Google Now setzt sich bei Sprachassistenten vor Siri und Cortana

Wie präzise die digitalen Sprachassistenten auf 3086 verschiedene Fragen tatsächlich antworten, zeigt die Studie von Stone Temple. Google Now, Siri und Cortana sollten nicht nur durch Verweise auf Suchergebnisse punkten, sondern vor allem durch klare Informationen.

In einer umfangreichen Untersuchung hat die SEO-Beratungsfirma Stone Temple digitale Sprachassistenten auf die Korrektheit ihrer Antworten abgeklopft. Ihre Mitarbeiter stellten 3086 verschiedene Fragen und verglichen sie über die mobilen Plattformen von Google, Apple und Microsoft hinweg. Zur Gegenprobe schickten sie außerdem Anfragen an die Suchmaschinen Google und Bing.

Die Fragen, die mit den jeweiligen Smartphones gestellt wurden, waren bewusst nicht zufällig ausgewählt. Sie sollten vielmehr die auf Mobilgeräten standardmäßig bereitstehenden Sprachassistenten vor allem beweisen lassen, inwieweit sie eine Frage klar und direkt beantworten können – und nicht nur durch Verweise auf mehr oder weniger passende Suchergebnisse. Eine eindeutige Fragestellung wie die nach dem höchsten Berg der Welt sollte also einen Namen liefern und nicht nur ausführlich aus einem Wikipedia-Eintrag zitieren. Bevorzugt wurden übersichtlich dargestellte Informationen analog zur „Infobox“ neben Suchergebnissen, wie sie beispielsweise Google aus seiner Wissensdatenbank „Knowledge Graph“ speist.

Google Now beantwortet die meisten Fragen vollständig (Bild: Stone Temple).

Google Now beantwortet die meisten Fragen vollständig (Bild: Stone Temple).


 

Suchspezialist Google konnte hier seine Erfahrungen ausspielen, was nicht sonderlich überraschend ist. Stone Temples Auswertung zufolge beantwortete Google Now 88 Prozent der gestellten Fragen vollständig. Apples Siri folgte mit 53 Prozent, Microsofts Cortana mit 40 Prozent. Am besten schaffte es Google Now auch, die gewünschten Daten auf dem Smartphonedisplay übersichtlich in Infoboxen, strukturierten Auszügen oder ähnlich darzustellen. Hier lag es mit 58 Prozent vorn, gefolgt von Siri mit 29 Prozent und Cortana mit 20 Prozent.

Beim Schlusslicht Cortana fiel auf, dass Microsofts eigene Suchmaschine Bing vollständigere Ergebnisse lieferte. Für den fairen Vergleich wurde sie ebenfalls per Spracherkennung befragt und lieferte die besseren Antworten mit übersichtlichen Daten.

Siri und auch Cortana wichen immer wieder auf unterhaltsame, dafür aber weniger exakte Antworten aus. „Warum sind Feuerwehrautos rot?“ etwa beantwortete Apples digitaler Assistent mit gewundenen assoziativen Ausführungen im Stil der britischen Komikergruppe Monty Python. „Was ist Liebe?“ veranlasste Cortana zur Ankündigung, sich mit der Frage beschäftigen zu wollen – die Antwort könnte allerdings einige hundert Jahre auf sich warten lassen.

„An diesem 4. Oktober ist Google Now klar in Führung, was die schiere Anzahl der beantworteten Fragen angeht, und das mit größerer Genauigkeit als durch Siri oder Cortana“, lautet das Fazit der vergleichenden Untersuchung. „Alle drei Anbieter werden weiterhin in diese Technologie investieren. Aber die nackte Tatsache ist, dass Google an allen Fronten am schnellsten vorankommt.“

Zu einem unterschiedlichen Ergebnis kam kürzlich eine Studie von Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster, der sich häufig mit Apple-Themen beschäftigt. Er ließ Googles und Apples Sprachassistenten jeweils 800 Fragen beantworten. Nach seiner Auswertung arbeitet Google Now etwas präziser als Siri und verdiente sich damit die Schulnote 2, jedoch dicht gefolgt von Siri mit der Note 2-. Eine aktuelle Studie des größten US-Verkehrsclubs AAA wiederum bescheinigt Siri, im Vergleich zu anderen Spracheingabesystemen zu einer besonders hohen Ablenkung für Autofahrer zu sorgen.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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