WhatsApp für Android: nach Update mit Verschlüsselung

WhatsApp für Android integriert in Version 2.11.448 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Open Whisper Systems. Außenstehende haben somit keine Möglichkeit mehr, mit WhatsApp verschickte Textnachrichten unter Android zu entschlüsseln. Unterhaltungen mit iOS-Nutzern, Gruppen-Chats oder Nachrichten mit Medieninhalten werden allerdings noch nicht verschlüsselt.

WhatsApp ist in einer neuen Version erschienen, die den beliebten Instant Messenger sicherer macht und Nachrichten – zumindest zum Teil – unter Android verschlüsselt. Im Google Play Store ist die neue Version 2.11.448 noch nicht verfügbar. Sie kann über die WhatsApp-Webseite heruntergeladen und manuell installiert werden. Zur Installation muss in den Geräteeinstellungen die Option “Unbekannte Quellen” kurzfristig aktiviert werden.

(Logo: WhatsApp).

WhatsApp macht mit dem Update einen großen Schritt in Richtung höherer Sicherheit. Es setzt in Version 2.11.448 auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von dem 2002 von Twitter übernommenen Unternehmen Open Whisper Systems, bei der alle Informationen auf dem kompletten Weg vom einen zum anderen Gesprächspartner verschlüsselt werden.

Die Technologie basiert auf dem Open-Source-Protokoll “TextSecure”, das wiederum Forward Secrecy nutzt. Bei diesem Verschlüsslungsverfahren sind Nachrichten auch dann noch sicher, wenn ein Angreifer den Schlüssel gehackt hat, der für den Nachrichtenaustausch zwischen den Konversationspartnern verwendet wird. Außenstehende haben somit keine Möglichkeit mehr, die Textnachrichten von WhatsApp-Nutzern unter Android zu entschlüsseln. Auch Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste sind dazu nicht mehr in der Lage. Gerichtliche Anordnungen an WhatsApp auf Herausgabe von Details aus Nachrichten sind damit irrelevant.

Allerdings gibt es aktuell noch Einschränkungen. Zum einen steht die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bisher nur für Android-Geräte zur Verfügung. Nachrichten, die mit iOS- oder Windows-Nutzern ausgetauscht werden, sind nicht verschlüsselt. Wann WhatsApp die Funktion auch für das iPhone und iPad anbietet, ist nicht bekannt. Außerdem unterstützt der Android-Client von WhatsApp die Verschlüsselung bisher nicht für Gruppen-Chats oder Nachrichten mit Medieninhalten. Beide Kategorien sowie weitere Mobilbetriebssysteme werden laut Open Whisper aber künftig unterstützt. In einem Blogeintrag weist Open Whisper zudem darauf hin, dass die Fragmentierung der Android-Plattform eine Herausforderung für die erfolgreiche Implementierung der Verschlüsselungstechnik darstellt.

WhatsApp wird für das Projekt aber hochgelobt. “WhatsApp verdient jede Menge Anerkennung, weil es sehr viel Zeit und Arbeit in das Projekt gesteckt hat. Auch wenn wir erst am Anfang stehen, ist das wahrscheinlich die bisher größte Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Geschichte”, heißt es in dem Blogeintrag. “Ihre Hingabe für das Projekt und ihre Gründlichkeit bei der Umsetzung sind ein Vorbild in einer Welt, in der sich so viele andere Firmen auf Überwachung konzentrieren, statt auf den Schutz der Privatsphäre.”

Weniger Lob erntet WhatsApp vom Konkurrenten Threema. So sicher wie ihre Alternativ sei WhatsApp nämlich noch lange nicht. In einem Statement weißt das Unternehmen darauf hin, dass nicht nur die Verschlüsselung der Kommunikation selbst wichtig ist, sondern auch der sichere Umgang mit den Daten, die auf dem Smartphone gespeichert werden. Da WhatsApp an die Handynummer gekoppelt ist, seien nach wie vor eindeutige Rückschlüsse auf die Identität eines WhatsApp-Nutzers möglich. Zudem unterbinde die neue Verschlüsselung nicht, dass WhatsApp die im Adressbuch gespeicherten Kontakte und Beziehungsnetze der Nutzer an Behörden weitergibt.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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