oder griechische H kaum auseinanderzuhalten. Das gilt ebenso für das lateinische und kyrillische kleine „a“ – letzteres könnte etwa in „MyBank“ auftauchen und zum Klick auf eine andere als die beabsichtigte Adresse verleiten.

Google will verdächtige Kombinationen von Schriftzeichen von vornherein ausfiltern, um solche Täuschungsmanöver zu verhindern. Es stützt sich dabei auf einen offenen Standard des Unicode-Konsortiums, das verschiedene Einschränkungen beim gleichzeitigen Einsatz verschiedener Schriftsysteme definiert hat. Dabei hat es sich für die Stufe „Highly Restrictive“ entschieden, die nur bestimmte Kombinationen von lateinischen und anderen Schriftzeichen erlaubt. Sie stellt laut Google eine „gesunde Balance“ zwischen der rechtmäßigen Nutzung von Domains und der Wahrscheinlichkeit missbräuchlicher Verwendung dar.

„Wir beginnen heute damit, diese Veränderungen umzusetzen, und hoffen, dass andere Branchenteilnehmer schon bald folgen werden“, schreibt Mark Risher von Googles Spam & Abuse Team in einem Blogeintrag. „Zusammen können wir sicherstellen, dass internationale Domains weiterhin florieren und sich Nutzer wie Firmen in der Sprache ihrer Wahl austauschen können.“

[mit Material von Bernd Kling, News.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf ITespresso.de.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google Gmail: neue Spamfilter eingeführt

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *