Facebook: Übernahme von WhatsApp abgeschlossen

Die Übernahme von WhatsApp für 19 Milliarden Dollar hatte Facebook im Februar 2014 angekündigt. Sie wurde kürzlich von der EU-Kommission genehmigt. WhatsApp wird von Facebook als eigenständige Tochter weitergeführt. WhatsApp-Gründer Jan Koum sitzt ab sofort im Aufsichtsrat des Sozialen Netzwerks.

Der beliebte Instant-Messenger WhatsApp gehört nun offiziell zu Facebook. Eine Börsenankündigung, die die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) am Montag herausgegeben hat, bestätigt dies. Der Meldung zufolge wird WhatsApp wie schon im Februar angekündigt als unabhängige Tochter des Sozialen Netzwerks weitergeführt. Jan Koum, CEO und WhatsApp-Gründer, wird ein neues Mitglied des Aufsichtsrates von Facebook.

(Bild: via ZDNet.de)

Den Aufkauf von WhatsApp hatte Facebook am 19. Februar bekannt gegeben. Den Kaufpreis von insgesamt 19 Milliarden Dollar beglich Facebook mit 183.865.773 Facebook-Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar und einer Barzahlung von 4 Milliarden Dollar. Zudem erhielten die Gründer und Mitarbeiter des Messaging-Dienstes weitere 45,97 Millionen Facebook-Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar.

Die Übernahme ist die bisher größte in Facebooks Firmengeschichte und auch die größte eines Technikunternehmens in der jüngsten Vergangenheit. Trotzdem Facebook den Regulierungsbehörden zusicherte, WhatsApps als eigenständiges Unternehmen weiterzubetreiben, äußerte die Federal Trade Commission Bedenken bezüglich des Datenschutzes.

Die US-Handelsbehörde genehmigte zwar das Geschäft – wie auch zuletzt die Europäische Kommission – sie forderte Facebook und WhatsApp jedoch auf, an der bisherigen Datenschutzrichtlinie festzuhalten und weiterhin auf die Sammlung von Standortdaten, E-Mail-Adressen und anderer Daten zu verzichten und die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern nicht an Dritte weiterzugeben. Trotz der Zusagen von Facebook CEO Mark Zuckerberg und Koum, WhatsApps Datenschutzrichtlinie nicht zu ändern, kündigte die FCC an, beide Unternehmen im Auge zu behalten.

“Mehrere Hundert Millionen Nutzer haben ihre persönlichen Daten WhatsApp anvertraut”, schrieb Jessica Rich, Direktorin des Bureau of Consumer Protection, im April in einem offenen Brief an Facebook und WhatsApp. “Die Mitarbeiter der FTC werden die Geschäftspraktiken beider Firmen weiter kontrollieren, um sicherzustellen, dass sich Facebook und WhatsApp an ihre Versprechen halten.”

Die Europäische Kommission segnete die Transaktion in der vergangenen Woche ohne Auflagen ab. Sie stellte nach eigenen Angaben keine Nachteile für Verbraucher fest, die auch nach dem Zusammenschluss noch eine große Auswahl an alternativen Kommunikationsanwendungen hätten. Auch die große Dominanz beider Anbieter ist für die EU kein Problem. Der Markt für Messaging-Apps sei durch kurze Innovationszyklen und wechselnde Marktpositionen geprägt. Außerdem sei der Umstieg von einer Anwendung zur anderen sehr einfach.

Allerdings hat die EU-Kommission nur den Markt für Smartphone-Apps geprüft, da WhatsApp für andere Geräte nicht zur Verfügung steht. Als Mitbewerber sieht sie unter anderem Produkte wie Line, Viber, Telegram, WeChat und Google Hangouts an. Ein weiterer Anbieter ist das am Freitag von Yahoo gekaufte MessageMe. Der Internetkonzern soll angeblich zudem mit Snapchat über eine Beteiligung verhandeln.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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