PlayStation Network: Hacker nehmen Sony und andere Spiele-Anbieter ins Visier

DDoS-Angriffe hatten Sonys PlayStation Network, das Battle.net und auch die Server von League of Legends teilweise in die Knie gezwungen. Laut Sony ist das PSN inzwischen wieder im Betrieb. Persönliche Daten wurden nicht entwendet. Auch die anderen Anbieter haben die Probleme in den Griff bekommen.

Das PlayStation Network (PSN) von Sony sowie weitere Spiele-Anbieter wurden von Hackern attackiert. Mit DDoS-Angriffen (Distributed-Denial-of-Service-Angriffen) überlasteten sie die Server von Sony & Co., um ihre Online-Dienst in die Knie zu zwingen.

PlayStation Network: Hacker nehmen Sony und andere Spiele-Anbieter ins Visier

DDoS-Angriffe hatten Sonys PlayStation Network, das Battle.net und auch die Server von League of Legends teilweise in die Knie gezwungen. Laut Sony ist das PSN inzwischen wieder im Betrieb. Persönliche Daten wurden nicht entwendet. Auch die anderen Anbieter haben die Probleme in den Griff bekommen (Bild: Sony).

Laut unseren amerikanischen Kollegen von CNET.com wurden nicht nur Sonys Netzwerke ins Visier genommen, sondern auch das Battle.net samt Games wie Hearthstone, World of Warcraft und Diablo III sowie die Spieleserver von League of Legends und Path of Exile mit Anfragen bombardiert. Darüber hinaus berichteten auch Anhänger von Guild Wars 2, Log-in-Probleme zu haben. In den Foren von EVE Online meldeten Entwickler, ebenfalls DDoS-Probleme.

Für die Angriffe ist die Hacker-Gruppe Lizard Squad verantwortlich, wie sie auf Twitter bekannt gibt. Sie sorgte parallel auch dafür, dass der American-Airlines-Flug 362 mit Sonys Online-Chef John Smedley an Bord ungeplant zwischenlanden musste, indem sie auf Twitter eine angebliche Bombe meldete. Nach einer Überprüfung wurde der Flug jedoch fortgesetzt.

Blizzard meldet auf Twitter, seine Serverprobleme gelöst zu haben. Auch die Spieler von League of Legends und Path of Exile sollten auf die Dienste wieder ohne Probleme zugreifen können. Sony hatte es am schwersten getroffen. Am Sonntag war das PlayStation Network (PSN) gar nicht zu erreichen. Persönliche Daten sollen bei den Hackangriffen allerdings nicht entwendet worden sein, wie es in seinem offiziellen Blog berichtete. „Wie andere große Netze weltweit wurden das PlayStation Network und das Sony Entertainment Network durch Versuche beeinträchtigt, unsere Netz mit künstlich erzeugtem Traffic in die Knie zu zwingen“, formuliert dort Sid Shuman. „Wenn dies auch ihre Möglichkeiten einschränkt, auf unser Netz zuzugreifen und unsere Dienste zu genießen, wurde doch nicht auf persönliche Daten zugegriffen. Wir werden weiter an einer Problemlösung arbeiten und hoffen, unsere Dienste so bald wie möglich wieder am Laufen zu haben. Wir bedauern eventuell entstandene Unannehmlichkeiten.“

Heute Vormittag gab Sony dann in einer weiteren Meldung bekannt, dass das PlayStation Network wieder im Betrieb ist. Die für heute geplanten Wartungsarbeiten werden sich Sony zufolge verschieben.

Gegenüber Kotaku bestätigte ein Vertreter von Sony Online Entertainment außerdem, die US-Bundespolizei FBI untersuche den Fall des durch eine Bombendrohung aufgehaltenen Fluges. Die Gründe der Angriffe sind bisher unbekannt.

Vor drei Jahren hatte sich die Hackergruppe Anonymous auf Sony gestürzt: Im April 2011 musste Sony seinen Online-Spieledienst PSN und verwandte Sites nach Angriffen für mehrere Wochen schließen. Persönliche Daten von 77 Millionen registrierten Nutzern einschließlich Kreditkartennummern waren gestohlen wurden.

Der Vorfall erwies sich als PR-Alptraum. Um ihn abzufangen, entschuldigte sich Sony und bot eine kostenlose Kontoüberwachung für Betroffene an, um unberechtigte Abhebungen zu verhindern. Als das Angebot endlich wieder verfügbar wurde, wurden die Nutzer mit “Willkommen zurück” empfangen und erhielten Gratisspiele. Dennoch kam es zu Prozessen; in der Sammelklage wurden 65 davon zusammengeführt.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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