iPhone 6 im Test: das größere Display macht den Unterschied

Das iPhone 6 ist mit einem größeren und höher auflösenden 4,7-Zoll-Display ausgestattet, verfügt über schnelleres LTE sowie WLAN, eine leicht verbesserte Kamera und einen größeren internen Speicher. In Sachen Geschwindigkeit, Grafik und Akkulaufzeit sind keine derart großen Veränderungen zu erwarten. Erhältlich ist das neue Apple-Smartphone in den Farben Space-Grau, Silber und Gold ab dem 19. September ab 699 Euro.

Seit Jahren gibt es Android-Smartphone mit Displays im 5-Zoll-Bereich, Apple aber verweigerte sich diesem Trend hartnäckig und beharrte auf dem kleineren Bildschirm, der zweifelsohne für die Bedienung mit einer Hand bestens geeignet war. Der Bildschirm des iPhone 5 zählte – Kraftpaket hin oder her – zwischenzeitlich aber zu den kleinsten auf dem Markt und schränkte zusehends die Benutzerfreundlichkeit ein.

Links das iPhone 6 und rechts das iPhone 6 Plus (Foto: CNET).

Links das iPhone 6 und rechts das iPhone 6 Plus (Foto: CNET.com).

Damit ist jetzt aber Schluss, denn Apple bringt endlich zwei größere Smartphones auf den Markt. Das eine ist mit seinem 4,7-Zoll-Display etwas größer als das iPhone 5S, das andere reiht sich mit seinen 5,5 Zoll sogar schon ins Phablet-Segment ein. Beide neuen iPhones kommen mit einem neuen, flacheren Design, einer etwas schnelleren A8-CPU, einer optimierten Kamera sowie schnellerem WLAN und LTE. Verbessert wurde auch die Sprachqualität durch Voice over LTE. Und das iPhone 6 ist jetzt mit einem noch größeren Speicher erhältlich. Beide 2014er-Modelle unterstützen Apples Zahlungssystem Apple Pay via NFC. Apple Pay dürfte wohl zu den interessantesten Features des neuen iPhones zählen – zumindest wenn es dann auch in Deutschland startet und flächendeckend funktioniert.

Von den beiden neuen iPhones liegt das iPhone 6 am besten in der Hand. Es ist dünn, elegant, leistungsstark und bietet viele nützliche Features. Eine längere Akkulaufzeit wäre allerdings auch noch schön gewesen sowie auch hier die Integration eines optischen Bildstabilisators. Wer auf diese Ausstattungsmerkmale nicht verzichten will, muss unweigerlich zum größeren und auch teureren iPhone 6 Plus greifen. Es fällt wirklich nicht leicht, sich zwischen diesen beiden, ansonsten doch ähnlichen Premium-Smartphones entscheiden zu müssen.

Das iPhone 5S, das 6, and das 6 Plus im direkten Größenvergleich (Foto: CNET).

Das iPhone 5S, das 6, and das 6 Plus im direkten Größenvergleich (Foto: CNET.com).

6 oder 6 Plus?

Apple hat zum ersten Mal gleichzeitig zwei neue Smartphones vorgestellt, die sich auch noch sehr ähnlich sind. Stellt sich die Frage, welches ist das bessere? Die gute Nachricht: Das „kleinere“ iPhone 6, das sehr gut in der Hand liegt, bietet fast die gleichen Funktionen wie das größere 6 Plus. Sowohl das iPhone 6 als auch das iPhone 6 Plus kommen schon einmal beide mit größeren Bildschirmen als alle bisherigen iPhones und sie werden beide von dem neuen A8-Prozessor angetrieben. Beide Geräte sind mit 16, 64 oder 128 GByte internem Speicher erhältlich und werden, wie schon das Vorgängermodell, in den bekannten drei Farbvariationen angeboten: Silber, Gold und Spacegrau.

Die Unterschiede zwischen den beiden Geräte wirken auf den ersten Blick vielleicht nicht so gewaltig, sind aber nicht zu unterschätzen. Das iPhone 6 kommt mit einem 4,7-Zoll-Display und einer Auflösung von 1344 mal 750 Pixel. Das 6 Plus ist mit einem 5,5-Zoll-Display ausgestattet, das 1920 mal 1080 Pixel auflöst. Die Kamera des 6 Plus bietet zudem eine optische Bildstabilisierung und es erlaubt mehr Apps im Querformat-Modus darzustellen, mit Split-Screen-Effekt wie bei einem iPad. Es ist deutlich größer und wiegt mehr – bietet dafür aber auch eine längere Akkulaufzeit. Wem diese kleinen, aber feinen Unterschiede wichtig sind, der sollte besser zum iPhone 6 Plus greifen.

Besitzer älterer iPhone-Generationen, die sich mit dem Gedanken eines Updates spielen, dürfte das iPhone 6 mit seinen 4,7- statt 4-Zoll-Display sicherlich reichen. Das 5,5-Zoll-Modell wirkt im Vergleich zu den alten iPhones fast schon wie ein Mini-Tablet.

Apple iPhone 6 & 6 Plus:

iPhone 6 und iPhone 6 Plus (Bild: CNET.com).

Für Android-Besitzer, die sich zwischenzeitlich von iOS abgewendet hatten und jetzt wieder zurück wechseln wollen, dürfte das Plus genau das iPhone sein, auf das sie lange gewartet haben. Es ist das beste iPhone seit dem iPhone 5.  Das größere Display macht den Unterschied und mit einem verbesserte LTE, der leicht optimierten Kamera und Features wie dem schnelleren Prozessor, NFC über Apple Pay und zusätzlichen Anpassungsmöglichkeiten durch iOS 8 schließt Apple die Lücke zu den aktuellen Android-Smartphones.

Für iPhone-5S-Besitzer und andere iPhone-Um- und Aufsteiger liegen die Hauptvorteile ohne Frage im größeren Bildschirm und dem Potential von Apple Pay. Der verbesserte Prozessor, die optimierte Kamera, LTE Cat 4 und das leistungsstärkere WLAN-Modul sind natürlich immer gern gesehene Verbesserungen, aber keine Quantensprünge. Anders formuliert: Wer nicht zwingend einen größeren Bildschirm braucht, kann auch mit dem iPhone 5S (mit iOS 8) noch weitere 12 Monate gut und glücklich weiterleben und entspannt dem erwartungsgemäß 2015 kommenden iPhone 6S und 6S Plus entgegenfiebern.

Für Hardcore-Android-Fans gibt es Android-Smartphones, die weniger kosten, höher auflösendere Displays bieten und mit ausdauernderen und sogar austauschbaren Akkus sowie SD-Kartenslots aufwarten. All das findet man beim iPhone 6 zwar nicht, dafür ist es aber trotzdem das schönste iPhone aller Zeiten. Nun gut, man kann halt nicht alles haben – auch bei Apple nicht.

(Foto: CNET)

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Design

Bei den 4,7-Zoll-Smartphones lag beispielsweise auch das Motorola Moto X (2013) richtig gut in der Hand. Ob sich das iPhone 6 genauso anfühlt? Es kommt nahe dran, ist aber doch wieder irgendwie anders.

Apple hat das Design stark überarbeitet, es hat stückchenweise auch etwas vom HTC One M8, trägt aber ganz klar Apples Handschrift. In der Tat, es hat Züge vom iPod Touch und den iPads. Das iPhone fällt nur etwas dünner aus als der Vorgänger, fühlt sich aber deutlich schlanker an. Das liegt zum Teil an der größeren Bildschirmfläche und zum anderen auch am geschwungenen Design. Das Display-Glas ist an den Rändern jetzt abgerundet, die „scharfen“ Konturen und Kanten des iPhone 5 und 5S sind komplett verschwunden. Das neue iPhone erinnert etwas an das Ur-iPhone mit seinen rundlicheren Formen.

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Das neue iPhone fühlt sich gut und wertig an. Die Rückseite aus Metall und die Glasfront bilden eine harmonische Einheit und sorgen dafür, dass das iPhone komfortabel in der Hand liegt. Es wirkt fast schon zerbrechlich, was an der schlanken Bauweise liegen mag oder auch an der großen Glasscheibe an der Frontseite. Man verspürt unweigerlich den Drang, es mit einer Hülle schützen zu wollen.

Die leicht hervorstehende Kameralinse auf der Rückseite des iPhone 6 sorgt – ähnlich wie bei der fünften Generation des iPod Touch – für ein ungutes Gefühl, spätestens wenn das iPhone auf einer rauhen Oberfläche abgelegt wird – robuste Saphir-Linse hin oder her.

Die einst runden Lautstärketasten sind jetzt wie bei iPod Touch und dem iPad länglich gestaltet. Der beim iPhone 5S oben rechts positionierte Ein-/Ausschalter wurde auf die rechte Gehäuseseite verlegt, dort wo er auch bei vielen Android-Smartphones zu finden ist. Es mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, die Position ist letztlich aber günstiger, da die Taste aufgrund der Größe des Gerätes so einfacher zu erreichen ist.

Der Ein-/Ausschalter ist jetzt auf der rechten Seite untergebracht und so leichter zu erreichen (Foto: CNET).

Der Ein-/Ausschalter ist jetzt auf der rechten Seite untergebracht und so leichter zu erreichen (Foto: CNET.com).

Der runde Touch-ID-Home-Button ist unten an der Vorderseite verblieben und funktioniert genauso wie beim letztjährigen iPhone 5S: einfaches Fingerauflegen entsperrt das Handy. Das funktioniert meistens sehr gut. iOS 8 und Apple Pay erweitern das Spektrum von Touch-ID künftig. Der Home-Button lässt sich aufgrund der Größe des Gerätes jetzt aber nicht mehr ganz so bequem mit einer Hand bedienen wie vorher.

Das Moto X von 2013 (links), das iPhone 6 (Mitte) und das Nexus 5 (rechts). (Foto: CNET)

Das Moto X von 2013 (links), das iPhone 6 (Mitte) und das Nexus 5 (rechts). (Foto: CNET)

Ein Kritikpunkt am Design des iPhone 6 ist der Rand um das Display. Er ist immer noch ziemlich groß – zumindest größer als bei den meisten Android-Smartphones. Das bedeutet, dass das iPhone 6 mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm dieselbe Größe hat wie einige 5-Zoll-Android-Geräte. Zum Beispiel ist das iPhone 6 genauso hoch und breit wie das Google Nexus 5, das mit einem größeren 5-Zoll-Bildschirm kommt. Das Moto X aus dem letzten Jahr, das wie das iPhone 6 über ein 4,7-Zoll-Display verfügt, ist beispielsweise auch etwas kompakter als das Apple-Smartphone. Sowohl das Moto X als auch das Nexus 5 sind aber natürlich dicker als das iPhone 6. Dieses hat aber ein höheres und bereiteres Gehäuse. Das iPhone 6 misst 138,1 mal 67,0 mal 6,9 Millimetern und wiegt 129 Gramm. Das iPhone 5S kommt auf 123,8 mal 58,6 mal 7,6 Millimeter und wiegt 112 Gramm.

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(Bild: CNET.com).

Hätte Apple Ränder nicht verringern können? Klar, der Touch-ID-Home-Button muss zwar noch unter den Bildschirm passen, aber den Rand über dem Display hätte man etwas verkleinern können – vorausgesetzt Jony Ive kann ohne eine symmetrische Bauweise leben.

Trotz des angewachsenen Gehäuses ist das neue iPhone 6 immer noch mit einer Hand bedienbar – deutlich besser als das iPhone 6 Plus. Bei diesen hat Apple sogar eine extra Bedienfunktion eingebaut, die auch ab und zu nützlich sein kann. Mit einem doppelten Tipp auf den Home-Button ziehen iPhone-6-Plus-Nutzer die obere Hälfte des Bildschirminhaltes in die Mitte der Anzeige, sodass Funktionen einfacher mit dem Daumen zu erreichen sind.

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(Bild: CNET.com).

Display

Das iPhone 6 kommt mit einem größeren 4,7-Zoll-Display, was für Android-Geräte fast schon klein, für eingefleischte Apple-Nutzer allerdings schon recht groß sein dürfte. iPhones hatten stets herausragende Displays in Bezug auf Helligkeit und Farbqualität. Den Tests unsere US-Kollegen zufolge gehörten sie immer zu den besten am Markt.

Mit den Tests des iPhone-6-Displays sind sie zwar noch nicht ganz fertig, aber schon jetzt lässt sich sagen, dass der 4,7-Zoll-IPS-Bildschirm eine genauso gute Bild- und Farbdarstellung aufweist wie beim iPhone 5 oder 5S. Er ist eben nur größer. Im Grunde aber gar nicht so viel größer. Die Display-Auflösung hat Apple mit 1344 mal 750 Pixel im Vergleich zum iPhone 5, 5S und auch 5C (1136 mal 640 Bildpunkten) erhöht. Aufgrund der größeren Diagonale bleibt die Pixeldichte mit 326 ppi unverändert. Die Bildschirmauflösung des iPhone 6 ist im Vergleich zur Konkurrenz allerdings nicht auf höchsten Niveau. Im Vergleich zum Vorgänger ist sie aber natürlich deutlich besser.

Unsere Kollegen halten das größere Display für einen Schritt in die richtige Richtung und eine große Hilfe, bei fast allem, was man mit dem iPhone macht. Beispielsweise passen neben den vier Anwendungen am unteren Ende des Bildschirms noch einmal sechs Mal vier Apps auf eine Seite. Statt den insgesamt 24 Anwendungen, die auf dem 4-Zoll-Display Platz finden, können beim neuen Modell nun 28 angezeigt werden. Das Seitenverhältnis ändert sich im Vergleich zum iPhone 5S übrigens nicht.

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(Bild: CNET.com).

Aktuell gibt es neben den hauseigenen Apple-Anwendungen noch keine Apps, die für die Mehrzahl an Pixel optimiert sind. Ältere Apps füllen den Bildschirm aber komplett aus. Schwarze Balken sind an den Seiten also nicht zu sehen. Auch der Text in der Kindle-App oder Videos über Netflix sehen wie gewohnt gut aus – genauso zahlreiche Spiele wie Badland, Riptide GP2, Unpossible oder Device 6. Bei einigen Anwendungen wurden Symbole, Tastaturen und Buttons allerdings zu groß dargestellt. Updates der Apps sollten diese Probleme aber in den kommenden Wochen beheben.

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(Bild: CNET.com).

Das iPhone 6 Plus hat ein noch größeres 5,5-Zoll-Display mit 1920 mal 1080 Bildpunkten und 401 Pixel pro Zoll. Unserem US-Kollege Scott Stein scheint dies aber zu groß zu sein. Er wird sich das kleine Modell mit 4,7 Zoll zulegen. Aber das ist auch mehr oder weniger eine Gewöhnungssache. Vielen Apple-Anhängern wird wohl aber auch eher die 4,7-Zoll-Diagonale zusagen.

Leistung

Die mit dem iPhone 5S eingeführte 64-Bit-Architektur behält Apple beim iPhone 6 bei. Das neue Smartphone arbeitet jetzt mit Apples neuem A8-Prozessor und dem M8-Motion-Coprozessor. Der A8-Chip nutzt einen fortschrittlichen 20-Nanometer-Prozess, ist in Sachen Geschwindigkeit aber ein nicht ganz so großer Quantensprung wie der A7-Chip aus dem letzten. Mit zwei Milliarden Transistoren verspricht Apple trotzdem mehr Leistung. Er soll 25 schneller arbeiten und eine um 50 Prozent gesteigerte Grafikleistung bieten.

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iPhone 6 im 3D-Mark-Ice-Storm-Bench und Geekbench 3 (Grafik: CNET.com, Screenshot: CNET.de).

Um aus dem A8 Chip und iOS 8 die maximale Grafikleistung herauszuholen, hat Apple Metal eingeführt, eine neue Technologie, mit der Entwickler Spiele auf Konsolen-Niveau für das iPhone erstellen können. Metal ist so optimiert, dass CPU und GPU für detailreiche Grafik und komplexe visuelle Effekte zusammenarbeiten. In den Tests unserer US-Kollegen von CNET.com war der Chip schneller als das letzte jährige Modell, aber nicht wahnsinnig viel schneller. Wie das iPhone 6 im 3D-Mark-Bench, Geekbench 3 sowie Linpack- und Sunspider-Test abgeschlossen hat, zeigen die verschiedenen Tabellen.

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iPhone 6 im Linpack- und Sunspider-Test (Grafik: CNET.com, Screenshot: CNET.de).

Benchmarks erzählen natürlich nie die ganze Geschichte, aber der A8 ist wohl kein Sprung nach vorne, den der Wettbewerb nicht aufholen könnte. In der Praxis läuft iOS auf dem iPhone 6 natürlich absolut flüssig und Apps starten ohne Verzögerung. Interessanter wird es aber erst, wenn es mehr für das neue Display und die Metal-Technologie optimierte Apps und Spiele gibt. Dann könnte sich das Blatt nochmals etwas ändern und der A8-Prozessor deutlich besser abschneiden, als es die bisherigen Benchmarks vermuten lassen.

Der M8-Motion-Coprozessor liest laufend die Daten von Beschleunigungssensor, Kompass, Gyrosensor und dem neuen Barometer, entlastet den A8-Chip und verbessert die Energieeffizienz. Die Sensoren übernehmen zusätzliche Aufgaben, indem sie Schritte, zurückgelegte Entfernungen und sogar Höhenunterschiede messen.

LTE & WLAN

Willkommene Neuerungen sind der aktuellste WLAN-Standard 802.11ac und ein verbessertes LTE-Modul (Kategorie 4), die für eine höhere Geschwindigkeit bei der Datenübertragung über das Wi-Fi- beziehungsweise LTE-Netz sorgen.

Unsere amerikanischen Kollegen haben die LTE-Verbindung des iPhone 6 beim Surfen über das Netz des US-Providers AT&T an mehreren Orten – darunter San Francisco, New York, Montclair und Green Bay – getestet. Die Download-Geschwindigkeiten waren in der Regel etwas höher als die des iPhone 5S im gleichen Netz. Größere Unterschiede gab es bei den Upload-Geschwindigkeiten. In Green Bay ergaben Tests einen Mittelwert von 5,09 MBit/s im Down- und 10,6 MBit/s im Upstream für das iPhone 6. Das iPhone 5S kam im Durchschnitt auf Download- und Upload-Geschwindigkeiten von 4,3 respektive 6,2 MBit/s. In einem Restaurant in Clifton, New Jersey, ermittelten unsere US-Kollegen 8,3 beziehungsweise 4,6 MBit/s im Down- und Upload auf dem iPhone 6, das iPhone 5S kam auf 8,4 und 3,3 MBit/s. Einen ausführlicheren Test der Wi-Fi-und LTE-Verbindung des iPhone 6 wollen unsere Kollegen von CNET.com in den kommenden Tagen durchführen.

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(Bild: CNET.com).

Gesprächsqualität & VoLTE

Bei den neuen iPhones hat Apple auch ein paar Verbesserungen für Gespräche eingeführt. Mit den neuen Apples-Smartphones können Nutzer nun qualitativ höherwertige Anrufe via Voice over LTE (VoLTE) führen. Die Gespräche über das LTE-Netz sollen sich auch schneller aufbauen und den Akku aufgrund einer nicht so umfangreichen Netzsuche weniger belasten. Auch über das Wi-Fi-Netz können Anrufe geführt werden, falls das Mobilfunksignal schwach ist. Detaillierte Tests dieser Funktionalitäten wollen unsere US-Kollegen nachreichen.

Unterstützt wird Voice over LTE und Wi-Fi-Calling in den USA bereits von T-Mobile. Verizon will eine landesweite VoLTE-Abdeckung bis zum offiziellen Marktstart des iPhone 6 am 19. September gewährleisten. In Deutschland sind die Mobilfunkprovider aktuell noch nicht für VoLTE gerüstet. Seit Januar testet O2 bereits die neue Technologie. Nutzen können es Kunden bisher aber nicht. Auf die Frage eines iPhone-Käufers, ob VoLTE-Telefonate bei O2 möglich sind, antworte ein Mitarbeiter des Providers im Support-Forum wie folgt: „Es gibt noch kein VoLTE, bisher gibt es nur Testläufe, bis dieses Feature verfügbar ist wird es noch dauern.“

Bei der Deutschen Telekom und Vodafone wird die Unterstützung von Voice over LTE wie auch beim US-Provider AT&T voraussichtlich noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. In einem Beitrag im Vodafone-Forum heißt es, „es gäbe leider kein konkretes Datum für einen kommerziellen Launch von VoLTE“ und damit auch Wi-Fi-Calling, das VoLTE voraussetzt. Auch bei der Deutschen Telekom wird die Einführung von Voice over LTE noch dauern, wie es in einem FAQ-Beitrag zum iPhone 6 nachzulesen ist. WiFi-Calling wird auch von O2 nicht unterstützt.

Ein weiterer Vorteil von Voice over LTE ist, dass Anwender während einem Gespräch auch gleichzeitig auf die Datenverbindung zugreifen können. Bei Verizon ist dies auf älteren iPhones beispielsweise nicht möglich gewesen. Zu beachten ist, dass für ein VoLTE-Gespräch natürlich beide Parteien ein entsprechend kompatibles Gerät wie das iPhone 6 besitzen und sich auch beide im einem Netz befinden müssen, das die Technologie unterstützt.

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(Bild: CNET.com).

Unsere amerikanischen Kollegen von CNET.com haben bereits eine Reihe Facetime- und Sprachanrufe durchgeführt. Dank der verbesserten Front-Kamera des iPhone 6 ist die Bildqualität bei Videotelefonie höher. Die Sprachanrufe waren klar und klangen etwas weicher und gedämpfter als beim iPhone 5S.

iSight- und Facetime-Kamera

Die größte Verbesserung für die Kamera des neuen iPhone 6 ist beim Autofokus zu finden. Während die Auflösung der iSight-Kamera mit 8 Megapixel unverändert bleibt und auch wieder derselbe True-Tone-Blitz zum Einsatz kommt, hat Apple den Autofokus für Fotos und Videos verbessert. Laut Apple nutzt der neue Sensor sogenannte Fokus-Pixel. Den Tests unserer US-Kollegen zufolge, sorgt dies dafür, dass Aufnahmen seltener nicht richtig scharf gestellt sind. Lange Wartezeiten bis das iPhone eine Szene im Fokus hat, gibt es jetzt nicht mehr. Das iPhone 5S schießt zwar auch tolle Aufnahmen, benötigte aber häufig etwas länger beim Fokussieren. Das iPhone 6 ist in dieser Hinsicht schneller – fast so schnell, dass man es kaum noch bemerkt.

Die Rück- und Front-Kamera haben beide eine vergleichsweise identische Auflösung von 8 beziehungsweise 1,2 Megapixel. Die Schnappschüsse sehen auch nicht groß anders aus als beim Vorgänger. Auch der True-Tone-Blitz und die Saphirglas-Linse hat Apple nicht verändert. Der Sprung vom iPhone 5S zum iPhone 6 entspricht im Bereich der Kamera also nicht dem vom iPhone 5 zum 5S.

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(Bild: CNET.com).

Allerdings sollte man die Verbesserung des Autofokus nicht unterschätzen – vor allem bei Videoaufnahmen. Hier machen sich die Verbesserungen der neuen Kamera des iPhone 6 noch etwas mehr bemerkbar. Videos sehen sogar auch dann noch gut aus, wenn jemand kurz im Bild auftaucht und wieder verschwindet. Die Kinder unseres US-Kollegen Scott Stein hat die Kamera des iPhone 6 jedenfalls auch beim Herumlaufen im Wohnzimmer klar eingefangen.

Videos nimmt das iPhone 6 jetzt auch mit 60 Frames pro Sekunde auf. Für Zeitlupe-Videos bietet es auch Aufnahme-Modi mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde. Die Dateien werden zwar ziemlich groß, sehen am Ende aber aus wie Outtakes aus „Matrix“. Verbessert wurde auch der Panorama-Modus. Er nimmt nun sehr viel klarere 43-Megapixel-Fotos auf. Beim Vergrößern der Ansicht sieht man dadurch mehr Details.

Dank einer neuen F2.2-Blende gelingen auch Facetime-Fotos ein wenig besser. Dies sorgt für bessere Selfies bei wenig Licht und scheint auch für Facetime-Anrufe kleine Vorteile zu bringen. Zudem bekommt die Front-Kamera einen verbesserten HDR-Sensor und einen schnellen Burst-Modus, wie es ihn schon bei der iSight-Kamera im letzten Jahr gab. Die Veränderungen sind zwar insgesamt spürbar, dramatisch sind sie aber nicht.

Die Facetime-Kamera hat Apple beim iPhone 6 nicht mehr in der Mitte, sondern an der linken Seite des Lautsprechers verbaut. Das scheint zunächst seltsam zu sein, ist aber in der Praxis clever. Unser US-Kollege erwischte sich bei Videotelefonaten im Landschaftsmodus stets dabei, auf sein eigenes Gesicht in der Ecke zu starren. Aufgrund der Augenbewegungen kam er bei seinen Chatpartnern oft wie ein „Zombie“ rüber. Da die Linse und das Gesicht nun in einer Linie sind, hat er dieses Problem beim iPhone 6 nicht mehr.

Das iPhone 6 Plus hat zusätzlich noch einen optischen Bildstabilisator für Foto- und Videoaufnahmen erhalten. Beim kleinem iPhone gibt es zwar eine digitale, die optische Bildstabilisierung des iPhone 6 Plus gleicht Verwackler bei schlechten Lichtverhältnissen jedoch merklich besser aus. „Es ist eine Schande, dass diese nicht auch beim iPhone 6 zum Einsatz kommt“, so der Kollege von CNET.com. Die im Alltag nützlichere Verbesserung, den neuen Autofokus, haben aber zum Glück die Kameras beider Modelle mit an Bord.

Die Kameraqualität wurde beim iPhone 6 also insgesamt leicht verbessert. Am deutlichsten spürt man dies bei den größeren und viel klareren Panorama-Aufnahmen, Selfie-Schnappschüssen oder Videoaufnahmen. Dank der neuen Autofokus-Technologie gelingen scharfe Fotos im Alltag zuverlässiger. Alles in Allem sind die Verbesserungen in diesem Jahr aber bei Weitem nicht so dramatisch wie beim iPhone 5S oder iPhone 5. iPhone-5S-Besitzer werden im Bereich der Kamera demnach nicht viel verpassen. Detailliertere Tests der Kamera werden noch folgen.

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(Bild: CNET.com).

Interner Speicher und iCloud

Gute Nachrichten für all diejenigen, die viel Speicherplatz für Daten, Musik, Videos, Fotos & Co. benötigen. Apple hat beim diesjährigen iPhone 6 endlich ein Modell mit 128 GByte internem Speicher eingeführt, verlangt dafür aber auch eine Stange Geld. Mit der maximalen Speicherausstattung kostet das iPhone 6 beziehungsweise iPhone 6 Plus 899 respektive 999 Euro. 100 Euro sparen können sich Käufer mit der 64-GByte-Version. Nochmals um 100 Euro günstiger ist dann das kleinste Modell mit 16 GByte. Unsere US-Kollegen empfehlen allerdings eines der beiden iPhones mit größerem Speicher zu kaufen – zumindest, wenn man das Smartphone auch zum Fotografieren verwendet. Wer häufig Videos dreht, sollte am besten zum 128-GByte-Modell greifen.

Daneben stellt Apple allen iPhone-Käufern laut Webseite noch 5 GByte (laut unseren US-Kollegen 10 GByte) kostenlosen iCloud-Speicher zur Verfügung, um E-Mails, Dokumente und Fotos online zu sichern. Zudem hat es die Preise für zusätzliche Speicherplatz reduziert und bietet nun auch höhere Kapazitäten an. Bisher konnten Apple-Nutzer für 16, 32 und 80 Euro 10, 20 oder 50 GByte im Jahr hinzubuchen. Künftig gibt es Upgrade-Optionen mit 20, 200, 500 oder 1000 GByte. Für 20 GByte zusätzlichen Speicher zahlen Kunden 0,99 Euro im Monat, also mit rund 12 Euro im Jahr deutlich weniger als bisher. Für 200 GByte Zusatzspeicher verlangt Apple monatlich 3,99 Euro, für 500 GByte 9,99 Euro und für 1 TByte 19,99 Euro. Während iCloud-Nutzer bisher also maximal 55 GByte für 80 Euro im Jahr erhielten, bekommen sie nun für knapp 48 Euro 205 GByte.

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(Bild: CNET.com).

Das Apple-Angebot ist aber trotz der Preissenkungen noch teurer als Konkurrenzdienste wie Google Drive oder Microsoft OneDrive. Microsoft stellt OneDrive-Nutzern 15 GByte kostenlos zur Verfügung und berechnet zusätzlich 1,99 Euro pro Monat für 100 GByte sowie 3,99 Euro für 200 GByte. Im Paket mit Office 365 erhalten Anwender 1 TByte Speicherplatz pro Person oder bis zu 5 TByte pro Haushalt. Nutzer von Google Drive bekommen ebenfalls 15 GByte gratis und zahlen für weitere 100 GByte 1,99 Dollar im Monat. 1 TByte Speicher gibt es bei Google für monatlich 9,99 Dollar. Maximal lassen sich 30 TByte für 299,99 Dollar im Monat buchen. Bei Dropbox zahlen Anwender für 1 TByte beispielsweise auch 9,99 Euro im Monat. Wer den Speicher gleich für ein Jahr bucht kommt nur auf 99. Einen ausführlichen Cloud-Speicher-Vergleich hält der Artikel Cloud-Dienste Preisvergleich: Apple iCloud Drive, Google Drive, OneDrive, Dropbox & Co. bereit.

Mit iOS 8 und Mac OS X 10.10 Yosemite führt Apple zusätzliche iCloud-Funktionen ein, für die Nutzer schnell zusätzlichen Speicherplatz benötigen dürften. Mit dem neuen Feature iCloud-Fotomediathek können sie gleich die komplette Fotobibliothek des iPhones und anderer Geräte mit gleicher Apple-ID in der iCloud speichern. Anders als beim zeitlich begrenzten Fotostream wird der dafür benötigte Speicherplatz jedoch angerechnet.

Ähnlich wie Dropbox oder Google Drive erlaubt das ebenfalls neue iCloud Drive die Synchronisation beliebiger Dateien über die iCloud zwischen Mac und iOS-Geräten. Mit der neuen Funktion Handoff ist es möglich, Textnachrichten oder E-Mails auf einem mobilen Gerät zu schreiben und sie erst von einem Mac aus zu verschicken. Es soll auch mit Produktivitätsanwendungen wie iWork funktionieren. Außerdem lassen sich mittels Handoff Dateien via AirDrop von einem Mac auf ein iOS-Gerät verschieben und umgekehrt. Die Funktion steht allerdings nur mit dem für den Herbst erwarteten Desktop-Betriebssystem OS X 10.10 Yosemite zur Verfügung.

Für die iCloud hat Apple jetzt auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung bereitgestellt. Das hat es erste kürzlich Kunden mitgeteilt, die die “zweistufige Bestätigung” bereits für ihr Apple-ID-Konto nutzen. Nutzer, die die zweistufige Bestätigungsfunktion aktiviert haben, müssen sich ab sofort bei der Anmeldung zu iCloud über ein anderes Gerät identifizieren. Durch die Sicherheitsfunktion erhöht sich der Schutz vor Hackern massiv. Selbst wenn diese über Kontoname und Passwort verfügen, bleibt der Zugriff auf Daten in der iCloud verwehrt. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist standardmäßig nicht aktiv. Um sie nutzen zu können, müssen Apple-Anwender unter Meine Apple-ID den Dienst, der im Apple-Jargon “zweistufige Bestätigung” genannt wird, einschalten. Allerdings benötigt Apple für die Aktivierung des Dienstes volle drei Tage. Mit “Sicherheitsgründen” erklärt der Apple-Support diese Wartezeit in seiner Bestätigungsmail, die er wiederum “zur Sicherheit an alle in Ihrem Account hinterlegten E-Mail-Adressen” sendet. Damit reagiert Apple auf die entwendeten Prominenten-Nacktfotos aus der iCloud. Nähere Informationen dazu können Interessierte an folgender Stelle nachlesen.

iOS 8

Als Betriebssystem ist natürlich das bereits von Apple auf seiner jährlichen World Wide Developers Conference (WWDC) in San Francisco vorgestellte iOS 8 vorinstalliert. Apple stellt es seit heute Abend auch für Besitzern eines iPhone 4S, iPhone 5, 5S und 5C, eines iPads ab der zweiten Generation, eines iPad Mini und iPad Mini mit Retina Display sowie eines iPod Touch der fünften Generation am 17. September zur Verfügung. Es ähnelt in weiten Teilen iOS 7, bringt aber unter anderem Verbesserungen für die Benachrichtigungszentrale und die Nachrichten-App sowie Unterstützung für Tastaturen von Drittanbietern, eine neue Health-App und einige weitere Neuerungen mit. Verbessert wurden auch die Bereiche iCloud und Fotos. Einen ausführlichen Test von iOS 8 wollen unsere US-Kollegen in den kommenden Tagen veröffentlichen. Nähere Details zum neuen Apple-OS liefert bis dahin der Beitrag WWDC: Apple stellt iOS 8 vor. Aufgrund eines Softwarefehlers hat Apple die Veröffentlichung aller auf seiner Healthkit-Plattform basierenden Fitness-Apps allerdings erst einmal verschoben. Apple will die Probleme schnellstmöglich beheben und die Healthkit-Apps bis Ende des Monats verfügbar machen.

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(Bild: CNET.com).

Apple Pay

Eine der Killeranwendungen von iOS 8 dürfte Apple Pay sein, das zunächst leider nur in den USA genutzt werden kann. Unsere US-Kollegen sind jedenfalls der Meinung, dass der neue Dienst ein herausragendes Feature des neuen iPhones werden könnte. Der Start erfolgt in den USA erst im Oktober, womit sich der Bezahldienst auf Basis der Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC) noch nicht testen ließ.

Um mit Apple Pay zu bezahlen, müssen Anwender das iPhone 6 lediglich in die Nähe eines kontaktlosen Lesegeräts halten und den Zahlvorgang über den Fingerabdruckscanner TouchID autorisieren. Dafür hat Apple einen NFC-Chip ins neue iPhone integriert. Dieser kann auch nur in Verbindung mit Apple Pay genutzt werden. Entwickler können den NFC-Chip ähnlich wie den TouchID-Sensor des iPhone 5S ein Jahr lang nicht für ihre Apps nutzen. Nähere Informationen dazu gibt es hier.

Apple Pay unterstützt Kredit- und Bankkarten der drei großen Zahlungsorganisationen American Express, Mastercard und Visa. Zusätzlich zu den 258 Apple Retail Stores in den USA, werden dort auch einige führende Einzelhändler und Fast-Food-Ketten den Bezahldienst unterstützen, darunter Bloomingdale’s, Disney Store, McDonald’s, Staples und Subway. Mit Apple Pay lassen sich zudem Einkäufe über Apps im App Store tätigen.

Sicherheit und Datenschutz stehen laut Apple im Mittelpunkt. Nutzt man Apple Pay in einem Geschäft, Restaurant oder bei einem anderen Händler, werden die Kassierer nicht länger Namen, Kreditkartennummern oder Sicherheitscodes sehen, was dabei helfen soll, die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs zu verringern. Laut Apple werden keinerlei Kaufhistorie gesammelt, so dass man nie weiß, was und wo eingekauft oder wie viel dafür bezahlt wurde. Und wenn das iPhone verloren geht oder gestohlen wird, können Zahlungen von diesem Gerät umgehend mit Hilfe von ‘Mein iPhone suchen’ ausgesetzt werden.

Fügt man mit Apple Pay eine Kredit- oder Bankkarte hinzu, werden die aktuellen Kartennummern weder auf dem Gerät, noch auf Apple-Servern gespeichert. Stattdessen wird eine einzigartige Geräte-Kontonummer zugewiesen, verschlüsselt und in dem als “Secure Element” bezeichneten Chip auf den neuen iPhones gespeichert, der nur diesem Zweck dient. Jeder Zahlungsvorgang wird mit einer einmaligen einzigartigen Nummer autorisiert, welche die Geräte-Kontonummer nutzt. Statt wie üblich den Sicherheitscode auf der Rückseite der Karte zu verwenden, erzeugt Apple Pay einen dynamischen Sicherheitscode, um die Sicherheit eines jeden Zahlungsvorgangs zu bestätigen.

iPhone 6 im Vergleich mit der Konkurrenz

Das iPhone 6 kann mit den unzähligen und oft einzigartigen Ausstattungsmerkmalen vieler Konkurrenten mit Android oder Windows Phone nicht mithalten. Von hochauflösenden Quad-HD-Bildschirmen wie beim LG G3 oder Samsung Galaxy Note 4, den wasserdichten oder wassergeschützten Gehäusen eines Sony Xperia Z3 oder Samsung Galaxy S5 sowie wechselbaren Akkus, microSD-Kartenslots, 41-Megapixel-Kameras (Nokia Lumia 1020) oder einer Duo-Kamera mit Fokus-Effekt (HTC One M8) können iPhone-Nutzer bisher nur träumen. Dazu zählen sich auch Software-Features wie der Ultra-Power-Saving-Mode des S5, One (M8) und Xperia Z3 oder die umfangreiche Sprachsteuerung eines Moto X.

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(Bild: CNET.com).

Ein Vergleich des iPhone 6 mit der aktuellen Auswahl an Android-Smartphones ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht allzu sinnvoll. Denn Googles neues Betriebssystem, das es aktuell noch Android L nennt, steht kurz vor seiner Veröffentlichung – und mit diesem muss ich das neue iPhones schließlich den Rest des Jahres messen.

In einigen Punkten ist das iPhone aber nach wie vor schwer zu schlagen. Die Verarbeitungsqualität, die Kamera, das Gesamtsystem iOS, dessen Grafikperformance und Bedienung sowie die Software- und Hardware-Integration sind auch beim neuen iPhone auf höchsten Niveau. Außer womöglich die Akkulaufzeit.

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(Bild: CNET.com).

Akkulaufzeit

Anstatt sich auf eine äußerst dünne Bauweise zu konzentrieren, hätte Apple womöglich besser auf einen stärkeren Akku gesetzt. Laut den Angaben auf der Webseite hält das iPhone 6 im Vergleich zum Vorgänger eine Stunde länger beim Browsen im WLAN- und LTE-Netz, eine Stunde länger bei der Videowiedergabe, vier Stunden länger bei Gesprächen und zehn Stunden länger beim Anhören von Musik durch. Im CNET-Labs-Akku-Test, bei dem ein HD-Video bei aktiviertem Flugzeugmodus und mittlerer Helligkeit in einer Dauerschleife über das Display flimmert, kommt das neue iPhone 6 mit 4,7-Zoll-Display in einem ersten Durchgang auf 10 Stunden und 38 Minuten. Das iPhone 5S hatte unter iOS 7 knapp 11 Stunden durchgehalten. Unsere amerikanischen Kollegen werden den Test in den kommenden Tagen noch häufiger durchführen, um noch fundiertere Ergebnisse zu erhalten.

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(Bild: CNET.com).

Bei einem durchschnittlichen Gebrauch des Smartphones mit gelegentlichen Downloads, häufigen Browsen im Web, unzähligen Aktivitäten in sozialen Netzwerken, einigen Fotos, Video-Streaming und allen anderen Sachen, die man normalerweise mit seinem iPhone macht, ist der Akkuverbrauch relativ identisch zum iPhone 5S. Man kommt also mit einer vollen Akkuladung über den Tag, sehr viel länger hält der Akku aber nicht durch. Unsere US-Kollegen hätten sich für ein neues iPhone definitiv eine Steigerung gewünscht.

Wer sich eine Verbesserung bei der Akkulaufzeit wünscht, der muss zum iPhone 6 Plus greifen. Es hat einen deutlich stärkeren Akku als das kleinere Modell, muss dafür aber auch das größere und höher auflösende Display mit Strom versorgen. Einen Quantensprung wie beim MacBook Air aus dem letzten Jahr sollte man also nicht erwarten. „Schade, dass das Hosentaschen-freundlichere iPhone 6 keine bessere Batterie erhalten hat“, so unser Kollege Scott Stein. Er wird deswegen aber nicht das 5,5-Zoll-Modell kaufen, da er mehr Wert auf die Kompaktheit des Gerätes legt. Viele Käufer könnten aber in Versuchung geraten. Stein würde sich ein iPhone irgendwo zwischen den beiden neuen Modellen wünschen. Immerhin nutzen beide neuen Smartphones noch das gleiche Lightning-Kabel. Eine vollständige Akkuladung dauerte ungefähr 2 Stunden.

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(Bild: CNET.com).

Fazit

Für Besitzer eines iPhone 5 ist das iPhone 6 ein exzellentes Upgrade. In diesem Jahr hat Apple dem iPhone-Display nun endlich das schon längst überfällige Update spendiert, das es dem iPhone 5S im vergangenen Jahr noch verwehrt hatte. Schließlich ist das neue iPhone nun auch zu einem Gerät geworden, das einen Android-Nutzer zum Wechsel und Kauf eines iOS-Gerätes bringen könnte. Im Großen und Ganzen hat das iPhone 6 nun all die von Android gewohnten Ausstattungsmerkmale im Gepäck, die mit Apples hervorragendem Hard- und Software-Design aufpoliert wurden. Das iPhone 6 ist ein wirklich gutes Smartphone, aber revolutionär ist es nicht. Daran könnte aber womöglich noch der Bezahldienst Apple Pay etwas ändern, der der wichtigste Fortschritt des Unternehmens in diesem Jahr sein könnte – zumindest wenn ihn Apple auch zeitnah in Deutschland einführt.

Der 4,7-Zoll-Bildschirm des iPhone 6 ist im Vergleich mit Android-Geräten nicht wahnsinnig groß, dürfte für iPhone-Nutzer aber trotzdem gewöhnungsbedürftig sein. Die gute Nachricht ist, dass das iPhone 6 eher als alternative Größe als ein Must-Have-Upgrade angesehen werden kann. Denn im Vergleich zum iPhone 5S ist das neue Modell kein großer Sprung in Sachen Geschwindigkeit oder Grafik. Den Unterschied macht im Grunde nur die Größe des Bildschirms aus.

Das iPhone 6 Plus hat im Vergleich zum iPhone 6 zwar eine bessere Akkulaufzeit, eine optische Bildstabilisierung und ein höher auflösendes Display, ist dafür aber auch ziemlich groß und nochmals teurer. Die Wahl zwischen dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus fällt für unseren US-Kollegen Scott Stein jedenfalls leicht. Für ihn kommen Smartphones mit zu großem Display nicht in Frage. Mit dieser Haltung ist er sicherlich nicht alleine. Andere werden aber auch die Größe des iPhone 6 Plus lieben. Deswegen hat Apple wahrscheinlich auch zwei Modelle herausgebracht.

Hinweis:

Der Testbericht wird im Laufe der Zeit aktualisiert. Unsere US-Kollegen werden in den kommenden Tagen und Wochen ausführlichere Kamera- und Displaytests sowie Untersuchungen zur Gesprächsqualität durchführen. Außerdem werden sie das neue iPhone nochmals mit für das Display und iOS 8 optimierten Apps auf den Prüfstand stellen und auch Apple Pay unter die Lupe nehmen.

Technische Daten:

Apple iPhone 6 vs. iPhone 6 Plus

Produkt Apple iPhone 6 Apple iPhone 6 Plus
UVP 699, 799, 899 Euro (16, 64, 128 GByte) 799, 899, 999 Euro (16, 64, 128 GByte)
Farben Gold, Silber, Grau Gold, Silber, Grau
Betriebssystem iOS 8 iOS 8
Displaygröße 4,7 Zoll 5,5 Zoll
Auflösung/Technologie 1334 x 750 (326 ppi), Retina HD LCD, fettabweisend 1920 x 1080 (401 ppi) Retina HD LCD, fettabweisend
Helligkeit/Kontrast 500 cd/m2 / 1400:1 500 cd/m2 / 1300:1
Prozessor 64-Bit A8-Prozessor (1,39 GHz) mit M8-Motion-Coprozessor 64-Bit A8-Prozessor (1,35 GHz) mit M8-Motion-Coprozessor
Arbeitsspeicher 1 GByte 1 GByte
Interner Speicher 16, 64, 128 GByte 16, 64, 128 GByte
Speichererweiterung nein nein
Hauptkamera 8 Megapixel, 1,5-µ-Pixeln, ƒ/2.2 Blende, AF, True-Tone-LED-Blitz, digitaler Bildstabilisator 8 Megapixel, 1,5-µ-Pixeln, ƒ/2.2 Blende, AF, True-Tone-LED-Blitz, optischer Bildstabilisator
Videofunktion 1080p bei 30 oder 60 fps, Zeitlupenvideos mit 120/240 fps 1080p bei 30 oder 60 fps, Zeitlupenvideos mit 120/240 fps
Frontkamera 1,2 Megapixel, 720p-HD-Videoaufnahme 1,2 Megapixel, 720p-HD-Videoaufnahme
Netzwerk LTE Cat 4/UMTS mit HSPA+ LTE Cat 4/UMTS mit HSPA+
USB 2.0 2.0
Bluetooth 4.0 4.0
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac
MHL nein nein
DLNA nein nein
NFC ja, aber nur in Verbindung mit Apple Pay ja, aber nur in Verbindung mit Apple Pay
Akku Gespräch: bis zu 14h (3G), Stdby: bis zu 250h Gespräch: bis zu 24h (3G), Stdby: bis zu 384h
Sonstiges Touch ID,Barometer,3-Achsen-Gyro-,Beschleunigungs-,Annäherungs-, Umgebungslichtsensor Touch ID,Barometer,3-Achsen-Gyro-,Beschleunigungs-,Annäherungs-, Umgebungslichtsensor
Abmessungen 138,1 x 67,0 x 6,9 mm 158,1 x 77,8 x 7,1 mm
Gewicht 129 Gramm 172 Gramm

Weitere Links zum Thema:

 

[Mit Material von Scott Stein, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu iPhone 6 im Test: das größere Display macht den Unterschied

  • Am 17. September 2014 um 21:28 von Dexter

    Tolles iPhone. Nur schade dass, das Display so groß ist. Das vom 4er war optimal.

  • Am 18. September 2014 um 16:01 von Seb

    Ich kann das „Killerargument“ ApplePay in keinster Weise nachvollziehen. Es geht hier nicht darum ein sicheres Bezahlen zu ermöglichen, sondern den Kunden die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Innovativ ist Daten erstmal rein gar nicht. Im Gegenteil, bezogen auf den deutschen Raum ist ApplePay aus Sicherheitsaspekten ein klarer Rückschritt. Denn nun wird der Fingerabdruckscan für Betrüger um den Globus erst richtig attraktiv. War es vorher eine recht banale Funktion die usability vorgaukeln sollte, kann da mit nun richtig abgezockt werden. Rechtliche Aspekte? Fehlanzeige. Was passiert wenn der Fingerabdruck gestohlen wird? Und mit im das Phone? In Deutschland ist rechtlich gesehen der Fingerabdruck nicht gleichzusetzen mit dem Passwort. Bei missbrauch von Fingerabdrücken gilt die Beweislastumkehr. Bei Betrug muss der geschädigte nachweisen können, dass er nicht fahrlässig mit seinem Fingerabdruck umgegangen ist um Ansprüche geltend machen zu können. Höchst sensibel. Selbiges gilt für HealthApps. Der Nutzen wurde durch Ärzte bereits in Frage gestellt, aber in Zukunft sind nicht nur Standortdaten im Umlauf sondern auch Informationen bezüglich der eigenen Gesundheit. Prost Mahlzeit.

    • Am 19. September 2014 um 08:29 von Hans im Glück

      Schön, dass mal einer die Kehrseite der Medaille aufzeigt.
      Ein bisschen mehr Empörung dürfte es aber schon noch sein.

      In meinen Augen ist wirklicher Datenschutz weltweit allgemein nicht gegeben.
      Maßnahmen, die umworben werden, sind nichts als Diebstahlhemmung.
      Wer meine Daten herausbekommen will, der bekommt das doch mit ein paar Tutorials und Fummelei sowieso hin.

  • Am 18. September 2014 um 16:15 von Matthias

    iPhone 5S und 5C wurden auch zeitgleich vorgestellt, wenn ich mich recht erinnere. Damit ist es also *nicht* das erste Mal, das zwei Telefone gleichzeitig vorgestellt worden

    • Am 18. September 2014 um 18:25 von Anja Schmoll-Trautmann

      Hallo,

      Apple hat das iPhone 5S und das 5C ohne Frage gleichzeitig vorstellt. Im aktuellen Artikel steht: „Apple hat zum ersten Mal gleichzeitig zwei neue Smartphones vorgestellt, die sich auch noch sehr ähnlich sind“. 5S und 5C waren sich nicht derart ähnlich, die Unterschiede waren eklatant.

      Beste Grüße, CNET.de-Redaktion

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