Twitter: Bezahldienst startet noch in dieser Woche in Frankreich

Für den Bezahldienst arbeitet Twitter mit der französischen Bankengruppe BPCE zusammen. Twitter-Nutzer können in Kürze in Frankreich Geld mit einem einfachen Tweet an andere Nutzer überweisen. Eine Eingabe von Bankdaten ist nicht nötig.

Über den Microblogging-Dienst Twitter können französische Nutzer künftig nicht nur die maximal 140 Zeichen langen Nachrichten samt Bildern verbreiten, sondern auch Geld an andere Twitter-Mitglieder transferieren. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters arbeitet Twitter mit der nach Kundenzahl zweitgrößten französischen Bank zusammen und wird einen Bezahldienst für französische Twitter-Nutzer noch in der laufenden Woche starten. Um Geld an andere Anwender zu senden, ist neben einem Twitter-Konto in Frankreich lediglich eine Bankkarte eines beliebigen Geldinstituts nötig.

Twitter Buy: Bezahldienst startet noch in dieser Woche in Frankreich

Abgewickelt werden die Überweisungen wie bereist im September angekündigt von S-Money, einer Tochter für elektronisches Bezahlen der Bankengruppe Banques Populaires Caisses d’Epargne (BPCE). Laut BPCE-CEO Jean-Yves Forel sei diese Initiative ein gutes Beispiel der Innovationsstrategie der Bank hinsichtlich von neuen Zahlungstechnologien. Die Bankengruppe sei die erste, die Anwendern eine Lösung zum Bezahlen bietet, bei der sie Geld mit einer einfachen Twitter-Nachricht transferieren können. Durch die S-Money-Initiative biete sich eine Vielzahl an neuen Bezahloptionen in den Sozialen Netzwerken, so Forel. Der französische Twitter-Chef Olivier Gonzalez sprach von der Integration des S-Money-Dienstes in “einen für Twitter charakteristischen Konversationsstil, öffentlich und live”.

Dem S-Money-CEO Nicolas Chatillon zufolge soll es für eine Transaktion nicht nötig sein, Bankdaten des Empfängers einzugeben. Weitere Einzelheiten zur Funktionsweise und der praktischen Umsetzung – insbesondere zur Sicherheit – haben Twitter und die Bankengruppe bisher nicht preisgegeben. Abzuwarten bleibt auch noch, ob die Überweisungen in einem privaten Modus erfolgen oder für andere Teilnehmer sichtbar sind.

Ein Vorbild für den Dienst könnte die für iOS und Android verfügbare App Venmo sein. Die Bezahl-App kam mit der Übernahme des Zahlungsdienstleisters Braintree in den Besitz von Paypal. Sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit insbesondere bei jüngeren Nutzern in den USA.

Twitter sieht sich im Wettlauf mit Apple und Facebook, die ebenfalls Bezahldienste für Smartphones und Apps planen. Apple will seinen NFC-Bezahldienst Apple Pay in den USA für iPhone 6 und iPhone 6 Plus als iOS-Update bereitstellen. Laut Financial Times hat Facebook bereits die erforderlichen Lizenzen für Finanzdienstleistungen beantragt. Das Social Network hat außerdem den früheren Paypal-Präsidenten David Marcus abgeworben, der jetzt den Bereich Messaging-App leitet. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Facebook einen Bezahldienst in seine Messenger-App integrieren will.

Twitter selbst testet bereits einen Buy-Button innerhalb von Tweets. Er erlaubt, Waren direkt aus Tweets heraus mit einem Knopfdruck zu kaufen. Der neue Service, der in Twitters App für Android und iOS verfügbar ist, könnte bald auf weitere Nutzer ausgedehnt werden.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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