Apple: NFC-Bezahldienst Apple Pay angekündigt

Um via Apple Pay zu bezahlen, müssen die Mobilgeräte an ein Lesegerät gehalten und der Zahlungsvorgang mittels TouchID bestätigt werden. Der Dienst funktioniert mit iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch. In Kombination mit der Uhr steht der Bezahldienst auch Nutzern des iPhone 5, iPhone 5C und iPhone 5S offen.

Apple hat gestern Abend neben neuen iPhones und einer Smartwatch wie erwartet auch einen Bezahldienst auf Basis der Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC) vorgestellt.

Apple Pay funktioniert mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus sowie der Apple Watch. In Kombination mit Letzterer steht der Bezahldienst so auch Nutzern des iPhone 5, iPhone 5C und iPhone 5S offen. Um damit zu bezahlen, müssen Anwender Smartphone oder Smartwatch lediglich in die Nähe eines kontaktlosen Lesegeräts halten und den Zahlvorgang über den Fingerabdruckscanner TouchID autorisieren.

Apple Pay nutzt die Nahfunktechnik NFC (Bild: James Martin/CNET).

Apple Pay nutzt die Nahfunktechnik NFC (Bild: James Martin/CNET).

Apple Pay unterstützt Kredit- und Bankkarten der drei großen Zahlungsorganisationen American Express, Mastercard und Visa. Zusätzlich zu den 258 Apple Retail Stores in den USA, werden dort auch einige führende Einzelhändler und Fast-Food-Ketten den Bezahldienst unterstützen, darunter Bloomingdale’s, Disney Store, McDonald’s, Staples und Subway. Mit Apple Pay lassen sich zudem Einkäufe über Apps im App Store tätigen.

„Sicherheit und Datenschutz stehen im Mittelpunkt von Apple Pay. Nutzt man Apple Pay in einem Geschäft, Restaurant oder bei einem anderen Händler, werden die Kassierer nicht länger Namen, Kreditkartennummern oder Sicherheitscodes sehen, was dabei helfen wird die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs zu verringern“, sagt Eddy Cue, Senior Vice President of Internet Software and Services bei Apple. „Apple sammelt keinerlei Kaufhistorie, so dass man nie weiß, was und wo eingekauft oder wie viel dafür bezahlt wurde. Und wenn das iPhone verloren geht oder gestohlen wird, können Zahlungen von diesem Gerät umgehend mit Hilfe von ‚Mein iPhone suchen‘ ausgesetzt werden.“

Fügt man mit Apple Pay eine Kredit- oder Bankkarte hinzu, werden die aktuellen Kartennummern weder auf dem Gerät, noch auf Apple-Servern gespeichert. Stattdessen wird eine einzigartige Geräte-Kontonummer zugewiesen, verschlüsselt und in dem als „Secure Element“ bezeichneten Chip auf den neuen iPhones und der Apple Watch gespeichert, der nur diesem Zweck dient. Jeder Zahlungsvorgang wird mit einer einmaligen einzigartigen Nummer autorisiert, welche die Geräte-Kontonummer nutzt. Statt wie üblich den Sicherheitscode auf der Rückseite der Karte zu verwenden, erzeugt Apple Pay einen dynamischen Sicherheitscode, um die Sicherheit eines jeden Zahlungsvorgangs zu bestätigen.

Apple Pay wird ab Oktober in den USA mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus als kostenloses Update für iOS 8 erhältlich sein. Entwickler erhalten Zugang zu Apple-Pay-APIs in iOS 8, so dass sie Einkaufsmöglichkeiten für physische Güter in ihre Apps integrieren können.

Für Ovum-Analyst Gilles Ubaghs markiert die Einführung von Apple Pay einen „Meilenstein beim Bezahlen“. Trotz des üblichen Apple-Hypes erwartet er jedoch, dass Apple Pay aufgrund der Beschränkung auf die USA und einer relativ geringen Geräteanzahl zunächt ein Nischendasein an Verkaufsstellen führen wird. Der Service biete Käufern in Ladengeschäften keinen wirklichen Mehrwert, so dass das Interesse der Verbraucher – abgesehen von Early Adopters – gering ausfallen dürfte. Anders sieht es Ubaghs zufolge bei Online-Transaktionen aus. Die schnelle und einfache Autorisierung via TouchID stelle einen deutlichen Mehrwert für Verbraucher und Händler dar. Als größten Vorteil sieht er aber die von Apple bereitgestellten APIs, die die Entwicklung neuer Bezahldienste auf Basis von Apple Pay ermöglichten. „Seinen Service auf diese Weise zu öffnen, könnte Apples Position im Zentrum eines weitreichenden Bezahlökosystems festigen.“

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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