Huawei Ascend Mate 7 im Test: ausdauernder als das iPhone 6 Plus?

Das Huawei Ascend Mate 7 kommt mit einem 6-Zoll-Full-HD-Bildschirm, dem Octa-Core-Prozessor Kirin 925, einem Fingerabdruckscanner, einer 13-Megapixel-Kamera, einem 4100-mAh-Akku und Android 4.4.2 als OS. Wie sich das 499 Euro teuere Phablet von Huawei schlägt, das verrät folgender Artikel.

Mit dem Ascend Mate 7 hat Huawei im Rahmen der IFA 2014 in Berlin der Nachfolger seines Android-Tablets Ascend Mate 2 vorgestellt. Im Gegensatz zum Vorgänger kann sich das Mate 7 mit seinem schicken Aluminium-Design und einer hochwertigen Ausstattung auch mit Konkurrenten wie dem Galaxy Note 4 von Samsung oder Apples iPhone 6 Plus messen. Wir haben das neue Android-Phablet von Huawei getestet.

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Das Huawei Ascend Mate 7 kommt für 499 Euro Ende Oktober in den Handel (Bild: CNET.com).

Preis & Verfügbarkeit

Das Huawei Ascend Mate 7 kostet 499 respektive 599 Euro in der 16- beziehungsweise 32-GByte-Version und soll Ende Oktober zum Verkauf stehen. Damit ist es ein gutes Stück günstiger als die Konkurrenz von Apple und Samsung. Bei diversen Einzelhändlern und Online-Shops wird es schon in der  2-GByte-RAM-Variante mit 16 GByte Speicher gelistet, aber zum Großteil noch als „nicht verfügbar“ geführt. Leserkommentaren zufolge hat Amazon das Android-Phablet aber bereits in kleiner Stückzahl ausgeliefert. Wer bei Amazon noch bis zum 29.10 vorbestellt, erhält das Huawei TalkBand B1 im Wert von 110 Euro kostenlos mit dazu. Saturn gibt beispielsweise an, das Ascend Mate 7 schon auf Lager zu haben.

Design

Mit seinem 6 Zoll großen Display zählt sich das Huawei Ascend Mate 7 zu den größten Smartphones am Markt. Das Gehäuse misst 157 mal 81 Millimeter in der Höhe und Breite und ist damit noch ein kleines Stück größer als das eines Galaxy Note 4, aber kompakter als das iPhone 6 Plus. Die Tiefe beträgt 7,9 Millimeter, womit es zwar nicht so dünn wie ein iPhone 6 Plus ist, aber das Note mit seinen 8,5 Millimeter unterbietet.

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Das Huawei Ascend Mate 7 ist 7,9 Millimeter dünn (CNET.de).

Aufgrund er Größe ist es so gut wie unmöglich das Mate 7 komfortabel mit einer Hand zu bedienen – außer man hat Handflächen so groß wie ein Planet. Aber es könnte deutlich schlimmer sein. Denn Huawei hat den Rand rundum das Display möglichst klein gehalten, womit sich das Ascend Mate 7 zu den kompaktesten 6-Zoll-Geräten zählt. Laut Huawei werden 83 Prozent der kompletten Vorderseite vom Bildschirm eingenommen. Dieses Front-zu-Bildschirm-Verhältnis übertrumpft sogar das des LG G3 – vom iPhone 6 Plus ganz zu schweigen.

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Das Gehäuse des Huawei Ascend Mate 7 ist zum Großteil aus Aluminium (Bild: CNET.com).

Das Gehäuse des Ascend Mate 7 ist nicht mehr aus Kunststoff gefertigt, sondern zum Großteil aus Aluminium. Es macht einen genauso hochwertigen Eindruck wie das des HTC One. Das iPhone 6 gefällt uns dann aber doch noch etwas besser. Die Rückseite des Mate 7 ist leicht gebogen und an den Kanten abgeschliffen. Die Ecken sind abgerundet, die Kanten dagegen nicht. Auf der Rückseite sitzen noch die Kamera und ein Fingerabdruckscanner. An der oberen und unteren Seite sind Kunststoffabdeckungen für die Antennen vorzufinden, die aber nicht negativ auffallen. Erhältlich ist das Android-Phablet in den Farben Silber, Dunkelgrau und Gold.

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An der oberen und unteren Seite des Gehäuses hat Huawei für einen ungestörten Empfang statt Aluminium Kunststoff verbaut (Bild: CNET.com).

Das  Metall-Gehäuse fühlt sich deutlich hochwertiger an als das üblich verwendete Plastik und verleiht dem Smartphone in Verbindungen mit den dünnen Displayrahmen definitiv das Aussehen eines High-End-Gerätes. Das Mate 7 ist eines der wenigen Huawei-Geräte, die uns auch bezüglich des Designs begeistern können. Wer Huawei diesbezüglich nicht auf der Rechnung hatte, wird das chinesische Unternehmen spätestens jetzt auch unter dem Gesichtspunkts Design zu den Top-Hersteller zählen.

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Der microSD-Kartenslot lässt nur mit einem SIM-Tool öffnen (Bild: CNET.com).

An der rechten Gehäuseseite hat Huawei die Lautstärkeregelung und darunter den Power-Button verbaut. Auf der linken Seite des Gerätes sitzt der microSD-Kartenslot und der SIM-Karteneinschub, die beide nur mit einem SIM-Tool geöffnet werden können. Das ist sicherlich etwas unpraktisch. Auf der Rückseite sitzt dann die Kamera, ein Fingerabdruckscanner und an der Unterseite des Gehäuses ein Lautsprecher.

Display

Einen weiteren Schritt in Richtung Oberklasse hat Huawei auch beim Display gemacht. Der 6 Zoll große Bildschirm löst jetzt mit einer Full-HD-Display von 1.920 mal 1.080 Pixel auf – und nicht mehr nur mit 1.280 mal 720 Bildpunkten wie beim Vorgänger. Das entspricht einer Pixeldichte von 367 ppi. Das Note 4 kommt mit seiner QHD-Auflösung dagegen auf deutliche höhere 515 ppi.

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Das Display löst beim Mate 7 mit Full-HD auf (Bild: CNET.de).

Beim Bildschirm handelt es sich um das neue IPS-Neo-Panel von JDI, das über ein hohes Kontrastverhältnis von 1500:1 verfügt. Das Display ist ausreichend hell, kommt aber nicht an die Helligkeit eines iPhone 6 Plus oder Note 4 heran. Für ein LCD liefert es aber gute Schwarzwerte. Farben stellt es im Allgemeinen natürlich dar. Das Display hat bei der Betrachtung aus einem gewissen Blickwinkel einen guten Eindruck gemacht. Blickt man schräg auf den Bildschirm, geht nur minimal an Helligkeit verloren. Die Farben bleiben erhalten. Insgesamt gibt es bis auf die vergleichsweises etwas geringere Helligkeit an der Anzeige des Huawei Ascend Mate 7 nichts auszusetzen. Bei einer Größe von 6 Zoll hätte es eventuell von einer höheren QHD-Auflösung profitiert.

Hardware & Leistung

Angetrieben wird das Android-Phablet von dem 1,3-GHz-Achterkern-Prozessor Kirin 925 von HiSilicon samt einem Microkern vom Typ i3. Er arbeitet nach der big.LITTLE-Technologie. Der Chip besteht aus zwei Quad-Core-CPUs (vier Cortex-A15- und vier Cortex-A7-Kernen). Einer davon ist leistungsstärker und für Anwendungen wie Spiele, die jede Menge Power benötigen, zuständig. Die zweite Einheit ist für alle Aufgaben gedacht, die weniger leistungsintensiv sind.

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Geekbench 3: Huawei Ascend Mate 7 (links) vs Samsung Galaxy Note 4 (rechts) (Bild: CNET.de).

Der Kirin 925 soll in etwa so schnell wie Qualcomms Snapdragon-805-Chip sein. Im Geekbench-3-Benchmark-Test hat das Mate 7 3076 respektive 901 Punkte im Multi- und Single-Core-Test erreicht. Das Samsung Galaxy Note 4 kam auf einen Score von 3239 beziehungsweise 1084.

Im AnTuTu-Benchmark (v5.1.5) erreichte das Mate 7 42529 Punkte und das Galaxy Note 4 46259 Punkte. Im Quadrant-Standard hat das Mate nur einen Score von 11.469 verzeichnet, womit es nur die Hälfte der Punkte des Samsung Galaxy Note 4 (23,710) verbuchen kann. Woran das liegt lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

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Quadrant Standard: Huawei Ascend Mate 7 (rechts) vs Samsung Galaxy Note 4 (links) (Bild: CNET.de).

Im alltäglichen Gebrauch ist die Leistung des MediaTek-Chips aber ausreichend. Das Spielen von grafisch aufwendigeren Games wie Dead Trigger 2, Asphalt 8 oder N.O.V.A 3, das Bearbeiten von Fotos mit Snapseed oder Adobe Photoshop oder das Abspielen und Streamen von HD-Videos gingen jedenfalls flüssig von der Hand – und Apps starten fast immer ohne merkliche Verzögerung und in den meisten Fällen genauso schnell wie auf dem Note 4.

Beim Öffnen der Kamera-App braucht das Mate 7 aber beispielsweise einen Ticken länger. Auch im Play Store ist der Seitenaufbau ein Hauch langsamer. Allerdings wird dies keinem auffallen, solange er nicht beide Geräte im direkten Vergleich laufen lässt. In Spielen wie FIFA 15 ist kein Performanceunterschied festzustellen. Insgesamt läuft das System des Mate 7 zum Großteil flüssig. In seltenen Fällen machen sich aber kleine Microruckler bemerkbar – beispielsweise beim Wechseln der Homescreens. Vermutlich liegt das an Huaweis EMUI-Oberfläche.

Der Arbeitsspeicher ist bei beim Standard-Modell 2 GByte groß. Der interne Speicher ist 16 GByte groß und kann per microSD-Karte um bis zu 32 GByte erweitert werden. Daneben gibt es noch ein Modell mit 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Für Nutzerdaten bleiben beim 16-GByte-Modell 11,55 GByte übrig.

Akkulaufzeit

Das große Gehäuse des Ascend Mate 7 bietet Platz für einen großen Akku. Huawei hat dem Mate 7 eine Kapazität von 4100 mAh spendiert. Im CNET-Labs-Akkutest, bei dem ein HD-Video in der Dauerschleife über das Display flimmert, hat sich das Huawei Phabelt auch sehr gut geschlagen. Mit einer vollen Akkuladung hat es 17 Stunden durchgehalten, womit es sich zu einem der ausdauerndsten Android-Smartphones zählen kann, die wir bisher getestet haben. Zum Vergleich: dem iPhone 6 Plus ging beispielsweise nach 13 Stunden und 16 Minuten der Saft aus. Der Test des Galaxy Note 4 steht noch aus. Das Galaxy S5 kommt beispielsweise mit seinen 15 Stunden ebenfalls nicht an das Mate 7 heran. Das Ascend Mate 7 kommt auch mit einer beeindruckenden Standby-Zeit. Nach 14 Tagen war der Akku des Gerätes immer noch nicht komplett entleert.

Im Alltag hängt die Akkulaufzeit natürlich maßgeblich vom Gebrauch ab. Wer die Bildschirmhelligkeit stets auf die höchste Stufe eingestellt hat, wird mehr Strom verbrauchen. Wer aber das Gerät eher seltener am Tag nutzt, könnte auf eine Akkulaufzeit von mehreren Tagen kommen. Auswechseln lässt sich der Akku beim Ascend Mate 7 im Gegensatz zum Galaxy Note 4 nicht. Auch das iPhone 6 Plus kommt mit einem festverbauten Akku.

Kommunikation

An Kommunikationsmöglichkeiten hat das Ascend Mate 7 WLAN 802.11 a/b/g/n, Dual-Band-WiFi, UMTS (42/11,5 MBit/S), Bluetooth 4.0, GPS, NFC und DLNA an Bord. Das Ascend Mate 7 unterstützt zudem LTE-A Kategorie 6 mit Downloadraten von bis zu 300 MBit/s. Der schnellste WLAN-Standard 802.11ac ist allerdings nicht mit an Bord. Das SIM-Kartenformat ist microSIM.

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Die Kamera des Ascend Mate 7 löst mit 13 Megapixel auf, hat aber keinen optischen Bildstabilisator wie ein iPhone 6 Plus oder Galaxy Note 4 (Bild: CNET.com).

Kamera

Beim Nachfolger Ascend Mate 7 kommt wie bisher eine 13-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Die Front-Webcam löst ebenfalls unverändert mit 5-Megapixel auf. Die Kamera macht auch ansehnliche Fotos mit natürlichen Farben, einer ausgeglichene Belichtung und zahlreichen Details. Folgende Testaufnahmen vermitteln einen Eindruck der Bildqualiltät:

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Der erste Schnappschuss dieses Rollers sieht richtig gut aus und kann mit schönen Farben, einer ausgeglichenen Belichtung und vielen Details aufwarten (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

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Bei diesem Schnappschuss einer Walnuss überzeugt das Mate 7 mit schönen Farben und vielen Details. (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

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Die Farben sind hier zwar etwas blass, allerdings ist das Foto gut beleuchtet, was bei einem derart hellen Himmel nicht einfach ist (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

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Diese Nahaufnahme ist ebenfalls richtig scharf und kommt mit lebendigen Farben (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

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Das Ascend Mate 7 hat auch einen HDR-Modus, der die schattigen Bereiche des Bildes etwas aufhellt und das Sonnenlicht in der linken oberen Ecke etwas abschwächt. Das Blau des Himmels ist dafür etwas ausgewaschen. Hier das Bild ohne HDR-Modus (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

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Hier das Foto mit HDR-Modus (Huawei Ascend Mate 7 Kamera-Test, Bild: CNET.com).

Insgesamt überzeugt die 13-Megapixel-Kamera des Ascend Mate 7 bei guten Lichtbedingungen auf voller Linie. Bei schwachem Licht kann die Knipse trotz Einstellmöglichkeiten für ISO-Werte nicht mit einem Xperia Z3 oder HTC One (M8) mithalten. Es liegt ungefähr auf dem Level eines Galaxy S5.

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Das Foto wurde mit dem Huawei Ascend Mate bei annähender Dunkelheit (Tür bis zum Anschlag angelehnt) in unserer Besenkammer aufgenommen. Etwas Licht konnte nur durch den Spalt an der Seite beziehungsweise unter der Tür einfallen. Eingestellt war eine maximale ISO-Empfindlichkeit von 800 (Bild: CNET.de).

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Das Xperia Z3 bim manuellen Modus samt dem Szene-Modi „Hohe ISO-Empfindlichkeit“ deutlich besser ab (Bild: CNET.de).

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Auch das Sony Xperia Z2 mit Automatik-Modus fängt mehr Licht als das Mate 7 ein. Ähnlich sieht es dagegen beim Samsung Galaxy S5 im Automatik-Mode aus. Auch ohne Bildstabilisierung und verschiedenen ISO-Werten wurde die Aufnahme nicht besser (Bild: CNET.de).

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Zu guter Letzt noch das Foto des HTC One (M8) im manuellen Modus mit hohem Weißabgleich, ISO 400 und langer Belichtungszeit. Alle Bilder sind übrigens nicht in Orignalgröße, sondern wurden wieder etwas skaliert. Die Unterschiede dürften aber auch so deutlich zu sehen sein (Bild: CNET.de).

Bei derartig schlechten Lichtverhältnissen sollte man sowieso den LED-Blitz verwenden, der das Geschehen beim Mate 7 meist auch ausreichend ausleuchtet, aber beispielsweise nicht ganz so hell ist wie beim Xperia Z3.

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Huawei Ascend Mate 7 mit LED-Blitzlicht (Bild: CNET.de).

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Foto des Sony Xperia Z3 mit LED-Blitz (CNET.de).

Der Front-Webcam hat Huawei eine Panorama-Funktion für Selbstportraits spendiert. Dadurch passen mehr Personen auf einen Selfie. Ist der entsprechende Modus aktiviert, macht die Front-Kamera drei Fotos, die am Ende zu einem Bild zusammengesetzt werden. Der Smartphone-Besitzer muss zur Aufnahme die Kamera einfach nur nach links und anschließend nach rechts schwenken. Samsung hat eine identische Funktion auch in das Galaxy Note 4 integriert. Ein Sieger bei der Aufnahme eines „Groufies“ lässt sich schwer ausmachen, denn auf beiden Geräten sind die Bilder gut gelungen.

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Huawei hat dem Ascend Mate 7 eine Panorama-Funktion für Selbstportraits spendiert (Bild: CNET.de).

Sound

Die Lautstärke des Lautsprechers kommt nicht an die Dual-Front-Stereo-Lautsprecher eines Sony Xperia Z3 oder HTC One (M8) heran, ist aber etwas höher als bei einem iPhone 6 Plus oder Galaxy Note 4. Dafür ist der Klang nicht ganz so voluminös wie beim Apple-Smartphone. Die Positionierung des Lautsprechers auf der Rückseite hat Nachteile beim Videoschauen. Der Lautsprecher ist nach hinten statt nach vorne gerichtet. Beim halten des Smartphones im Landschaftsmodus passiert es aber selten, dass man den Lautsprecher mit der Hand verdeckt. Das iPhone 6 Plus oder das  Nexus 5 sind hier deutlich anfälliger. Insgesamt ist der Sound des Lautsprechers ordentlich und auch die Lautstärke überzeugt.

Betriebssystem

Das Ascend Mate 7 ist ab Werk noch mit Android 4.4.2 KitKat ausgestattet. Die neueste Version 4.4.4, mit der die meisten aktuellen High-End-Geräte ausgeliefert werden, ist noch nicht mit an Bord. Googles Android hat Huawei seine Emotion-UI-Oberfläche 3.0 übergestülpt, die es im Vergleich zu Stock-Android visuell stark verändert hat. Vom Design her ist sie schon etwas auf das kommende Android L getrimmt. Die Navigationstasten am unteren Bildschirmrand sind im Design der neuen Betriebssystemversion gehalten.

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Huawei hat dem Ascend Mate 7 wie üblich sein EMUI 3.0 übergestülpt (Bild: CNET.com).

Das nächste was auffällt ist, dass es keinen App-Drawer gibt und die installierten Anwendungen auf dem Homescreen zu finden sind. Die Übersicht fördert dies nicht gerade – vor allem wenn man viele Widgets nutzt. Wer allerdings von iOS auf Android umsteigt, dürfte sich mit diesem Konzept zurechtfinden, denn bei Apple ist es genauso.

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Alle installierten Apps landen wie bei iOS direkt auf dem Homescreen (Bild: CNET.de).

Nutzer können die Oberfläche mit verschiedenen Themes personalisieren und von Farben über Hintergrundbild bis App-Icons alles ihren Wünschen anpassen. Darüber hinaus können Anwender die Übergänge zwischen den Homescreens sowie das Layout der Apps anpassen.

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Sech verschiedene Themes stehen Mate-7-Besitzern zur Auswahl (Bild: CNET.de).

Die Auswahl an Themes ist allerdings nicht allzu groß. Insgesamt sind nur sechs verschiedene Themen vorinstalliert. Einen offiziellen Huawei-Store zum Herunterladen weiterer Vorlagen scheint es nicht zugeben. Wem die etwas nostalgisch wirkende Standard-Oberfläche nicht gefällt, der dürfte aber unter den fünf anderen Themes eine passendere Oberfläche finden. Ansonsten stehen auch noch genügend Launcher im Google Play Store zum Download bereit.

Die Benutzeroberfläche hat Huawei mit einigen neuen Features ausgestattet. Einige der Erweiterungen von Huawei sind recht praktisch. Man kann bei Bedarf die Reihenfolge der Navigations-Buttons anpassen oder einen Shortcut zum Öffnen der Benachrichtigungsleiste anlegen, was bei einem 6-Zoll-Gerät durchaus Sinn macht. Das Manager-Tool von Huawei erlaubt es Smartphone-Besitzern, komfortabel nicht mehr benötigte Dateien zu löschen, Hintergrundprozesse zu beenden oder Anrufe von bestimmten und unbekannten Nummern zu blockieren.

Erweitert hat Huawei beispielsweise auch die Multitasking-Funktionalität. Per langem Fingertipp auf den entsprechenden Button können Smartphone-Besitzer ohne einen Umwegen über die übliche Auswahl zwischen den letzten beiden Apps hin- und herwechseln. Das geht etwas schneller als über die übliche Funktion.

Mit einem Swipe von knapp unterhalb der Statusleiste nach unten öffnet sich zudem ein Menü, das eine Suche für Apps, Kontakte oder Nachrichten bereithält. Der Benachrichtigungsleiste hat Huawei zudem eine Timeline hinzugefügt, die für eine noch etwas bessere Übersicht sorgen soll.

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Benachrichtigungsleiste und Quick-Settings (Bild: CNET.de).

Auf der anderen Seite hat Huawei auf dem Ascend Mate 7 aber auch eine Reihe an Software vorinstalliert, die wohl nicht jeder nutzen und erst einmal löschen wird. Andere werden sich über die Software-Zugaben aber womöglich freuen. Darunter Spiele wie Bubble Bash Mania, Dragon Mania oder Real Football 2015.Dem Ascend Mate 7 legt Huawei auch noch ein zwölfmonatiges Premium-Abonnement der App ToDoIst sowie 50 GByte Cloud-Speicher bei Bitcasa bei. Dieser kann für ein Jahr lang kostenlos genutzt werden. Wer nicht verlängern möchte, behält die üblichen 10 GByte. Zudem erhalten Mate-7-Besitzer noch zwei bis drei Zeitschriften-Abos der App Zinio gratis.

Fingerabdruckscanner

Ein Highlight des Ascend Mate 7 ist der Fingerabdruckscanner auf der Rückseite des Gerätes. Huawei betont, dass der Sensor in fast jeder Situation funktioniert: Ob man trockene oder nasse Finger hat, macht keinen Unterschied. Mit trockenen Fingern hat er das Android-Smartphone jedenfalls wie versprochen in kürzester Zeit entsperrt. Mit angefeuchtetem Finger hat es in unserem Test allerdings nicht geklappt.

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Die Einrichtung dauert wenige Minuten. Der Finger wird dabei aus verschiedenen Winkel auf den Fingerabdruckscanner gelegt (Bild: CNET.de).

Bei der Einrichtung des Fingerabdruckscanner werden Nutzer durch ein kurzes Vibrieren aufgefordert, ihren Finger in verschiedenen Positionen auf den Sensor zu legen, sodass er auch aus verschiedenen Winkeln richtig erkannt wird. Die Persönlichen Daten speichert das Gerät in einer sogenannten Trustzone, die sich innerhalb des Chipsatzes befindet und dort durch SecureOS geschützt ist.

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Der Fingerabdruckscanner des Ascend Mate 7 kann auch zum Verwalten mehrerer Nutzerkonten verwendet werden (Bild: CNET.de).

Der Fingerabdruck dient nicht nur zum Entsperren des Smartphones, sondern kann auch zum Verwalten mehrerer Nutzerkonten verwendet werden. So können Mate-7-Besitzer beispielsweise Gastkonten für Familienmitglieder anlegen. Zuerst muss dem neuen Account ein eigenes Passwort zugewiesen werden. Dann lässt sich dem Gastkonto auch ein Fingerabdruck zuordnen, der dann das Smartphone nur mit eingeschränktem Zugriff auf Anwendungen, Kontakte oder Alben freigibt. Auf welche Inhalte das Gastkonto zugreifen darf, das kann unter dem Bereich „Private Daten“ in den Datenschutzeinstellungen festgelegt werden.

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Mate-7-Besitzer können den Zugriff eines Gastkontos auf Anwendungen, Kontakte oder Alben einschränken (Bild: CNET.de).

Allerdings musste man dabei alle Inhalte anwählen, die ausgeblendet werden sollen, was bei vielen vorhandenen Daten recht umfangreich werden kann. Praktischer wäre es natürlich, wahlweise auch nur anhaken zu müssen, was zu sehen sein soll. Auf unserem Testgerät hatte sich daran noch nichts geändert. Wir hoffen weiterhin, dass diese Funktion per Update nachgereicht wird. Über den Fingerabdruck-Sensor lässt sich weiterhin auch die eingebaute Kamera auslösen.

Ein großer Nachteil des Mate 7 ist die Positionierung des Fingerabdruckscanners auf der Rückseite. Im Gegensatz zum Note 4 oder iPhone 6 Plus lässt sich das Huawei-Smartphone so nicht mit dem Finger entsperren, wenn es auf dem Tisch liegt. Um an den Scanner heranzukommen, muss man es stets in die Hand nehmen.

Fazit:

Das Huawei Ascend Mate 7 war für uns eine der Überraschungen der IFA – und der gute Ersteindruck hat sich auch im Test weitgehend bestätigt. Das neue Android-Phablet des chinesischen Smartphone-Herstellers überzeugt mit einem hochwertigen Design und einer sehr langen Akkulaufzeit. In den Bereichen Leistung, Display, Kamera und Fingerabdruckscanner hat das Mate 7 im Vergleich mit der Konkurrenz zwar hier und da ganz leichte Schwächen, im Großen und Ganzen ist es aber schnell, hat ein gutes Display, schießt gute Fotos und Entsperrt das Smartphone fast genauso zuverlässig per Fingerabdruck wie die Apple-Smartphones. Die überarbeitete Emotion-UI-Oberfläche ist allerdings womöglich nicht jedermanns Sache, auch wenn sie sich gegenüber den Vorgänger-Versionen verbessert. Im Vergleich zum Note 4 hat uns die umfangreiche Stift-Bedienung gefehlt. Für einen Preis von 499 respektive 599 Euro für die 16- beziehungsweise 32-GByte-Version bietet das Ascend Mate aber ein gutes Preisleistungsverhältnis und sich als günstigere Alternative zu den teureren Phablets an. 

Folgendes Video unserer Schwesterseite Gizmodo.de geht nochmals auf die Unterschiede zwischen dem Ascend Mate 7, dem Samsung Galaxy Note 4 und dem iPhone 6 Plus ein.

[Mit Material von Andrew Hoyle, CNET.com]

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

16 Kommentare zu Huawei Ascend Mate 7 im Test: ausdauernder als das iPhone 6 Plus?

  • Am 25. Oktober 2014 um 15:09 von Hans im Glück

    Exakt und klar geschrieben. Der Bericht hat alle meine Fragen beantwortet. Für mich ist besonders der wiederkehrende Vergleich zum Iphone zwecks Vergleichbarkeit positiv gewesen.
    Rechtschreibfehler habe ich auch keine gefunden – super!

  • Am 27. Oktober 2014 um 00:00 von HMeier

    Ein paar Anmerkungen:

    1. Das Mate 7 wurde bereits in kleiner Zahl offiziell in Deutschland ausgeliefert. Meines erhielt ich schon vor über eine Woche über Amazon.

    2. Das Mate 7 ist, trotz des deutlich größeren Displays, kürzer als das Iphone 6+.

    3. Das Gehäuse des Mate 7 erreicht nicht die Qualität des HTC one. Die Kunststoff Abschlüsse sind äußerst lieblos an das Alu Gehäuse angepasst. Es stimmt weder Farbe, noch Form, wodurch sich ein deutlich sicht- u. spürbarer Übergang ergibt.

    4. Der rückwärtig angebrachte Fingerprintsensor ist kein großer Nachteil, sondern eine intelligente Positionierung. Der Normalfall ist ja wohl, dass man das Phablet in der Hand haltend aufwecken möchte. Das geht beim Mate 7 äußerst elegant und ergonomisch (nebenbei spart es Gehäusegröße ein, wie man an den für die Displaygröße gewaltige Gehäuse des iPhone 6+ sieht).
    Will man das Mate 7 unbedingt auf dem Tisch liegend aufwecken, kann man das auch über die seitliche Taste erreichen und muss dann eben den Sperrcode mal eintippen.
    Das Mate 7 liegt also mit seinem Fingerprintsensor nicht hinter der Konkurrenz, sondern davor.

    • Am 27. Oktober 2014 um 10:29 von Christian Schartel

      Hallo,

      danke für die Anmerkungen. Das Mate 7 ist natürlich kleiner als das iPhone 6 Plus :) Wir haben auch den Punkt „Preis und Verfügbarkeit“ nochmals überarbeitet.

      beste Grüße, CNET.de

      • Am 27. Oktober 2014 um 11:46 von Helmut Kohl

        Guten Tag,
        ich habe jetzt im Test keinen Hinweis gefunden (oder ihn überlesen?), ob man auch den Akku wechseln bzw. das Gehäuse hierfür problemlos öffnen kann. Für mich ein KO-Kriterium auf Reise in ferne Galaxien… 😉

        Greetz
        Helmut

        • Am 27. Oktober 2014 um 11:52 von Christian Schartel

          Hallo,

          Der Akku kann beim Mate 7 leider nicht ausgewechselt werden. Haben den Text ergänzt.

          beste Grüße, CNET.de-Redaktion

          • Am 15. Oktober 2015 um 14:35 von Dennis Lahs

            das man den Akku nicht wechseln kann ist nicht schön da ich mir diesen Monat ein neues Handy kaufen werde und dieses ist grade mein Favorit kann mir jemand ein Handy empfehlen

    • Am 14. Januar 2015 um 17:32 von d.h.

      Sehr guter Kommentar, auch bzgl. des Fingerprints !!

    • Am 26. August 2015 um 13:53 von Michael

      … und die Walnuss ist eine Kastanie 😉

  • Am 30. Oktober 2014 um 16:22 von Tim Cardinal

    Hallo zusammen,

    Weiss jemand ob der Fingerabdruck Sensor als Entsperrung auch bei der Nutzung von Microsoft Exchange funktioniert?

    Danke & Gruß

  • Am 6. Februar 2015 um 11:34 von HTC User

    Hallo!

    Danke für den guten Test!
    Kann vieles davon unterstreichen.

    M8+Mate7 sind eine gute Kombi ^^

    Grüße!!!

  • Am 15. Februar 2015 um 14:57 von schura

    Hallo,
    Sind Business Programme vorhanden? Z.b. Winword, PowerPoint, Tabellenkalkation?
    Eignet sich das Phtabletl für Büroarbeit von Zeit zu Zeit?
    Übrigens gibt es das Handy bei amazon. Im Vodafone noch nicht.
    Danke

    • Am 21. Februar 2015 um 16:00 von Jan Norten

      PolarisOffice 4.0 ist standardmäßig installiert. Die Software eignet sich für einige Windows Dokumente (docx,pptx,xlsx) diese können geöfnet und bearbeitet werden. Ebenso können mit Hilfe der Software pdf Dateien betrachtet werden.

  • Am 18. März 2015 um 18:41 von Siegmund

    Hallo Leute.
    Erlisch gesagt.
    Das Huawei Maite7 ist schon ein geiles Smartphone.
    HTC ist doch immer wieder das gleiche.

  • Am 9. Mai 2015 um 18:56 von Martin R.

    Vielen Dank erst einmal für den Test der drei Giganten. Mir fehlen aber noch ein Paar Dinge…gerade bezügl. d. Mate 7. Mich würde interessieren wie die Empfangsqualität des Netzes, die Sprachqualität beim Telefonieren bei einem selber und auf Gegenseite ist. Außerdem würde mich interessieren, ob es eine mehrfarbige Benachrichtigungs LED beim Mate 7 gibt und ab beim Mate 7 eine 64Bit Engime werkelt. LG Martin R.

  • Am 25. August 2015 um 18:01 von Herbert

    Mich würde noch interessieren ob und wie der Fingerabdruckscanner funktioniert wenn man, wie ich, eine Schutzhülle verwendet.
    Diese ist zwar an der Stelle ausgeschnitten, aber sehr klein, also nur etwa so gross wie das Scannerfeld und da die Wandstärke der Rückseite der Schutzhülle nicht gerade dünn ist, ob das dann problemlos funktioniert ?

  • Am 29. Mai 2016 um 16:28 von Gast

    Wie ist denn die Sprachqualität?? Sound nicht = Telefoniequalität

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