Amazon Live: neue Testmöglichkeit für Android-App-Entwickler

Mit „Live“ hat Amazon eine Testmöglichkeit für Android-App-Entwickler eingeführt, über die sich beispielsweise auch In-App-Käufe ausprobieren lassen. Die Entwickler benennen die Tester selbst, aber Amazon sorgt dafür, dass sie nur die vom Entwickler spezifizierten Geräte einsetzen.

Vor der Veröffentlichung im Amazon App-Shop können Programme über die neu eingeführte Testmöglichkeit „Live“ ausgewählten Testern zur Verfügung gestellt werden, um vor der allgemeinen Freigabe letzte Fehler zu eliminieren. Ihre Tester müssen die Entwickler allerdings selbst rekrutieren, Amazon stellt nur volle Funktionalität sicher und erleichtert die Verwaltung.

Amazon zufolge stehen – anders als in einem Betatest – alle Funktionen der endgültigen Version zur Verfügung – insbesondere solche, die Amazon-Schnittstellen nutzen, wie In-App-Einkäufe. Auf diese Weise könne man vermeiden, gerade frühe Käufer eines Programms durch Bugs zu enttäuschen oder verärgern, heißt es.

Live App Test (Grafik: Amazon)

Live App Test (Grafik: Amazon)

In einem Blogbeitrag kommentiert der für Amazons Entwicklerprogramm zuständige Paul Cutsinger, „interne Tests“ seien oft nicht ausreichend, um Fehler vorab zu entdecken. „Um sicherzustellen, dass Ihre Kunden das Erlebnis haben, das Sie ihnen zugedacht haben, müssen Sie Ihre App in einer Produktivumgebung testen.“

Entwickler können vorgeben, welche Testgeräte sie sich für ihre App wünschen. Amazon sorgt dann dafür, dass nur sie das Programm herunterladen. Dabei sind alle Android-Geräte und alle Amazon-Geräte einschließlich Fire TV und Fire Phone spezifizierbar.

Eine Registrierung für den Dienst ist im Amazon Developer Portal möglich. Der Entwickler wird nicht nur über Tester-Feedback, sondern etwa auch über Abstürze informiert.

Amazon hatte Anfang Juli schon sein Entwicklerprogramm Appstore Developer Select nach Deutschland gebracht. Es hebt Apps und Spiele hervor, die in besonderer Weise für Amazons Android-Ableger Fire OS geeignet sind. Android-Entwickler werden also letztlich für Fire-OS-Optimierungen belohnt.

Amazon-CEO Jeff Bezos präsentiert das Fire Phone (Bild: James Martin /CNET).

Amazon-CEO Jeff Bezos präsentiert das Fire Phone (Bild: James Martin /CNET).

Amazons Fire-OS-Tablets laufen zwar unter einem leicht modifizierten Android, sind aber nicht zu Google Play kompatibel, sodass sich bei Google gekaufte Apps nicht installieren lassen. Vielmehr müssen die Programme direkt bei Amazon erworben werden. Da eine Anpassung des Codes in der Regel nicht erforderlich ist, finden sich viele Play-Apps auch bei Amazon – Amazon mangelt es jedoch an einem Alleinstellungsmerkmal. Mit dem Entwicklerprogramm hofft es auf besser an seine Hardware angepasste Apps und verstärkte Nutzung seiner Dienste – etwa des Werbenetzwerks.

Das Problem dürfte mit dem letzten Monat angekündigten Amazon-Smartphone Fire Phone noch an Bedeutung gewinnen. Es verfügt mit Dynamic Perspective über ein komplexes Sensorensystem, das darauf reagiert, wie der Nutzer das Gerät hält, betrachtet und bewegt. Das ermöglicht unter anderem Darstellungen aus verschiedenen Perspektiven, indem die Position des Nutzers anhand von Gesichtsmerkmalen bestimmt und die Bilddarstellung angepasst wird. Durch Neigen und Schwenken des Geräts lassen sich außerdem zusätzliche Informationen und Bedienelemente einblenden. Zur Geltung wird Dynamic Perspective allerdings nur kommen, wenn Apps dafür optimiert sind.

Noch vor der Einführung des Fire Phone konnte Amazon immerhin melden, dass sich in seinem App Store inzwischen 240.000 Apps finden – fast dreimal mehr als noch zwölf Monate zuvor. Der Appstore ist demnach heute in 200 Ländern verfügbar.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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