Kindle Voyage: der E-Ink-E-Book-Reader im Hands-on

Amazon hat den Kindle Voyage in München vorgeführt. Er hat ein schärferes und helleres Display sowie ein schlankeres Design als der Paperwhite. Mit PagePress führt Amazon zudem ein neues Bedienkonzept ein. Wir waren vor Ort und haben erste Eindrücke von dem neuen E-Book-Reader gesammelt.

Neben dem neuen Kindle Fire HDX 8.9 hatte Amazon in München auch seinen neuen E-Book-Reader Kindle Voyage im Gepäck. Er ist das neue Top-Modell unter Amazons eReadern und kommt mit einem schlankeren und leichterem Gehäuse sowie einem verbesserten E-Ink-Display. Auf Amazons Veranstaltung konnten wir uns einen ersten Eindrücke von dem Kindle Voyage machen.

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Der Kindle Voyage steht ab dem 4. November ab 189 Euro zum Verkauf (Bild: Gizmodo.de).

Den Kindle Voyage hat Amazon mit einem höher auflösenden und helleren 6-Zoll-E-Ink-Display ausgestattet, das jetzt auf eine Pixeldichte von 300 ppi kommt. Damit ist es schärfer als die Anzeige des Paperwhite. Dieser  erreicht im Vergleich nur 212 ppi. Der günstigste Kindle kommt auf 167 ppi. Amazon verwendet beim Display zudem ein speziell gehärtetes Glas, das gezielt dazu entwickelt wurde, kratzfest zu sein. Das Display-Glas des Kindle Voyage ist außerdem mikrogeätzt, um das einfallende Licht zu brechen und so bei hellen Lichtverhältnissen das Lesen ohne Spiegeleffekte zu ermöglichen. Ganz spiegelfrei ist das Display zwar nicht, aber die Reflexionen sind beispielsweise um Längen geringer als beim HDX-8.9-Tablet. Der Text war trotz der leichten Lichtspiegelungen stets gut lesbar.

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Das Display des Kindle Voyage ist schärfer und heller als das des Kindle Paperwhite (Bild: Gizmodo.de).

Das Ätzmuster soll auch noch einen zweiten Effekt haben: das Glas soll sich wie echtes Papier anfühlen. Die Oberfläche des Voyage-Displays ist auch etwas rauer, zur Haptik von Papier ist dann aber doch noch ein Unterschied. Insgesamt macht das E-Ink-Display des Kindle Voyage aber einen sehr guten Eindruck. Die Helligkeit ist im Vergleich zum Einstiegs-Kindle auch ein gutes Stück höher.

Das Frontlicht passt beim Kindle Voyage die Display-Helligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse in seiner Umgebung an. Das intelligente Frontlicht lässt sich dabei auch an die persönlichen Präferenzen anpassen. Das menschliche Auge gewöhnt sich mit der Zeit an die Dunkelheit, sodass das Licht, das benötigt wird, wenn man anfängt zu lesen beginnen, eine halbe Stunde später häufig zu grell erscheint. Das intelligente Frontlicht reduziert langsam die Helligkeit des Displays, um es auf die Reaktion des menschlichen Auges abzustimmen.

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Der Kindle Voyage blättert mit einem Fingerdruck auf den Rahmen um (Bild: Gizmodo.de).

Neben dem Display ist PagePress eine der größten Neuerungen des jüngsten E-Book-Readers von Amazon. Dabei handelt es sich um eine Umblätterfunktion, die das Berühren des Displays überflüssig macht. PagePress verwendet einen Drucksensor, der auf beiden Seiten des Kindle Voyage direkt unter dem Rahmen sitzt. Mit dem Daumen blättert man um, indem ein leichter Druck ausgeübt wird. Der Kindle Voyage liefert über ein Haptik-System eine fühlbare Rückmeldung, sodass der Leser weiß, dass umgeblättert wurde, ohne beim Lesen zu stören. Wie stark man drücken muss und wie stark die Rückmeldung ist, das lässt sich je nach Präferenz festlegen. PagePress klappte auch richtig gut und dürfte beispielsweise beim Halten des eReaders in einer Hand deutlich komfortabler sein.

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Mit 7,6 Millimetern ist der Kindle Voyage nochmals dünner als der Paperwhite (Bild: Gizmodo.de).

Verbessert hat Amazon beim Kindle Voyage auch das Design. Im Vergleich zum Kindle Paperwhite, der ebenfalls über ein 6-Zoll-Display verfügt, ist das Top-Modell nochmals kompakter und leichter geworden. Der Kindle Voyage misst 162 mal 115 mal 7,6 Millimeter. Der Paperwhite kommt auf 169 mal 117 mal 9,1 Millimeter. Bei einem längeren Lesen macht sich auch das um 26 Gramm reduzierte Gewicht positiv bemerkbar. Gewicht spart Amazon durch die neue Rückseite ein, die beim Kindle Voyage wie bei Kindle Fire HDX 8.9 aus Magnesium gefertigt ist. Dies macht gleichzeitig auch einen höherwertigen Eindruck. An der Oberseite ist allerdings wie auch beim Tablet eine Kunststoffleiste verbaut.

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Dank der Magnesium-Rückseite wiegt er auch 26 Gramm weniger (Bild: Gizmodo.de).

Die Akkulaufzeit des Kindle Voyage soll sechs bis acht Wochen betragen. Der Kindle Voyage ist wahlweise mit oder ohne 3G-Modul erhältlich. Wie bisher können Kindle-Besitzer über die Internetverbindung in 100 Ländern Bücher einfach herunterladen. Die Kosten für die 3G-Verbindung übernimmt Amazon.

Auch für den Kindle Voyage stehen jetzt die bereits von den Fire-Tablets bekannten Origami-Hüllen zur Verfügung. Sie dienen dem Gerät sowohl im Hoch- als auch im Querformat als Ständer. Origami-Hüllen werden magnetisch befestigt und schalten das Gerät ein und aus, wenn die Hülle geöffnet oder geschlossen wird. Die Hüllen sind ab 44,99 Euro erhältlich. Wie das Kindle Fire HDX 8.9 wird der Kindle Voyage ab dem 4. November für 189 Euro in der WLAN-Version und für 249 Euro mit 3G-Modul erhältlich sein.

Autor: Christian Schartel
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Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Kindle Voyage: der E-Ink-E-Book-Reader im Hands-on

  • Am 2. Oktober 2014 um 17:43 von diana müll er

    das neue kindle voyage macht einen sehr guten Eindruck. Eine Frage. Wenn ich eine Hülle benutze kann ich dann auch den leichten Druck auf die Seitentaste ausüben?

    • Am 3. Oktober 2014 um 16:53 von Christian Schartel

      Hallo,
      mit den von Amazon angebotenen Origami-Hüllen ist es möglich. Es dürfte sogar mit Hüllen funktionieren, die den Seitenrand umschließen, da PagePress ja auf Druck reagiert.

      Beste Grüße, CNET.de-Redaktion

  • Am 3. Oktober 2014 um 15:14 von Frank

    Eine Frage zum „PagePress“.
    Ist es weiterhin möglich das Kindle in einer Hand zu halten und vor und zurück zu blättern?
    Für mich hört sich der Text nicht danach an, so das man je nachdem was man vor hat die linke, bzw. rechte Seite drücken muss. DAS wäre (für mich) ein nogo, da ich den Kindle oft in einer Hand halte und auch nur mit einer Hand hin und her blättern kann.

    Lg
    Frank

    • Am 3. Oktober 2014 um 16:46 von Christian Schartel

      Hallo Frank,
      das Blättern ist wie gewohnt möglich. PagePress ist nur eine Alternative und muss nicht zwingend verwendet werden.

      Beste Grüße, CNET.de-Redaktion

      • Am 4. Oktober 2014 um 15:24 von Frank

        Hi,

        danke für die Info.
        Aber dann wäre für mich PagePress „nutzlos“ und es bleibt neben den „besseren“ Display nur noch die Automatische Helligkeit als Pluspunkte übrig. Toll wäre es gewesen wenn man PagePress unabhängig von der Seite für vor und zurück nutzen kann. Evtl. beim Update 2015 :)

        Dann werde ich mit dem Kauf noch warten.

        Lg
        Frank

        • Am 11. Oktober 2014 um 12:59 von Tobi

          Hallo Frank,
          Man kann auf beiden Seiten jeweils vor- und zurück blättern.

          GRÜßE
          TOBI

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