Google Nexus 6: das 6-Zoll-Smartphone mit Android Lollipop 5.0 im Hands-on

Googles Nexus 6 bietet einen knapp 6 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixeln. Es kommt mit einem Quad-Core-Snapdragon-Prozessor Qualcomm 805, 3 GByte RAM, einer 13- und einer 2-Megapixelkamera und einem 3220-mAh-Akku. Das Phablet soll ab Ende Oktober vorbestellbar sein. Unsere Kollegen hatten es bereits in der Hand.

Dieses Jahr hatte es Google vorgezogen, seine neuen Geräte eher beschaulich in einem schlichten Blogeintrag offiziell vorzustellen. Präsentiert wurden unter anderem das neue 8,9-Zoll-Tablet Nexus 9 des taiwanischen Hardware-Hersteller HTC und das 6-Zoll-Phablet Nexus 6 aus der Schmiede von Motorola.

Das Nexus 6 lässt sich ab 29. Oktober vorbestellen und ist ab November erhältlich. Die 32-GByte-Version des Nexus 6 wird 649 Dollar ohne Vertrag kosten, die 64-GByte-Version liegt bei 699 Dollar. In Deutschland dürften die Preise vermutlich bei 569 und 649 Euro liegen.

Nexus 6 (Bid: CNET)

Nexus 6 (Bid: CNET)

Im Rahmen einer Android-Lollipop-Demo von Google hatten unsere US-Kollegen bereits Gelegenheit, Zeit mit dem Nexus 6 zu verbringen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Anders als in der Vergangenheit wird dieses Nexus-Smartphone nicht mehr von LG sondern von Motorola gefertigt. Mit der gebogenen Rückseite, dem Aluminium-Rahmen und dem in einer kleinen Mulde auf der Rückseite integriertem Motorola-Logo erinnert das Nexus 6 irgendwie ganz stark an das neueste Moto X (2. Gen) von Motorola und wirkt wie ein zu groß geratenes Moto X.

Mit Abmessungen von 15,9 mal 8,3 mal 1,1 Zentimeter ist es das derzeit größte Nexus. Das Smartphone kommt mit einem 5,96-Zoll-QHD-AMOLED-Display, das mit einer ultrascharfen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel arbeitet und eine Pixeldichte von 493 ppi erreicht. Es reiht sich damit unter Geräte wie das LG G3 und das Samsung Galaxy Note 4 mit seinem Quad-HD-Display.

Das Display ist hell und die Farben lebendig. Die neue Größe des Nexus 6 ist gewöhnungsbedürftig und unhandlich – vor allem für Nutzer mit kleineren Händen. Es fühlt sich überraschend leicht an und macht einen insgesamt eleganten und soliden Eindruck. Speziell durch die gekrümmte Rückseite liegt es angenehm in der Hand. Dave Burke, Vice President of Engineering von Android äußerte CNET gegenüber, dass, als es um das Nexus 6 ging, nicht nicht die Frage, welche Größe die Richtige für ein Telefon sei, im Raum stand, sondern eher, welche Größe die Richtige für ein Internet-Gerät für die Tasche wäre. Und tatsächlich, durch das größere Display des Gerätes wird das Konsumieren von Medien und die Nutzung des Gerätes noch mehr intensiviert und der Anwender noch stärker gefesselt.

Das Nexus 6 wird von einem Quad-Core-Snapdragon-Prozessor und einer Adreno 805 GPU 420 angetrieben (Bild: CNET)

Das Nexus 6 wird von einem Quad-Core-Snapdragon-Prozessor und einer Adreno 805 GPU 420 angetrieben (Bild: CNET)

Im Inneren des Nexus 6 werkeln ein Quad-Core-Snapdragon-Prozessor Qualcomm 805 mit 2,7 GHz Taktuung und eine Adreno 420 GPU, die für ein reibungsloses Arbeiten sorgen. Ihnen stehen 3 GByte RAM zur Seite. Im Test lief das Smartphone beim Scrollen durch News wie beim Multitasking und dem Hin- und Herwechseln zwischen den Apps butterweich und ohne Ruckeln.

Der 3.220-mAh-Akku erlaubt eine Gesprächszeit von 24 Stunden und eine Standbyzeit von 300 Stunden. Die Video-Wiedergabe gibt Google mit 10 Stunden an. Ähnlich wie sein Nexus-Vorgänger, wird auch das drahtlose Aufladen möglich sein. Mit dem Turboladegerät reichen 15 Minuten Ladezeit für erneute sechs Stunden Laufzeit.

Das Nexus 6 bringt eine 13-Megapixel-Hauptkamera mit optischem Bildstabilisator, Dual-LED-Blitz und f/2.0-Linse mit. Videoaufnahmen sind mit 4K und 30 Bildern pro Sekunde möglich. Auf der Vorderseite befindet sich eine 2-Megapixel-Kamera. Für die Soundausgabe sind – ähnlich wie beim Moto X – zwei nach vorne gerichtete Lautsprecher zuständig.

Als neuestes Google-Smartphone kommt das Nexus 6 natürlich auch gleich mit der neuesten Android-Betriebssystem-Version 5.0 Lollipop. Sie ist in Reinform an Bord und ohne eine speziell vom Hersteller angepasste Benutzeroberfläche, wie sonst üblich. Als Google-Gerät erhält es entsprechend auch System-Updates, sobald diese verfügbar sind.

Was ist neu an Android 5.0

Mit dem neuen Update auf Android 5.0 führt Google das aktualisierte Oberflächendesign Material ein. Es ist bunter, transparenter und minimalistischer. Neue Animationen wurden hinzugefügt, Benachrichtigungen werden nun in der Reihenfolge ihrer Priorität organisiert und erscheint auf dem Sperr-Bildschirm. Mit dem Heads Up-Feature startet jetzt ein Popup-Fenster mit den wichtigsten Meldungen. Damit ist beispielsweise ein einfacher Zugriff auf Benachrichtigungen möglich, wenn gerade eine Fullscreen-App wie ein Spiel geöffnet ist.

(Bild: CNET)

(Bild: CNET)

Android 5.0 ermöglicht es dem Benutzer auch, sein Smartphone über Bluetooth freizuschalten. Wenn das Nexus 6 eine bekanntes zugeordnetes Bluetooth-Gerät in der Nähe aufspürt, wie ein Motorola Moto 360 oder eine LG G, entsperrt sich das Smartphone automatisch selbst.

Eingeflossen in Android 5.0 ist auch Googles „Projekt Volta“, das zum Ziel hat, die Akkulaufzeit von Android zu verbessern. App-Entwicklern stellt es beispielsweise mit dem „Battery Historian“ ein umfangreicheres Analyse-Tool zum Messen des Akkuverbrauchs von Anwendungen zur Verfügung. Dies sollen ihnen dabei helfen den Verbrauch von Apps zu optimieren.

(Bild: CNET)

(Bild: CNET)

Ausblick

Aus Googles einst eher puristischen und durchaus etwas streitsüchtigem Android-Handy ist jetzt – ausgestattet mit einem Bildschirm in Phablet-Größe und leistungsstarkem Innenleben – ein anspruchsvoller Vertreter der Oberklasse geworden. Die Veränderungen spiegeln sich allerdings auch im Preis wieder. Die 32-GByte-Variante wird jetzt vermutlich rund 250 Euro teurer als die 5-Zoll-Variante des Vorjahres (349 Euro für 16 GByte und 399 für 32 GByte).

Sicher, 650 Euro ist heute für ein Highend-Smartphone ohne Vertrag und Lock nicht mehr ungewöhnlich, durch den höheren Preis wird das Nexus aber sicher auch nicht mehr einer so breiten Schicht wie bisher zugänglich sein. Das „Nexus“-Smartphone hat sich mit dem Nexus 6 endgültig vom erschwinglichen Nischen-Gerät für Android-Enthusiasten zum Mainstream-Highend-Smartphone entwickelt.

[Mit Material von CNET.com]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Google Nexus 6: das 6-Zoll-Smartphone mit Android Lollipop 5.0 im Hands-on

  • Am 24. Oktober 2014 um 18:49 von mobile_nerd

    Ist das Nexus 6 wasserdicht?

    • Am 24. Oktober 2014 um 19:59 von Oliver W.

      Nein..

    • Am 24. Oktober 2014 um 20:47 von Alex

      Wahrscheinlich wie beim Moto X 2 offiziell Spritzwasserfest aber in Wirklichkeit wasserdicht.

  • Am 25. Oktober 2014 um 00:30 von QS

    Tippfehler! „Nexus 7[wohl Nr. 6?] werkeln ein Quad-Core-Snapdragon-Prozessor Qualcomm 805 mit 2,7 GHz Taktuung und eine Adreno 420 GPU,“

    • Am 25. Oktober 2014 um 18:37 von Christian Schartel

      Hallo,

      danke für Hinweis! Wurde ausgebessert :)

      beste Grüße, CNET.de-Redaktion

  • Am 25. Oktober 2014 um 02:39 von Schanzer

    Eigentlich hab ich mich schon aufs neue Nexus gefreut und wollte mir auch eins kaufen. Aber 6 Zoll sind mir dann doch zu groß. Ich bin mal gespannt wie die Entwicklung noch weiter geht. Vielleicht gibt’s in 1-2 Jahren wieder die guten alten Gürteltaschen, nur diesmal für Smartphones.
    Leider geht die Entwicklung der Größe meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Ich will mir doch keine Umhängetasche für ein Smartphone kaufen -.-

  • Am 31. Oktober 2014 um 11:52 von bernd

    je größer der bildschirm, desto mehr platz für google werbung und davon lebt google nunmal.

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