Netflix: Video-on-Demand-Dienst ab sofort auch in Deutschland verfügbar

Netflix will nach dem gestrigen Start in Frankreich und heute in Deutschland noch diese Woche seinen Dienst auch in Österreich und der Schweiz anbieten. Das Video-on-Demand-Angebot kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Das preiswerteste Abo kostet knapp 8 Euro.

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Der Video-on-Demand-Dienst Netflix steht ab sofort auch in Deutschland zur Verfügung. Interessenten können ihn 30 Tage lang kostenlos testen. Netflix bietet zudem unterschiedliche Abo-Modelle an. Mit dem günstigsten Abo für knapp 8 Euro erhalten Kunden Zugriff auf Filme und Serien in SD-Qualität. Die gleichzeitige Wiedergabe von Inhalten ist in diesem Tarif auf ein Gerät beschränkt. Für einen Euro mehr steht das Video-Angebot in HD parat und kann gleichzeitig auf zwei Geräten wiedergegeben werden. Für knapp 12 Euro erhält man Zugriff auf Inhalte mit Ultra-HD-Auflösung und kann diese gleichzeitig auf bis zu vier Geräten abspielen. Nachdem die US-Firma ihren Service gestern in Frankreich gestartet hat, sollen noch diese Woche mit Österreich und der Schweiz weitere europäische Länder folgen.

Das 1997 in den USA gegründete Netflix verschickte einst Filme auf DVD sowie Blu-ray an seine Kunden und ist seit 2007 Vorreiter im Videostreaming. Seit 2012 ist sein Angebot auch in Großbritannien, Irland, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden verfügbar. Vergangenes Jahr folgten die Niederlande. In diesem Jahr geht es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Schweiz, Belgien, Frankreich und Luxemburg an den Start.

Das Netflix-Angebot kann von mehreren Geräten wiedergegeben und auch auf das TV-Gerät gestreamt werden. Die Netflix-App liegt für Android, iOS sowie Windows Phone vor und unterstützt beispielsweise die Settop-Box Apple TV und den Streaming-Stick Chromecast. Zur Wiedergabe eignen sich auch die Spielkonsolen Playstation, Xbox und Wii. Einige TV-Geräte unterstützen zudem ebenfalls das Abspielen von Netflix-Inhalten.

Die von Netflix prodizierte und mehrfach ausgezeichnete Serie "House of Cards" ist auch im deutschsprachigen Angebot enthalten (Screenshot: ZDNet.de)

Die von Netflix prodizierte und mehrfach ausgezeichnete Serie „House of Cards“ ist auch im deutschsprachigen Angebot enthalten (Screenshot: ZDNet.de)

Das Sortiment des Streaming-Dienstes umfasst neben herkömmlichen Filmen und TV-Serien auch selbstproduzierte Inhalte. Auch Serien für deutschsprachige Länder sind geplant. „Wir werden sicher auch in Deutschland produzieren“, sagte CEO Reed Hastings gegenüber dem Spiegel, ohne einen Zeitplan dafür zu nennen. Das Unternehmen wolle gründlich analysieren, wie die angebotenen Serien und Filme angenommen werden. „Wir prognostizieren für jeden Programminhalt genau, wie oft er gesehen wird. Denn wenn wir das gut vorhersagen, wissen wir, wie viel wir dafür bezahlen wollen.“ Wenn Netflix eigene deutsche Serien in Auftrag gibt, dürfen sie allerdings nicht nur das lokale Publikum ansprechen. „Exklusive Inhalte müssen für Zuschauer in allen Netflix-Märkten interessant sein“, konkretisierte ein Sprecher.

Da Netflix die Rechte der selbstproduzierten Serien „House of Cards“ und „Hemlock Grove“ an Sky und Amazon veräußert hatte, war zunächst unklar, ob die beiden mehrfach ausgezeichneten Eigenproduktionen in seinem deutschsprachigen Streaming-Angebot enthalten sind. Diesbezüglich kann Entwarnung gegeben werden. „House of Cards“ ist mit beiden Staffeln vertreten und auch „Hemlock Grove“ gehört zum Leistungsumfang.

Goldmedia: Umsatzentwicklung im deutschen VoD-Markt (Quelle: Goldmedia)

Goldmedia: Umsatzentwicklung im deutschen VoD-Markt (Quelle: Goldmedia)

Ob sich Netflix mit seinem Angebot in Deutschland ähnlich wie in den USA, wo sie laut einer vergleichende Analyse von Piper Jaffray mit 32 Prozent klar Marktführer sind, wird durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Das sieht die Firma ebenso: „Auch wenn wir Dritter oder Fünfter sind, ist das in Ordnung“, erklärte der Netflix-Chef ungewohnt bescheiden. Dennoch sorgte schon der bevorstehende Netflix-Start für hektische Reaktionen etablierter Anbieter. So senkte Sky den monatlichen Abopreis seines Videostreaming-Dienstes Snap drastisch von 9,90 Euro auf 3,99 Euro.

Laut einer Studie von Goldmedia werden sich in Zukunft abobasierte Modelle (S-VoD) im Video-on-Demand-Markt gegenüber Leih- (T-VoD) oder Kaufvarianten (DtO) durchsetzen. Bis 2018 soll allein S-VoD einen Umsatz von 300 Millionen Euro erzielen und damit zwei Drittel des gesamten VoD-Marktes ausmachen. Den VoD-Gesamtmarkt in Deutschland schätzt Goldmedia im Jahr 2018 auf 449 Millionen Euro.

[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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2 Kommentare zu Netflix: Video-on-Demand-Dienst ab sofort auch in Deutschland verfügbar

  • Am 18. September 2014 um 10:23 von Hans im Glück

    Einfach noch einmal lesen:

    Netflix will nach dem gestrigen Start in Frankreich gestern und heute in Deutschland noch diese Woche seinen Dienst auch in Österreich und der Schweiz anbieten.

    • Am 18. September 2014 um 10:31 von Christian Schartel

      Hallo,

      danke für den Hinweis! Der Artikel wurde angepasst.

      Beste Grüße, CNET.de-Redaktion

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