NSA: ICREACH erlaubt einfaches Durchsuchen und Austausch gesammelter Daten

Die NSA-Suchmaschine ICREACH verfügt über eine “Google-artige” Oberfläche samt Eingabezeile und erlaubt es, beispielsweise nach einer Telefonnummer zu suchen, um die geführten Telefonate eines Zeitraumes zu ermitteln. Genutzt wurde sie unter anderem vom FBI oder der DEA.

Neuen Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden zufolge verfügt die NSA über eine Suchmaschine, die es erlaubt, alle gesammelten Daten ähnlich wie mit der Google-Suche zu durchforsten und mit anderen Regierungsbehörden auszutauschen. Das berichtet The Intercept, dem Snowden die neuen Informationen zugespielt hat.

NSA: ICREACH erlaubt einfaches Durchsuchen und Ausstauch gesammelter Daten

Die NSA-Suchmaschine ICREACH verfügt über eine “Google-artige” Oberfläche samt Eingabezeile und erlaubt es, beispielsweise nach einer Telefonnummer zu suchen, um die geführten Telefonate eines Zeitraumes zu ermitteln. Genutzt wurde sie unter anderem vom FBI oder der DEA (Folie: via The Intercept).

Die Planung der Suchmaschine hat bereits im Jahr 2007 begonnen, wie es aus einem als „streng geheim“ eingestuften Dokument zu entnehmen ist. Die Suchmaschine trägt den Namen „ICREACH“, das für Intelligence Community Reach steht. Aus den Dokumenten geht hervor, dass sie über eine “Google-artige” Oberfläche mit Eingabezeile verfügt.

Laut einem Dokument aus dem Jahr 2010 wurde ICREACH von über 1000 Ermittler in 23 Behörden verwendet. Es wurden Daten aus über 850 Milliarden Aufzeichnungen abgerufen, die über 30 Arten Metadaten umfassten – etwa Standort von Mobiltelefonen, Faxe, E-Mails und Internet-Chat. Dies zeigt, dass die NSA-Überwachung sowie der Austausch zwischen Behörden noch weit größere Ausmaße hatte (und möglicherweise hat), als ohnehin schon angenommen.

Zugriff auf die Suchmaschine haben unter anderem die Behörden Drug Enforcement Administration und die Bundespolizei Federal Bureau of Investigation. Die von der NSA gesammelten Daten wurden also offenbar auch genutzt, um Drogendelikte aufzuklären und anderen Verdachtsmomenten nachzugehen.

ICREACH erlaubt es den Dokumenten zufolge, nach bestimmten Attributen wie einer Telefonnummer zu suchen. Als Ergebnis erscheinen dann etwa die getätigten und empfangenen Anrufe im angegebenen Zeitraum. So können Polizisten ebenso wie Geheimdienstmitarbeiter leicht ermitteln, mit wem eine Person regelmäßig kommuniziert.

Einschränkend führt The Intercept aus, dass sich die nach Abschnitt 215 des Patriot Act gesammelten Daten der Telekommunikationsverbindungen von Amerikanern mit ICREACH nicht durchsuchen lassen. Diese Datenbank steht dem Bericht nach tatsächlich nur bei Terrorismusverdacht und nur einer kleinen Gruppe Ermittler zur Verfügung. Unklar ist allerdings, wie viele Daten aus der einen Datenbank in die andere einfließen.

Für das Liberty and National Security Program der Jura-Abteilung der New York University sagte Co-Direktor Elizabeth Gothein gegenüber The Intercept, ICREACH ermögliche der Regierung, Einschränkungen zur Speicherung der Daten von Amerikanern zu umgehen. Die Enthüllung sei schockierend und zerstöre endgültig dem Mythos, Metadaten seien nur ein wirres Durcheinander. “Dies ist eine Fundgrube für unglaublich sensible Informationen.”

Für das Office of the Director of National Intelligence kommentierte Sprecher Jeffrey Anchukaitis, die Weitergabe von Daten sei “eine Säule der Ermittlergemeinschaft nach dem 11. September”. Der Datenaustausch sei durch Executive Order 12333 gedeckt, eine umstrittene Anordnung des Präsidenten Ronald Reagan.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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