Huawei Ascend Mate 7: das 6-Zoll-Android-Phablet im Hands-on

Das Huawei Ascend Mate 7 war eine der Überraschungen der IFA. Das Android-Phablet ist ab 499 Euro erhältlich und bietet ein hochwertiges Aluminium-Gehäuse, ein 6-Zoll-Full-HD-Display, die Octa-Core-CPU Kirin 925 sowie einen Fingerabdruckscanner. Wir haben uns das Ascend Mate 7 auf der IFA angeschaut.

Mit dem Ascend Mate 7 hat Huawei auf der IFA den Nachfolger seines Android-Phablets Ascend Mate 2 enthüllt. Während der Vorgänger in Sachen Design und Ausstattung noch nicht mit der Oberklasse mithalten konnte, muss sich das Mate 7 nicht mehr vor Konkurrenten wie dem Galaxy Note von Samsung verstecken. Wir haben uns das neue Android-Phablet am Stand von Huawei ganz genau angeschaut.

ascend_mate7_4

Das Huawei Ascend Mate 7 war eine der Überraschungen der IFA. Das Android-Phablet ist ab 499 Euro erhältlich und bietet ein hochwertiges Aluminium-Gehäuse, ein 6-Zoll-Full-HD-Display, die Octa-Core-CPU Kirin 925 sowie einen Fingerabdruckscanner. Wir haben uns das Ascend Mate 7 auf der IFA angeschaut (Bild: CNET.de).

Das Ascend Mate 7 ist nicht mehr aus Kunststoff gefertigt, sondern mit einem hochwertigen Aluminium-Gehäuse ausgestattet. Es misst 157 mal 81 Millimeter in der Höhe und Breite, womit es sich zu den größten Smartphones am Markt zählt. Mit einer Bauhöhe von nur 7,9 Millimetern bleibt Huawei aber seiner Linie der sehr dünnen Phablets treu.

ascend_mate7_2

Das Huawei Ascend Mate 7 ist 7,9 Millimeter dünn (Bild: CNET.de).

Das neue Design des Ascend Mate 7 konnte auf voller Linie überzeugen. Die Haptik und Verarbeitung des Metall-Gehäuses erinnert an das HTC One und dürfte bei allen, die Huawei bezüglich eines hochwertigen Äußeren bisher nicht auf dem Schirm hatten, für eine kleine Überraschung sorgen.

ascend_mate7_3

Das Metal-Gehäuse macht einen genauso wertigen Eindruck wie das des HTC One (Bild: CNET.de).

Einen weiteren Schritt in Richtung Oberklasse hat Huawei auch beim Display gemacht. Der 6 Zoll große Bildschirm löst jetzt mit einer Full-HD-Display von 1.920 mal 1.080 Pixel auf – und nicht mehr nur mit 1.280 mal 720 Bildpunkten wie beim Vorgänger. Beim Bildschirm handelt es sich um das neue IPS-Neo-Panel von JDI, das über ein hohes Kontrastverhältnis von 1500:1 verfügt. Es soll zudem bessere Schwarzwerte und eine allgemein natürliche Farbdarstellung aus allen Blickwinkeln bieten. Das Display hat bei der Betrachtung aus einem gewissen Winkel auch einen guten Eindruck gemacht. Inwieweit sich sichtbare Unterscheide zur Konkurrenz bemerkbar machen, wird sich aber erst in einem direkten Vergleich zeigen. Zudem soll das Display auch weniger Strom verbrauchen als bisherige Anzeigen. Besonders gefallen haben uns noch die dünnen Ränder rundum das Display. Die Anzeige nimmt ganze 83 Prozent der gesamten Front ein, was zum gelungenen Design beiträgt.

huawei_ascend_mate7_07

Beim 16-GByte-Modell bleiben 11,55 GByte für Nutzerdaten übrig (Bild: CNET.de).

Angetrieben wird das Android-Phablet von dem 1,3-GHz-Achterkern-Prozessor Kirin 925 von HiSilicon samt einem Microkern vom Typ i3. Er arbeitet nach der big.LITTLE-Technologie. Der Chip besteht aus zwei Quad-Core-CPUs (vier Cortex-A15- und vier Cortex-A7-Kernen). Einer davon ist leistungsstärker und für Anwendungen wie Spiele, die jede Menge Power benötigen, zuständig. Die zweite Einheit ist für alle Aufgaben gedacht, die weniger leistungsintensiv sind. Der Kirin 925 soll in etwa so schnell wie Qualcomms Snapdragon-805-Chip sein. Das System läuft auch absolut flüssig und Apps starten ohne Verzögerung. Der Arbeitsspeicher ist bei beim Standard-Modell 2 GByte groß. Der interne Speicher ist 16 GByte groß und kann per microSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitert werden. Daneben gibt es noch ein Modell mit 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Für Nutzerdaten bleiben beim 16-GByte-Modell 11,55 GByte übrig.

huawei_ascend_mate7_02

Nach einer halben Stunde Dauernutzung ist die Akkuleistung von 74 Prozent…(Bild: CNET.de).

Der Akku fasst 4.100 mAh und versorgt das Mate 7 laut Hersteller für 642 Stunden im Standby-Modus mit Strom. Der Vorgänger kommt mit 4050 mAh. Die lange Akkulaufzeit hat Huawei beim Mate 2 besonders betont. In einem Akkutest von GSMArena hatte es beispielsweise 18 Stunden bei der Videowiedergabe durchgehalten. Das Note 3 von Samsung schaffte im CNET-Labs-Videotest beispielsweise 15 Stunden. Das HTC One Max knapp 10 Stunden. Nur das LG G Flex kam auf eine ähnliche Akkulaufzeit beim Anschauen von Videos. In unserem Hands-on hatte der Akku des Mate 7 nach gut einer halben Stunde Dauernutzung 4 Prozent an Leistung verloren. Damit käme das Mate 7 auf eine kürzere Akkulaufzeit im Dauerbetrieb von 12,5 Stunden. Wie lange der Akku wirklich hält, muss sich aber noch in längeren Tests zeigen.

huawei_ascend_mate7_08

…auf 70 Prozent gefallen (Bild: CNET.de).

Beim Nachfolger Ascend Mate 7 kommt wie bisher eine 13-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Die Front-Webcam löst ebenfalls unverändert mit 5-Megapixel auf. Dem ersten Eindruck nach macht die Knipse des Mate 7 auch ansehnliche Fotos. Ein Vergleich mit der Konkurrenz steht aber noch aus.

mate7_03

Die rückseitige Kamera löst wie bisher mit 13 Megapixel auf (Bild: CNET.de).

Der Front-Webcam hat Huawei eine Panorama-Funktion für Selbstportraits spendiert. Dadurch passen mehr Personen auf einen Selfie. Ist der entsprechende Modus aktiviert, macht die Front-Kamera drei Fotos, die am Ende zu einem Bild zusammengesetzt werden. Der Smartphone-Besitzer muss zur Aufnahme die Kamera einfach nur nach links und anschließend nach rechts schwenken. Samsung hat eine identische Funktion auch in das Galaxy Note 4 integriert. Ein Sieger bei der Aufnahme eines Groufies lässt sich schwer ausmachen, denn auf beiden Geräten sind die Bilder gut gelungen.

ascend_mate7_groufie

Das Ascend Mate 7 bringt eine Panorama-Funktion für Selbstportraits mit (Bild: CNET.de).

Weitere Ausstattungsmerkmale sind WLAN 802.11 a/b/g/n, Dual-Band-WiFi, UMTS, Bluetooth 4.0, NFC und DLNA. Das Ascend Mate 7 unterstützt zudem auch LTE Kategorie 6 mit Downloadraten von bis zu 300 MBit/s.

mate7_04

Das Ascend Mate 7 kann auch mit dem Fingerabdruck entsperrt werden (Bild: CNET.de).

Ein Highlight des Ascend Mate 7 ist noch ein Fingerabdruckscanner auf der Rückseite des Gerätes. Huawei betont, dass der Sensor in fast jeder Situation funktioniert: Ob man trockene oder nasse Finger hat, macht keinen Unterschied. Mit trockenen Fingern hat er das Android-Smartphone jedenfalls wie versprochen in kürzester Zeit entsperrt.

mate7_07

Die Einrichtung dauert wenige Minuten. Der Finger wird dabei aus verschiedenen Winkel auf den Fingerabdruckscanner gelegt (Bild: CNET.de).

Bei der Einrichtung des Fingerabdruckscanner werden Nutzer durch ein kurzes Vibrieren aufgefordert, ihren Finger in verschiedenen Positionen auf den Sensor zu legen, sodass er auch aus verschiedenen Winkeln richtig erkannt wird. Die Persönlichen Daten speichert das Gerät in einer sogenannten Trustzone, die sich innerhalb des Chipsatzes befindet und dort durch SecureOS geschützt ist.

mate7_06

Der Fingerabdruckscanner des Ascend Mate 7 kann auch zum Verwalten mehrerer Nutzerkonten verwendet werden (Bild: CNET.de).

Der Fingerabdruck dient nicht nur zum Entsperren des Smartphones, sondern kann auch zum Verwalten mehrerer Nutzerkonten verwendet werden. So können Mate-7-Besitzer beispielsweise Gastkonten für Familienmitglieder anlegen. Zuerst muss dem neuen Account ein eigenes Passwort zugewiesen werden. Dann lässt sich dem Gastkonto auch ein Fingerabdruck zuordnen, der dann das Smartphone nur mit eingeschränktem Zugriff auf Anwendungen, Kontakte oder Alben freigibt. Auf welche Inhalte das Gastkonto zugreifen darf, das kann unter dem Bereich „Private Daten“ in den Datenschutzeinstellungen festgelegt werden.

mate7_09

Mate-7-Besitzer können den Zugriff eines Gastkontos auf Anwendungen, Kontakte oder Alben einschränken (Bild: CNET.de).

Allerdings musste man dabei alle Inhalte anwählen, die ausgeblendet werden sollen, was bei vielen vorhandenen Daten recht umfangreich werden kann. Praktischer wäre es natürlich, wahlweise auch nur anhaken zu müssen, was zu sehen sein soll. Womöglich wird diese Option aber noch in der finalen Version der Software oder eventuell per Update nachgereicht. Über den Fingerabdruck-Sensor lässt sich weiterhin auch die eingebaute Kamera auslösen.

Als OS ist Android 4.4.2 KitKat vorinstalliert, dem Huawei sein Emotion UI 3.0 überstülpt. Die Benutzeroberfläche hat es mit einigen neuen Features ausgestattet und vom Design her schon etwas auf das kommende Android L getrimmt. Die Navigationstasten am unteren Bildschirmrand sind schon zum Teil im Design der neuen Betriebssystemversion gehalten.

mate7_02

Mit einem Swipe von knapp unterhalb der Statusleiste nach unten öffnet eine Suche für Apps, Kontakte oder Nachrichten (Bild: CNET.de).

Erweitert hat Huawei beim Ascend Mate 7 beispielsweise die Multitasking-Funktionalität. Per langem Fingertipp auf den entsprechenden Button können Smartphone-Besitzer ohne einen Umwegen über die übliche Auswahl zwischen den letzten Apps hin- und herwechseln. Mit einem Swipe von knapp unterhalb der Statusleiste nach unten öffnet sich zudem ein Menü, das eine Suche für Apps, Kontakte oder Nachrichten bereithält. Der Benachrichtigungsleiste hat Huawei zudem eine Timeline hinzugefügt, die für eine noch etwas bessere Übersicht sorgen soll.

mate7_13

Die Benachrichtigungsleiste hat Huawei um eine Timeline ergänzt (Bild: CNET.de).

Dem Ascend Mate 7 legt Huawei noch ein zwölfmonatiges Premium-Abonnement der App ToDoIst sowie 50 GByte Cloud-Speicher bei Bitcasa bei. Dieser kann für ein Jahr lang kostenlos genutzt werden. Wer nicht verlängern möchte, behält die üblichen 10 GByte. Zudem erhalten Mate-7-Besitzer noch zwei bis drei Zeitschriften-Abos der App Zinio gratis.

huawei_ascend_mate7_01

Als Zubehör hat Huawei noch eine Schutzhülle mit Sichtfenster im Programm (Bild: CNET.de).

Fazit

Das Huawei Ascend Mate 7 war für uns eine der Überraschungen der IFA. Das neue Android-Phablet des chinesischen Smartphone-Herstellers konnte uns mit seinem schicken Design, der besseren Hardware-Ausstattung und auch der überarbeiteten Emotion-UI-Oberfläche überzeugen. Was uns allerdings fehlt, sind eine umfangreiche Stift-Bedienung wie beim Galaxy Note 4 oder Stereo-Lautsprecher im Stil des HTC One. Dafür ist das Ascend Mate 7 mit 499 respektive 599 Euro für die 16- beziehungsweise 32-GByte-Version auch etwas preiswerter als die Konkurrenz.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Huawei Ascend Mate 7: das 6-Zoll-Android-Phablet im Hands-on

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *