Kindle Fire HDX 8.9 mit Fire OS 4 im Hands-on

Amazon hat die Neuauflage des Kindle Fire HDX 8.9 in München vorgeführt. Das auf Android basierende Tablet kommt mit einem schnelleren Prozessor, lauteren Lautsprechern und Amazons Fire OS 4 als Betriebssystem. Wir haben uns das neue Amazon-Tablet genauer angeschaut.

Amazon hat seine vor gut zwei Wochen vorgestellten Kindle-Fire-Tablets in München ausgewählten Medienvertretern vorgeführt. Als eine der ersten in Deutschland haben wir uns das Top-Modell, die Neuauflage des Amazon Kindle Fire HDX 8.9, geschnappt und erste Eindrücke von dem Tablet gesammelt.

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Das Kindle Fire HDX 8.9 ist ab dem 4- November ab 379 Euro erhältlich (Bild: Gizmodo.de).

Wie der Vorgänger verfügt das Amazon Kindle Fire HDX 8.9 über ein 8,9 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2560 mal 1600 Pixel. Das entspricht einer Pixeldichte von 339 ppi – für ein Tablet ein Top-Wert. Das Sony Xperia Z3 Tablet Compact kommt mit seinem 8-Zoll-Full-HD-Display beispielsweise auf eine Pixeldichte von 275 ppi. Der Bildschirm des Amazon-Tablets ist dementsprechend scharf und überzeugt auch wie die Anzeige des letztjährigen Modells in den Bereichen Helligkeit, Reflexionen, Umgebungslichtkontrast sowie Farbtreue. Das Display zählt definitiv zu den besten am Tablet-Markt.

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Das Display des Kindle Fire HDX 8.9 löst wie bisher mit 2560 mal 1600 Pixel auf (Bild: Gizmodo.de).

Neu ist zudem eine dynamische Lichtsteuerung, die die Farben des Bildschirms automatisch anpasst, damit die Seiten eines Buches bei allen Lichtverhältnissen echtem Papier ähneln. Zudem wird auch die Helligkeit geregelt, wie man es von Android-Tablets anderer Hersteller schon lange kennt. Die Lichtsteuerung konnten wir leider noch nicht ausprobieren.

Das Fire OS 4 läuft auf dem Amazon Kindle Fire HDX 8.9 dank des 2,5 GHz schnellen Snapdragon-805-Prozessors absolut flüssig. Anwendungen starten schnell und ohne merkliche Verzögerungen. Der interne Speicher des uns zur Verfügung stellten Modells war 16 GByte groß. Wahlweise gibt es aber auch Modelle mit 32 oder 64 GByte. Wer nicht nur Filme und Musik streamt, dürfte mit einer der größeren Varianten besser bedient sein. Für Fotos gibt es neuerdings aber auch unbegrenzten Speicherplatz in Amazons Cloud. Das gilt auch für Bilder in voller Auflösung.

Mit einer vollen Akkuladung soll Amazons Kindle Fire HDX 8.9 18 Stunden beim Lesen und 11 Stunden bei durchgehender Nutzung durchhalten. Beim Vorgänger waren es laut Amazon ebenfalls 18 Stunden beim Lesen, allerdings 12 Stunden bei gemischter Nutzung. In Sachen Akkulaufzeit gibt es im Vergleich zum Vorgänger also scheinbar keine Verbesserungen. Das neue Feature SmartSuspend soll allerdings die Standby-Zeiten verlängern. Es erstellt ein gerätespezifisches Profil für Zeiten, in denen das Tablet nicht genutzt wird. Zu diesen Zeiten schaltet es dann etwa die WLAN-Verbindung automatisch ab, um Strom zu sparen. Dabei aktiviert es WiFi jedoch in regelmäßigen Abständen, um E-Mails oder App-Benachrichtigungen abzurufen, damit das Tablet stets auf dem neuesten Stand ist, wenn man es wieder aufweckt. Laut Hersteller sind durch die Funktion Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich. Die Akkulaufzeit wird sich aber noch in ausführlichen Tests beweisen müssen. Der Artikel Tablets: Akkulaufzeit-Vergleich< gibt einen Überblick über die Akku-Performance zahlreicher weiterer Android-Tablets. [caption id="attachment_88137742" align="aligncenter" width="580"]kindle_firehdx8911 Die Kamera des Kindle Fire HDX 8.9 erkennt dank Firefly nun auch Produkte oder Filme (Bild: Gizmodo.de).[/caption]

Wie bisher ist neben einer HD-Front-Webcam für Videochats eine rückseitige 8-Megapixel-Kamera für Foto- und Videoaufnahmen in 1080p integriert. Erste Testaufnahmen waren in Ordnung, aber auch nicht berauschend. Gerade drinnen bei schwächerem Licht macht sich schnell ein leichtes Rauschen auf den Bildern bemerkbar. Die Kamera dürfte auch öfter  für die Objekterkennung mittels Firefly als für Fotos verwendet werden.

Das mit dem Fire Phone vorgestellte Feature steht jetzt auch auf dem neuen HDX 8.9 bereit. Es erkennt mit einem Tastendruck Filme, Musik, Bücher sowie Produkte und liefert dazu passende Informationen von Wikipedia oder bietet geführte Artikel bei Amazon zum Kauf an. In Filmen liefert es beispielsweise Hintergrundinformationen zur Filmmusik oder auch dem Regisseur des Streifens. Die Produkterkennung hatte im Test allerdings noch nicht optimal funktioniert. Besser klappte das Übersetzten von Text in Echtzeit. Firefly erkennt Text in der jeweils eingestellten Sprache und übersetzt ihn ins deutsche – wie aber auch von Google Translate gewohnt mit erheblichen sprachlichen Defiziten.

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Das Kindle Fire HDX 8.9 kommt mit Stereolautsprecher mit Dolby-Digital-X2-Technik (Bild: Gizmodo.de).

Die Stereolautsprecher mit Dolby-Digital-X2-Technik haben sich im Test tatsächlich als recht laut und verzerrungsarm erwiesen. Ob sie aber doppelt so laut sind wie die des iPad Air, das können wir nicht sagen, da wir das Apple-Tablet nicht zum Vergleich vor Ort hatten. Eine Hörprobe hält das nachfolgende Hands-on-Video bereit.

Am Design des Kindle Fire HDX 8.9 hat sich gegenüber dem 2013er-Modell nichts geändert. Die Maße sind immer noch 231 mal 158 mal 7,8 Millimeter, womit das Tablet wie bisher angenehm dünn ausfällt. Das Gewicht ist mit 375 Gramm (WLAN-Modell) ebenfalls nahezu identische zum Vorgänger. Die Rückseite ist an den Kanten leicht abgeschrägt und besteht wie zuvor aus griffigem und mattem Magnesium, im oberen Bereich aus Kunststoff. Die Lautstärketasten, der Ein-/Ausschalter sowie die Lautsprecher sind wie üblich auf der Rückseite verbaut.

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Das Kindle Fire HDX 8.9 ist 7,8 Millimeter dünn (Bild: Gizmodo.de).

Als Betriebssystems ist das neue Fire OS 4 “Sangria” vorinstalliert, das auf Android 4.4 KitKat basiert. Dank einer verbesserten Cloud-Anbindung ist es möglich, ein Gerät mit Fire OS 4 auch mit anderen Plattformen zu synchronisieren sowie Dienste auszuführen, die mehr Rechenleistung benötigen, als ein Amazon-Gerät bietet. Solange andere Firmen wie Dropbox, Microsoft oder Google Fire OS nicht unterstützen, sind Fire-OS-Geräte aber auf Amazons Cloud angewiesen. Mit der Funktion Familienbibliothek erweitert Amazon sein OS auch um eine schon lange erwartetes  Feature zum Teilen von Apps, Spielen, Büchern oder Prime Instant-Video-Inhalten mit den Konten von Familienmitgliedern. Damit ist es nun möglich, dass mehrere Anwender ein Gerät mit jeweils eigenem Profil und persönlichen Einstellungen verwenden, aber auf die gemeinsamen Inhalte zugreifen können.

Wie bisher wird das Fire HDX 8.9 in einer reinen WLAN- und einer LTE-Variante angeboten. Das Kindle Fire HDX 8.9 unterstützt jetzt übrigens auch

Neben dem Amazon Kindle Fire HDX 8.9 haben wir uns auch den neuen E-Book-Reader Kindle Voyage angeschaut. Unsere ersten Eindrücke hält der Beitrag Kindle Voyage: der E-Ink-E-Book-Reader im Hands-on bereit.

Autor: Christian Schartel
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