Google Project Ara: Prozessormodul für das Baukasten Smartphone

Den Smartphone-Prozessor entwickelt Google zusammen mit Chiphersteller Rockchip. Alle Module des Smartphones sollen austauschbar sein und damit große Möglichkeiten zur Individualisierung bieten.

Das im Juni auf der Google I/O vorgestellte, modulare Smartphone „Project Ara“ erhält dank des Chip-Herstellers Rockchip, sein erstes Prozessormodul. Alle Module des Smartphones sollen austauschbar sein und damit große Möglichkeiten zur Individualisierung bieten.

Project Ara bietet die Möglichkeit, ein Smartphone aus verschiedenen Modulen zusammen zu bauen. Die Idee dabei ist, dass verschiedene Hersteller ihre Module für das Gerät anbieten können. Der Anwender hat dann die Möglichkeit die genaue Hardwarekomposition seines Smartphones zu bestimmen. Fällt eine Teilkomponente aus, kann diese einfach ersetzt werden. Auch ein Upgrade der Hardware ist damit, anders als bei allen anderen Smartphones bisher, keine Sache der Unmöglichkeit mehr. Der Chiphersteller Rockchip hat nun einen ersten CPU-Prototypen für Ara entwickelt. Das CPU-Modul wird ebenso austauschbar sein, wie alle anderen Module des Smartphones. Die Nachricht kam über einen Beitrag bei Google+. Details zu den Spezifikationen des Prozessors wurden dabei nicht bekannt gegeben. Google sieht in dem Prozessor von Rockchip den Wegbereiter für ihre Vision einer modularen Architektur, in der der Prozessor als Teil des Gerätes mit universalem Interface eingliedert. Vorgestellt werden wird der Prototyp mit „Spiral 3“, Anfang 2015.

Als „Spiral“ bezeichnet Google im Zusammenhang mit Project Ara, die einzelnen Entwicklungsstufen. Im Zuge von Spiral 1 sollten, nach der Ankündigung auf der Google I/O, erste Entwicklermodelle ausgeliefert werden, damit diese sich an einem Entwicklerwettbewerb beteiligen können. Dabei wurde im Herstellungsprozess ein falsches Material verwendet, was eine Lieferungsverzögerung zur Folge hatte. Google erwartet, dass die überarbeitete Hardware in den kommenden Wochen ausgeliefert werden wird und verlängert das Zeitlimit für den Entwicklerwettbewerb. Neue Hardware der Spiral 2 sollen dann auf einer zweiten Entwicklerkonferenz in Q4 2014 vorgestellt werden.

Anders als andere Smartphones, bietet Project Ara nicht nur eine Aussicht auf größere Möglichkeiten bei der Reparatur der Geräte, sondern auch die Option das Smartphone vollständig den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Selbst das Display ist nur eines der Module und kann damit bei Beschädigung einfach gewechselt werden. Wer auf Features wie eine Kamera verzichten kann, muss kein entsprechendes Modul in sein Smartphone einbauen und spart damit Geld. Die Möglichkeiten, die die modulare Bauweise bieten wird, sind nur schwer abschätzbar. Denkbar wären Module, die vollkommen auf eine lange Akkulaufzeit ausgelegt sind, oder starke leistungsstarke Multimediasysteme. Der Prozessor von Rockchip dürfte kein sonderlich leistungsstarkes Modul darstellen. Der Hersteller hat bisher langsame ARM-Prozessoren für günstige Tablets hergestellt.

Bis Project Ara tatsächlich für den Endnutzer verfügbar sein wird, wird noch einige Zeit vergehen. Die Idee ist vielversprechend und erlaubt größere Freiheit bei der Zusammenstellung als die einfache Auswahl von bestehenden Smartphones. Bis dahin müssen Smartphonesuchende allerdings noch auf den verfügbaren Markt zurückgreifen. Um die Kosten gering zu halten und regelmäßige Hardwareupgrades in einem vertretbaren, preislichen Rahmen zu erhalten, bieten sich im Augenblick immer noch vertragsgebundene Smartphones an. Vergleichsseiten wie verivox.de bieten eine gute Übersicht über aktuelle Angebote und Optionen. Natürlich ist auch der Kauf eines SIM-Lock freien Smartphones ein guter Weg sich ein passendes Smartphone zu suchen. Langfristig sieht es aber danach aus, als würden modulare Smartphones, wie das Project Ara, die neue Generation von Smartphones darstellen. Auch ZTE kündigte mit dem ECO Mobius Anfang 2014 ein eigenes modulares Smartphone an.

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