Video-Editor-App KineMaster im Test: Bearbeiten, Schneiden, Übergänge und Effekte für Android

Mit der Android-App KineMaster – Video Editor lassen sich Videos auf dem Smartphone bearbeiten, trimmen, aufspalten und mit Filtern, Effekten und Übergängen versehen. Smartphone-Besitzer können bis zu drei zusätzliche Tonspuren hinzufügen und die fertigen Videos im MP4-Format mit Full-HD-Auflösung exportieren. Wir haben die kostenpflichtige App fürs Android-Smartphone getestet.

Wer ein aufgenommenes Video noch direkt auf dem Android-Smartphone bearbeiten will, der findet im Google Play Store zahlreiche Video-Apps wie Andromedia Video Editor, AndroVid Video Trimmer, Magisto-Magischer Video Editor oder VivaVideo: Free Video Editor. Will man seine Videos nicht groß bearbeiten, sondern nur zurechtschneiden oder auf die Schnelle samt witzigen Übergängen zu einem Clip zusammenfügen, reichen diese Apps vermutlich auch vollkommen aus. Wer allerdings professionellere Videos noch direkt am Android-Smartphone erstellen möchte und sich umfangreichere Bearbeitungsmöglichkeiten wünscht, der ist bei der App KineMaster – Video Editor an der richtigen Adresse.

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KineMaster für das Android-Smartphone bietet zahlreiche Features zum Bearbeiten von Videos (Screenshot: CNET.de).

KineMaster bietet die Möglichkeit, Videos zu trimmen und aufzuspalten, sie zu drehen und mit zahlreichen – auch schlichteren – Übergängen zusammenzufügen. Es gibt verschiedene Effekte für den Vor- und Nachspann, Filter für die Video-Clips sowie Regler zum Anpassen der Helligkeit, des Kontrasts und der Sättigung des Bewegtmaterials. Der Video-Editor erlaubt es zudem, Videos schneller oder langsamer abzuspielen. Nutzer können neben der originalen Tonspur bis zu drei weitere Tonspuren hinzufügen und diese jeweils zurechtstutzen und in ihrer Lautstärke anpassen. Es ist sogar möglich, einzelne Bereiche einer Tonspur lauter oder leiser abzuspielen. Zum Nachvertonen eines Clips bietet das Video-Tool auch eine Aufnahme-Möglichkeit. Auf der anderen Seite lässt sich auch die Tonspur eines Clips extrahieren.

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Der Video-Editor kostet allerdings 3,56 Euro im Monat, sofern man Videos ohne Wasserzeichen exportieren möchte (Screenshot: CNET.de).

Die App KineMaster ist grundlegend kostenlos nutzbar. Exportierte Videos werden in der Gratis-Version allerdings mit einem Wasserzeichen versehen. Zum Ausprobieren der Android-App ist das ausreichend, wer die Videos aber auf YouTube & Co. hochladen möchte, wird dann wohl zu der Bezahlversion greifen müssen. Die App ist leider nicht gerade günstig, denn anstatt eines Festpreises, hat sich der Entwickler für ein Abo-Modell entschieden. Für einen Monat zahlt man regulär 3,56 Euro. Die ersten zwei Wochen sind kostenlos. Danach wandelt sich die Trail automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement um. Eine Lizenz kann über die Einstellungen der App unter dem Punkt „Über KineMaster“ erworben werden. Kündigen kann man das Abo anschließend über die Google-Play-Store-App.

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Ein Assistent hilft bei den ersten Schritten (Screenshot: CNET.de).

Videos und Bilder hinzufügen

Ist die Video-App KineMaster installiert und gestartet, fügen Smartphone-Besitzer über das Plus-Symbol in der rechten, oberen Ecke die gewünschten Clips oder auch Fotos dem neuen Projekt hinzu. Entweder nutzt man den Assistenten oder wechselt direkt zur Bearbeitungsoberfläche. KineMaster unterstützt die Videoformate MP4 (H.264 Baseline / Main / High Profile + AAC LC), 3GP (H.264 Baseline / Main / High Profile + AAC LC) und MOV (H.264 + AAC LC). An Bildformaten werden JPG und PNG unterstützt.

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Smartphone-Besitzer können Videos oder Fotos in ihre Clips einbinden (Screenshot: CNET.de).

Wer den Assistenten genutzt hat, kann nach der Auswahl der Video-Dateien direkt einen Vorspann sowie Nachspann eingeben und anschließend ein gewünschtes Thema wie „Weihnachten“, „Geburtstag“, „Foto-Album“ oder „Comic“ auswählen, die themenspezifische Effekte, Übergänge & Co. mitbringen. Insgesamt stehen 42 Themes zur Auswahl. Das Angebot könnte für den Preis aber auch noch etwas größer sein. Wir haben allerdings sowieso stets das Standard-Thema verwendet.

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Bei der Auswahl können mehrere Files auf einmal dem Projekt hinzugefügt werden (Screenshot: CNET.de).

Videos auf dem Smartphone berarbeiten

Im nächsten Schritt landet man auf der Bearbeitungsoberfläche. In der linken, oberen Bildschirmhälfte zeigt KineMaster eine Vorschau des bearbeiteten Videos, rechts daneben Buttons zum Hinzufügen weiterer Video-Clips oder Audio-Files an. Zudem können Anwender über das runde Bedienelement ein Video, ein Foto oder Ton aufnehmen und dem Projekt hinzufügen – oder das zuvor festgelegte Thema wechseln.

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Links hält KineMaster ein Vorschaufenster, auf der rechten Seite die Bedienelemente bereit. Darunter befindet sich die Suchleiste (Screenshot: CNET.de).

Am unteren Bildschirmrand findet man die Timeline oder Suchleiste vor. Per Fingerwisch kann man hier auf die Millisekunde genau an die richtige Stelle spulen, um das Video beispielsweise zu schneiden. Praktisch wäre noch eine Funktion mit der man zum Ende des Videos springen oder zumindest etwas schneller Spulen kann. Das würde bei längeren Clips einige Fingerwischs ersparen.

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Ein Fingertipp öffnet die Werkzeugleiste (Screenshot: CNET.de).

Mit einem Fingertipp auf das Video in der Zeitleiste öffnet sich die Toolbar mit Werkzeugen zum Bearbeiten des Videos. Über das Kamera-Symbol ganz links können Smartphone-Besitzer ein Video in seiner Ausrichtung drehen. Über den Lautsprecher lässt sich die Lautstärke des Clips regeln.

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Unter dem Punkt „fx-abc“ finden Smartphone-Besitzer Einstellungen für den Vor- und Nachspann (Screenshot: CNET.de).

Vor- und Nachspann

Ein Klick auf „fx-abc“ holt die Effekte für den Vor- beziehungsweise Nachspann auf den Schirm. Zur Auswahl stehen verschiedene Layouts wie Handschrift, Elegant, Modern, Untertitel, Zentrierung, Nachrichtenblatt oder auch Danksagung.

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Mit KineMaster kann man auch festlegen, wie lange der Vorspann angezeigt wird (Screenshot: CNET.de).

KineMaster bringt beispielsweise auch zweifarbige Titel und je nach Wahl des Layouts Optionen zur Ausrichtung des Textes mit. Die App bietet auch die Möglichkeit, die Schriftart sowie die Farbe des Vor- oder Nachspanns zu bestimmen. Ist die Auswahl getroffen, lässt sich festlegen, an welcher Stelle der Vor- beziehungsweise Nachspann beginnen und enden soll.

Videos Schneiden

Zum Schneiden eines Video-Clips tippt man auf die Suchleiste und anschließend das Scheren-Symbol. Hier stehen die Optionen „Auf der Suchleiste nach links trimmen“, „Auf der Suchleiste nach rechts trimmen“ und „An der Suchleiste teilen zur Auswahl“. Die erste Option schneidet den Teil links vom ausgewählten Frame ab und die zweite den Bereich rechts davon. Um ein Video in zwei Teile zu zerlegen – um beispielsweise einen Part herauszuschneiden – eignet sich die dritte Option.

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Mit KineMaster kann man Videos trimmen oder Aufspalten. Das können allerdings auch fast alle anderen Video-Editoren für Smartphones (Screenshot: CNET.de).

Übergänge

Um zwei einzelne Clips mit einem Übergang zusammenzufügen, tippt man in der Zeitleiste auf das +-Symbol zwischen den zwei Videos. KineMaster hat verschiedene 3D-Übergänge, Bild-in-Bild-Übergänge oder witzige Übergänge mit Herzen oder Sternen im Programm. Für seriösere Videos gibt es aber auch klassische oder Präsentations-Übergänge wie „farblich Ausblenden“, „Herauszoomen“ oder „Aufdecken“ und „Gleiten“. Ein kleines Demofenster zeigt stets wie der Übergang aussieht. Insgesamt gibt es 34 Übergänge. KineMaster bietet nach der Auswahl eines Übergangeffektes die Möglichkeit, die Zeit anzupassen, wie lange der Bildwechsel dauern soll. Je nach Übergang sind Zeiten zwischen 0,5 und 8 Sekunden einstellbar.

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KineMaster bietet 34 Übergänge – darunter auch klassische Effekte (Screenshot: CNET.de).

Tonspuren/Hintergrundmusik hinzufügen

Wer seinem Video-Clip eine neue Tonspur verpassen möchte, der tippt auf das Noten-Symbol auf der rechten Seite des runden Bedienelements oder nimmt mithilfe des gegenüberliegenden Buttons direkt Ton auf. KineMaster unterstützt MP3-, M4A- und auch AAC-Dateien, die über einen integrierten Browser ausgewählt werden können. Bis zu drei zusätzliche Tonspuren sind erlaubt.

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KineMaster für Android erlaubt bis zu drei weitere Tonspuren (Screenshot: CNET.de).

Ein Fingertipp auf das Noten-Symbol direkt an der Timeline öffnet dann die Ansicht mit den verschiedenen Tonspuren. Die originale Tonspur wird stets in Grün angezeigt. Die hinzugefügten Spuren in Blau. Praktisch ist, dass auch die Waveform der Audio-Datei angezeigt wird. Das kann beim späteren Abstimmen von Tonspur auf den Videoinhalt sehr hilfreich sein, da KineMaster hierbei manchmal Probleme macht.

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Die Tonspuren können einzeln in ihrer Lautstärke angepasst werden (Screenshot: CNET.de).

Mit einem langen Fingertipp verschieben Anwender eine Sound-Datei oder löschen sie wieder. Ein Klick öffnet wie bei den Videos die Werkzeugleiste. Mit KineMaster können Smartphone-Besitzer eine hinzugefügte Sound-Datei trimmen oder aufspalten sowie deren Lautstärke anpassen. Zudem lässt sich die Lautstärke partiell für gewünschte Bereiche lauter oder leiser stellen. Die Original-Tonspur kann nur in der Lautstärke angepasst werden.

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Auch einzelne Bereiche einer Tonspuren können unabhängig voneinander lauter oder leiser gestellt werden (Screenshot: CNET.de).

Für Hintergrundmusik bietet KineMaster eine eigene Funktion. Per Klick auf die Original-Tonspur besteht die Möglichkeit, ein Musikstück auszuwählen, das keine der drei weiteren möglichen Tonspuren belegt. Die Lautstärke der Hintergrundmusik kann per Fingertipp auf die Video-Timline und anschließend das Lautsprecher-Symbol geregelt werden.

Exportieren

Ist das Video fertiggestellt, führt die Zurück-Taste ins Hauptmenü zurück. Von dort aus kann das Video exportiert werden. Nach einem Klick auf das Symbol in der linken, unteren Ecke stehen drei Export-Optionen zur Auswahl: geringe Qualität (640 mal 360), HD (1.280 mal 720) und Full-HD (1.920 mal 1.080). Ein Fingertipp startet den Vorgang. Das Ausgabeformat ist MP4. Ein 12 Minuten 36 Sekunden langer Clip ist in HD-Qualität knapp 580 MByte groß. Auf einem Nexus 5 hat das Rendern ca. 8 Minuten gedauert.

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Als Format gibt die Android-App MP4 aus. Den Speicherort können Anwender über die Optionen ändern (Screenshot: CNET.de).

Die fertigen MP4-Dateien können Smartphone-Besitzer anschließend direkt auf Facebook, Google+, Youtube, Google Drive und in die Dropbox hochladen oder über die weiteren üblichen Möglichkeiten teilen.

Probleme

Probleme sind eigentlich nur beim Abstimmen von hinzugefügten Tonspuren auf den Videoinhalt aufgetreten. Hatte man eine Audio-Datei an eine bestimme Stelle des Clips verschoben, stimmten die Vorschau und die später exportierte Datei nicht immer überein. Im fertigen Clip fing der Ton plötzlich etwas später an, als es die Vorschau während dem Bearbeiten vermuten ließ. Das Problem ließ sich aber lösen, indem man sich beim Anpassen einer Tonspur an der Wellenform der Sound-Datei orientierte und nicht am tatsächlich zuhörenden Ton beim Abspielen des Videos im Vorschaufenster.

Fazit

Die Video-Editor-App KineMaster für das Android-Smartphone ist das umfangreichste Videobearbeitungswerkzeug, das wir bisher im Google Play Store gefunden haben. Die Android-App bietet im Grunde alle nötigen Features, um auch auf dem Smartphone recht professionelle Videos zu erstellen. Probleme gab es kaum. Der einzige Haken ist, dass KineMaster für das Android-Smartphone nicht gerade günstig ist. Wer Videos ohne Wasserzeichen exportieren möchte, muss 3,56 Euro pro Monat bezahlen. Wer eine ebenbürtige oder sogar noch bessere Video-App kennt, die günstiger ist, der darf gerne einen Kommentar hinterlassen.

Autor: Christian Schartel
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Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Video-Editor-App KineMaster im Test: Bearbeiten, Schneiden, Übergänge und Effekte für Android

  • Am 10. Oktober 2014 um 11:41 von Laura

    Zwar bisher nur für Android-Tablets verfügbar, aber dennoch auch sehr empfehlenswert finde ich die Movie Edit Touch-App von Magix!

  • Am 21. Dezember 2014 um 17:21 von Stefan Kobald

    Nette App, funktioniert einwandfrei!
    Wer unterwegs einen kleinen Film mit seinem Smartphone aufnimmt und ein wenig zurechtschneiden möchte ist dies genau das Richtige.
    Natürlich nicht zu vergleichen mit professioneller Software von Adobe, Magix usw.

  • Am 30. Juli 2015 um 16:32 von ewald

    Besteht auch die Möglichkeit, ein einzelnes Bild zu extrahieren, ohne den Film zu beschneiden?

  • Am 10. Februar 2016 um 18:13 von Kurt

    Hallo und erst einmal recht herzlichen Dank für diese wunderschöne App. Ich habe immer Videos gedreht und bearbeitet und dabei an der Thrombose Grenze gearbeitet. Dies ist für mein Smartphone mit 62 Jahren genau das Richtige, denn man kann die Videos sofort bearbeiten und gleich über den Fernseher Fritz Box wiedergeben. Wir sind nämlich davon ab vier Stunden Video zu gucken im Fernseher. Klasse weiter so

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