iPad Mini 3 im Test: außer Touch-ID nichts Neues

Das Apple iPad Mini 3 ist nun auch mit dem Touch-ID-Fingerabdruckscanner ausgestattet und in der Farbe Gold erhältlich. Abgesehen davon hat sich im Vergleich zum iPad Mini mit Retina-Display nichts geändert. Das neue Apple-Tablet ist ab 389 Euro erhältlich. Wir haben uns das iPad Mini 3 angesehen.

In der Welt der Konsumentenelektronik ändern sich die Dinge schnell. Das trifft vor allem auf den Bereich der Mobilgeräte zu. Was heute noch top ist, gehört morgen schon zum alten Eisen. Geräte jährlich zu aktualisieren und auf den neuesten Stand der Hardware zu bringen, ist im Grunde für jeden Hersteller im oberen Preissegment ein Muss.

Daher ist es überraschend, dass Apple das iPad Mini im Grunde nur geringfügig im Vergleich zum letztjährigen Modell verändert hat. Es hat zwar einen neuen Namen und ein paar neue Features, schaut man sich die technischen Daten an, kommt einem aber doch alles ziemlich bekannt vor.

Bei Display & Hardware nichts Neues

Das Apple iPad Mini 3 kommt mit demselben 7,9-Zoll-Display wie der Vorgänger. Die Retina-Auflösung von 2.048 mal 1.536 Pixel, die im vergangenen Jahr noch ein großes Upgrade darstellte, ist ebenfalls gleich geblieben. Das entspricht wie zuvor einer Pixeldichte von 326 ppi. Das IPS-Display sieht natürlich immer noch großartig aus, ist Blickwinkelstabil und bietet hohe Kontraste sowie tolle Farben. Eine Anti-Reflexionsbeschichtung oder eine Reduzierung der Display-Schichten gibt es im Gegensatz zum iPad Air 2 aber nicht.

ipad-mini-3-7970-004

Das Display des Apple iPad Mini 3 ist 7,9 Zoll groß und löst mit 2.048 mal 1.536 Pixel auf (Bild: CNET.com).

Angetrieben wird das iPad Mini 3 von dem 64-Bit-A7-Prozessor, den Apple auch schon im Vorgänger verbaut hat. Die CPU taktet auch wieder mit 1.27 GHz und wird von 1 GByte RAM unterstützt. Auch in Sachen Leistung ist das neue iPad Mini damit also auf demselben Niveau wie das iPad Mini mit Retina-Display. Das heißt aber nicht, dass es langsam ist. Im Grunde hat das iPad Mini 3 für alle Aufgaben genügend Power unter der Haube. Trotzdem hätte man sich natürlich ein Update gewünscht beziehungsweise erwartet, dass Apple auch das neue iPad Mini 3 mit der schnelleren A8X-CPU des iPad Air 2 und 2 GByte RAM ausstattet – nicht zuletzt um für zukünftige iOS-Upgrades und aufwendigere Anwendungen wie das zu erwartende Split-Screen-Feature gerüstet zu sein.

ipad-mini-3-7941-001

Prozessor, RAM, Speicherausstattung, Kamera und Akkulaufzeit sind identisch zum iPad Mini 2 (Bild: CNET.com).

Aktuell fehlt es dem Apple iPad Mini 3 aber noch nicht an Leistung. All unsere Lieblingsspiele sind perfekt auf dem neuen Apple Tablet spielbar. Ruckler waren nicht festzustellen. Genauso lief beim Surfen im Internet alles flüssig. Der Safari-Browser lädt Webseiten schnell und reagiert auch beim Scrollen und Zoomen stets flott. Im SunSpider-Benchmark, der die JavaScript-Performance des Browsers prüft, erreichte es mit 473 Millisekunden einen nicht zu verachtenden Wert. Im Vergleich zum iPad Air 2 ist es aber in etwa ein Drittel langsamer.

Die Akkulaufzeit ist auch noch genau so lang wie beim Vorgänger. Wie im letzten Jahr kommt das iPad Mini auf eine Laufzeit von 10 Stunden beim Surfen im WLAN-Netz. Bei unseren Tests kamen wir bei häufiger Nutzung gut über den Tag. Eine noch etwas längere Laufzeit könnte aber natürlich auch nicht schaden. Auch schnellere Ladezyklen wie bei dem neuen iPhones hätten wir begrüßt. Dennoch zählt sich das iPad Mini 3 zu den Tablets mit der längsten Akkulaufzeit. Der Artikel Tablets: Akkulaufzeiten im Vergleich erlaubt einen Vergleich mit zahlreichen weiteren Modellen.

ipad-mini-3-8001-007

Die iSight-Kamera hat im Vergleich zum iPad Air 2 keine höhere Auflösung erhalten (Bild: CNET.com).

An der 5- beziehungsweise 1,2-Megapixel-Auflösung der hinteren iSight- und vorderen FaceTime-Kamera ändert sich auch beim iPad Mini 3 nichts. Eine höhere Auflösung hat Apple dem kleinen Tablet im Gegensatz zum iPad Air 2 nicht spendiert.

Bekanntes Design

Auch beim Design hat sich im Vergleich zum Vorgänger fast nichts geändert. Das iPad Mini 3 kommt mit demselben Aluminium-Gehäuse wie das iPad Mini mit Retina-Display. Damit hat Apple das Design des kleinen iPads nun schon im dritten Jahr beibehalten und nicht aktualisiert. Allerdings muss man Änderungen auch nicht erzwingen, denn das iPad Mini 3 sieht immer noch schick und hochwertig aus. Es misst wie bisher 200 Millimeter in der Höhe, 134,7 Millimeter in der Breite und in der Tiefe 7,5 Millimeter. Das Gewicht ist mit 331 respektive 341 Gramm ebenfalls identisch zum iPad Mini Retina.

ipad-mini-3-7988-005

Auch am Design ändert sich beim ipad Mini 3 nichts (Bild: CNET.com).

Im Vergleich zum neuen iPad Air 2, das mit 6,1 Millimeter eines des dünnsten Tablets am Markt ist, wirkt das iPad Mini inzwischen aber nicht mehr ganz so schlank wie im letzten Jahr.

ipad-mini-3-7946-002

Das iPad Mini 3 ist im Gegensatz zum iPad Air 2 nicht dünner geworden (Bild: CNET.com).

Die einzige Design-Neuheit ist eine neue Farbvariation. Das iPad Mini 3 ist wie das iPhone 6, das iPhone 6 Plus und das iPad Air 2 nun auch in Gold mit weißer Front erhältlich. Darüber hinaus steht es wie üblich in Silber mit weißer Front und Spacegrau mit schwarzer Vorderseite zum Verkauf. Die Modelle mit LTE-Verbindung sind auf der Rückseite wie üblich mit einer Kunststoff-Leiste für die Antenne versehen.

Die Neuerungen

Was hat sich denn nun geändert? Die große Neuheit ist der Touch-ID-Fingerabdruckscanner, den Apple auch dem iPad Air 2 spendiert hat. Eingeführt hatte ihn Apple im letzten Jahr mit dem iPhone 5S. Damit können nun auch iPad-Mini-Besitzer ihr Tablet durch Berühren des Homebuttons mit einem Finger entsperren. Wie bei den anderen Apple-Geräten funktioniert Touch-ID erstaunlich gut und kann natürlich auch für Transaktionen in iTunes oder in anderen Apps wie Dropbox zur Identifikation genutzt werden. Mit dem neuen iOS 8.1 ist das iPad Mini 3 auch für den Bezahldienst Apple Pay gerüstet. Ein NFC-Modul bringt das kleine Apple Tablet wie das iPad Air 2 nicht mit, womit keine Einkäufe in Ladengeschäften wie mit einem iPhone 6 möglich sind. Das iPad Mini 3 unterstützt daher nur Online- oder In-App-Käufe.

ipad-mini-3-8022-009

Die große Neuheit ist der Touch-ID-Sensor, der zum Entsperren des Tablets und Einkaufen via Apple Pay dient (Bild: CNET.com).

Eine weitere Neuerung, die allerdings aktuell nur in den USA und Großbritannien nutzbar ist, ist die neue Apple-SIM für die Modelle mit Mobilfunkverbindung. Dabei handelt es sich um eine programmierbare SIM-Karte, die einen schnellen Wechsel zwischen einzelnen Mobilfunkprovidern und Verträgen erlaubt. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man beispielsweise im Ausland das Zahlen teurer Roaminggebühren dadurch umgehen kann, in dem man einfach einen lokalen Provider auswählt. Die Suche nach einem Telefonladen, der auch das korrekte SIM-Format (Standard, Nano, Micro, Mini) anbietet und das Ausfüllen lästiger Formulare entfallen dadurch. In der Praxis muss sich diese Flexibilität allerdings erst noch beweisen. Mit dem iPad Mini 3 und auch iPad Air 2 ist das Angebot aktuell auf AT&T, T-Mobile US, Sprint und EE (UK) begrenzt. Andererseits bewirbt Apple genau den Roaming-Anwendungsfall auf der eigenen Webseite.

Die von Apple angebotene Lösung ist derzeit noch nicht fest eingebaut, sondern nutzt den für SIMs vorgesehenen Slot. Sie lässt sich also gegen eine herkömmliche SIM tauschen. Für die Zukunft sind allerdings auch Lösungen denkbar, bei denen Apple auf einen Kartenslot generell verzichtet und die programmierbare SIM auf dem Smartphone-Mainboard unterbringt. Dann hätten Mobilfunkkonzerne gar keine Möglichkeit mehr, SIM-Karten an iPhone-Kunden zu verkaufen. Darüber hinaus ist die einzige andere Neuerung das Modell in goldener Farbe. Das ist es. Alles andere ist gleich geblieben.

ipad-mini-3-7968-003

iPad Air 2 und iPad Mini 3 im Vergleich (Bild: CNET.com).

Der Einstiegspreis liegt bei 389 Euro für das iPad Mini 3 mit WLAN-Modul und 16 GByte Speicher. Die LTE-Version kostet 509 Euro. Die iPad-Mini-3-Modelle mit größerem Speicher kosten jeweils 100 Euro mehr. Mit 64 GByte ist das iPad Mini 3 also für 489 respektive 609 Euro und mit 128 GByte für 589 beziehungsweise 709 Euro erhältlich. Das iPad Mini Retina, das jetzt iPad Mini 2 heißt und bis auf den Touch-ID-Sensor identisch zum neuen Apple-Tablet ist, kostet jetzt nur noch 289 respektive 409 Euro mit WLAN- oder LTE-Modul und 16 GByte Speicher. Mit 32 GByte steht es für 339 beziehungsweise 459 Euro zum Verkauf. Die Modelle mit mehr Speicher hat Apple abgeschafft.

Fazit

Genau wie das Modell aus dem Jahr 2013 ist das Apple iPad Mini 3 ein großartiges Tablet. Es hat die perfekte Größe für diejenigen, die sich im Vergleich zum Air ein etwas kompakteres Gerät wünschen. Die Mischung aus starker Leistung, langer Akkulaufzeit und hochwertigem Design machen das iPad Mini 3 immer noch zu einem der besten kleinen Tablets am Markt. Allerdings hat sich der Tablet-Markt im letzten Jahr weiterentwickelt und Käufer haben mit neuen High-End-Geräten wie dem HTC Nexus 9 eine größere Auswahl als jemals zuvor. Das iPad Mini 3 hat dagegen keine großen Fortschritte gemacht.

Bis auf den Touch-ID-Sensor gibt es keinen Grund zum neuen iPad-Mini-Modell zu greifen. Für iPad-Mini-Retina-Besitzer lohnt sich ein Kauf des neuen kleinen Apple-Tablets daher wohl kaum. Wer noch kein iPad Mini besitzt und über den Kauf des kleinen Apple-Tablets nachdenkt, der sollte sich ebenfalls gut überlegen, ob er nicht zum letztjährigen Modell greift und auf den Touch-ID-Sensor sowie größeren Speicher verzichten kann. Gibt man sich allerdings nicht mit 16 oder 32 GByte Speicher zufrieden, bleibt einem kaum eine andere Wahl, außer sich gegebenenfalls nach einem gebrauchten 2013-Modell mit 64 oder 128 GByte umzuschauen.

[Mit Material von Tim Stevens, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu iPad Mini 3 im Test: außer Touch-ID nichts Neues

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *