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In den letzten 35 Jahren hat sich viel getan. Wer sich heute Informationen beschaffen möchte, der geht - wie sollte es auch anders sein - ins Internet. Dem war freilich nicht immer so. Als das Internet tatsächlich noch Neuland war, zog man hierfür Computer-Magazine zu Rate. Und deren Cover hatten es wirklich in sich!

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Microsoft Band vorgestellt: weit mehr als ein reiner Fitness-Tracker

Das Microsoft Band kommt mit einem 1,4-Zoll-Touchscreen, integriertem GPS sowie Sensoren für UV-Licht, die Hauttemperatur oder die Hautleitfähigkeit. Das Wearable erfasst nicht nur Aktivitäten des Trägers, sondern liefert auch umfangreiche Benachrichtigungen und unterstützt Cortana. Der Startschuss fällt heute in den USA. Der Preis beträgt 199 Dollar.

Gerüchte um ein Fitness-Armband von Microsoft gab es schon lange. Nachdem in der heutigen Nacht bereits Informationen zu dem Wearable in der Beschreibung einer zugehörigen Anwendung im Mac App Store aufgetaucht sind, hat Microsoft das mit dem schlichten Namen “Band” bezeichnete Gerät nun offiziell gemacht. Das Microsoft Band bietet allerdings weit mehr Funktionen als die meisten typischen Fitness-Tracker, die es bisher zu kaufen gibt. Im Grunde entspricht der Funktionsumfang eher einer Smartwatch. Im US-amerikanischen Microsoft-Store kann das Band in drei verschiedenen Größen für 199 Dollar bereits bestellt werden. In Microsofts Ladengeschäften ist es noch heute verfügbar.

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Das Microsoft Band kostet 199 Dollar und steht ab heute in den USA zum Verkauf (Bild: Microsoft).

Das Microsoft Band ist mit einem 1,4-Zoll-TFT-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 mal 106 Pixel ausgestattet. Das gegen Staub und Spritzwasser geschützte Armband ist aus Kunststoff und wird mit einem Klipp am Handgelenk verschlossen. An Sensoren hat Microsoft GPS, einen optischen Pulsmesser, einen Beschleunigungsmesser, ein Gyrometer, einen Umgebungslicht- und UV-Sensor sowie Messinstrumente für die Hauttemperatur und die elektrodermale Aktivität (Hautleitfähigkeit) integriert, die unter anderem auch bei Lügendetektoren erfasst oder zum Bestimmen von emotionalen Reaktionen respektive Stress herangezogen wird. Außerdem ist das Microsoft Band mit einem Mikrofon und einem Vibrationsmotor für haptisches Feedback ausgestattet.

Der Akku fasst 100 mAh und lässt sich laut Microsoft innerhalb von 1,5 Stunden komplett aufladen. Mit einer Akkuladung soll das Fitness-Armband 48 Stunden bei durchschnittlicher Nutzung durchhalten. Mit aktivierten GPS verkürzt sich die Akkulaufzeit. Geladen wird das Microsoft Band via USB.

Die Verbindung zu einem Smartphone klappt wie üblich via Bluetooth 4.0. Kompatibel ist das Microsoft Band zu Smartphones mit Windows Phone 8.1 Update, einem Apple iPhone 4S, 5, 5C, 5S, 6 und 6 Plus mit iOS 7 oder höher sowie zu Android-Geräten mit Android 4.3 bis 4.4 KitKat.

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Das Microsoft Band kommt mit integriertem GPS sowie zahlreichen Sensoren für UV-Licht, die Hauttemperatur, die Hautleitfähigkeit oder den Puls (Bild: Microsoft).

Das Microsoft Band überwacht den Puls wie das Fitbit Surge 24 Stunden am Tag. An erfassten Aktivitäten führt Microsoft Laufen und Schritte an. Dabei ist es egal, ob der Träger im Freien oder im Fitness-Studio auf einem Laufband joggt. Hier bieten viele Konkurrenz-Geräte allerdings weit mehr verschiedene Aktivitäten.

Außerdem erfasst das Fitness-Armband die pro Tag verbrauchten Kalorien und zeichnet dank GPS die gelaufen Routen und die zurückgelegte Distanz auf. Bei Sonne gibt es Auskunft über den UV-Index. Auch den Schlaf des Nutzers überwacht es. Träger können sich Ziele setzen und beispielsweise eine Anzahl an Schritten oder einen gewünschten Kalorienverbrauch pro Tag festlegen. Das Band informiert dann über erreichte Ziele und belohnt den Nutzer mit einem virtuellen „High Five“. Daneben bietet es auch von Experten zusammengestellt Workouts, die von Partnern wie Gold’s Gym, Shape oder Men’s Fitness stammen. Alle erfassten Daten können dann mit verschiedenen Statistiken (pro Tag oder pro Woche) über die zugehörige Microsoft Health App abgerufen werden.

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Das Wearable erfasst nicht nur die Aktivitäten des Trägers, sondern liefert auch umfangreiche Benachrichtigungen und unterstützt Cortana (Bild: Microsoft).

Neben dem Activity-Tracking liefert das Microsoft Band auch Benachrichtigungen über eingehende Anrufe, Kurznachrichten, E-Mails, Tweets oder Neuigkeiten von Facebook oder Facebook Messenger. Textnachrichten und E-Mails – gegebenenfalls eine Vorschau – können Anwender direkt am Armband lesen. Textnachrichten lassen sich auch direkt mit vorgefertigten Antworten beantworten. Weiterhin zeigt das Microsoft Band die Uhrzeit und das Datum, das aktuelle Wetter samt einer Wettervorhersage für die nächsten fünf Tage sowie Börsenkurse an. Im sogenannten „Watch Mode“ wird die Uhr und das Datum dauerhaft eingeblendet, ohne dass eine Taste gedrückt werden muss. Mit an Bord sind auch ein Timer und eine Stoppuhr. Träger können mit dem Microsoft Band auch bei Starbucks bezahlen.

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Alle Daten werden von der zugehörigen Health-App erfasst, die für Android, Windows Phone und iOS erhältlich ist (Bild: Microsoft).

Nutzer können einstellen, welche Benachrichtigungen sie am Handgelenk erhalten wollen und die Uhr dank einer Do-Not-Disturb-Funktion auch komplett auf stumm schalten. Zudem lässt sie sich mit verschiedenen Hintergründen und Farben personalisieren. Bei Verwendung mit einem Gerät mit Windows Phone 8.1 wird auch der Sprachassistent Cortana unterstützt. Er kann zum Anlegen von Erinnerungen und Notizen per Sprachbefehl verwendet werden. Cortana liefert auch Navigationsanweisungen oder Infos über Sportergebnisse und das Wetter direkt ans Handgelenk. Eine Sprachausgabe dürfte es aber nicht geben. Einen Lautsprecher führt Microsoft jedenfalls nicht an.

Das Microsoft Band arbeitet auch mit Dritt-Anbieter-Apps zusammen. Angeführt werden aktuell Runkepper, Gold’s Gmy und MyFitnessPal. Auch wenn das Microsoft Band wie ein Fitness-Tracker aussieht, kommt es doch mit zahlreichen Funktionen wie den umfangreichen Benachrichtigungen und der Cortana-Sprachsteuerung, die man eher bei einer Smartwatch erwarten würde. Mit einem integrierten GPS hat das Microsoft Band den meisten Android-Wear-Smartwatches sogar etwas voraus. Auch Sensoren für Hauttemperatur und die Hautleitfähigkeit heben Microsofts Wearable von der Konkurrenz ab. Die Akkulaufzeit und das nur gegen Spritzwasser geschützte Gehäuse sind allerdings Nachteile gegenüber konkurrierenden Wearables. Mit einem Preis von 199 Dollar ist das Microsoft Band aber vergleichsweise günstig.

Informationen über einen deutschen Marktstart gibt es bisher aber nicht. Weitere Details hält Microsoft auf seiner Webseite bereit. Und hier geht’s noch zu den Datenschutzbestimmungen der Health-Anwendung.

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Microsoft Band vorgestellt: weit mehr als ein reiner Fitness-Tracker

  • Am 2. November 2014 um 18:33 von Edmund

    Von den Funktionen und vom Preis finde ich das Teil interessant und kaufenswert, aber nur höchstens 2 Tage Akkulaufzeit für ein Wearable, welches man wie eine Armbanduhr trägt, ist absolut zu wenig.

  • Am 29. November 2014 um 20:59 von Jonas

    Hi, euch ist ein echter Schreibfehler unterlaufen. Anstatt „Messenger“ habt ihr „Messneger“ geschrieben. Schoenes WE wuenscht Jonas.

    • Am 29. November 2014 um 21:48 von Anja Schmoll-Trautmann

      Hallo Jonas,

      Danke für den Hinweis. Ist bereits korrigiert.

      Beste Grüße
      Redaktion CNET.de

  • Am 18. Januar 2015 um 22:19 von Bernhard Prawer

    Hallo Christian
    Ich habe mir das Microsoft Band direkt aus den USA über Ebay bestellt. Kann ich denn ohne die App zu installieren, mein Band über Bluetooth mit meinem Windowsphone verbinden? Ich möchte mit diesem Band nur hören, wenn es auf meinem Handy klingelt, und die Uhrzeit ablesen. Da ich kein Fitness machen will, brauche ich die Health App eigentlich nicht. Ich weiß nicht wie diese App in Europa funktionieren soll. Ich wohne in Spanien, und möchte mein Band ohne Fitness benutzen können. Ich freue mich sehr auf Deine Antwort. Vielen Dank und nette Grüsse Bernhard

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