Apple Pay wegen Samsung ohne Paypal-Unterstützung

Apple soll Paypal von seinem Bezahldienst Apple Pay wegen der Partnerschaft mit Samsung ausgeschlossen haben. Ursprünglich wollte es Paypal als bevorzugtes Bezahlverfahren für seinen neuen Dienst gewinnen.

Apples neuer Bezahldienst Apple Pay sollte ursprünglich Paypal als bevorzugtes Bezahlverfahren unterstützten. Verhandlungen habe es bereits gegeben. Aufgrund der Kooperation von Paypal mit Samsung soll der iPhone-Macher aber derart verärgert gewesen sein, dass es die Gespräche kurzerhand abgebrochen und Paypal ganz von seinem Bezahldienst ausgeschlossen hat. Das berichtet Bank Innovation unter Berufung auf Insider, die mit Apple, Paypal und Finanzdienstleistern vertraut sind.

Apple Pay nutzt die Nahfunktechnik NFC (Bild: James Martin/CNET).

Apple soll Paypal von seinem Bezahldienst Apple Pay wegen der Partnerschaft mit Samsung ausgeschlossen haben. Ursprünglich wollte es Paypal als bevorzugtes Bezahlverfahren für seinen neuen Dienst gewinnen (Bild: James Martin/CNET).

Dem Artikel zufolge gab es schon in der frühen Entwicklungsphase Gespräche zwischen Apple und Paypal. Gleichzeitig bereitete das Unternehmen aus Cupertino auch die Deals mit den Kreditkartengesellschaften vor. Während den laufenden Verhandlungen mit Apple kam es jedoch zur einer Einigung zwischen Paypal und dem großen Apple-Konkurrenten Samsung, der die Ebay-Tochter auch für sein Bezahlsystem in Verbindung mit dem Fingerabdruckscanner des Galaxy S5 gewinnen konnte.

Über die Partnerschaft mit Samsung sei Apple so extrem aufgebracht gewesen, dass es Paypal von jeder Teilnahme an seinem neuen NFC-Bezahldienst ausschloss. “Apple hat sie regelrecht hinausgeworfen”, zitiert die Publikation einen Informanten. Ebay-CEO John Donahoe habe die Vereinbarung gegen den Willen des damaligem Paypal-Präsidenten David Marcus durchgesetzt. Marcus habe sich gegen die Zusammenarbeit mit Samsung ausgesprochen, um die Beziehungen zu Apple nicht zu gefährden – und sei auch wegen dieser Entwicklung später zu Facebook gewechselt.

Gestern kündigte Ebay an, seine Bezahldiensttochter Paypal als eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Es setzte damit verspätet eine Forderung des aggressiven Investors Carl Icahn um, gegen die es sich lange gewehrt hatte. Unklar ist, inwieweit das kommende Apple Pay und das Zerwürfnis mit dem iPhone-Hersteller eine Rolle bei dieser Entscheidung spielten.

Nach eigenen Angaben hat PayPal derzeit über 152 Millionen aktive registrierte Nutzer. Im vergangenen Quartal sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent gewachsen. Seinen Umsatz konnte der Bezahldienst in den vergangenen 12 Monaten um 19 Prozent um 7,2 Milliarden Dollar steigern. Damit bearbeitet PayPal jeden sechsten Dollar, der online ausgegeben wird. Allerdings sorgt Ebay derzeit für rund ein Drittel des gesamten Paypal-Zahlungsvolumens. Paypals 152 Millionen aktiven Nutzern stehen 800 Millionen Anwender gegenüber, über die Apple mit iTunes verfügt. Durch Apples konkurrierenden Bezahldienst könnte es für Paypal künftig schwieriger werden, seine gewohnten Wachstumszahlen zu erreichen.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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