Apple Watch: die App-Entwicklung kann beginnen

Apple hat das WatchKit für Entwickler freigegeben, die nun mit dem Erstellen von Apps für die Apple Watch beginnen können. Das SDK basiert auf iOS 8.2. ESPN, Instagram und American Airlines haben bereits erste konkrete Konzepte für Anwendungen vorgestellt.

Apple hat das für November angekündigte Developer-Kit für seine im September vorgestellte Smartwatch wie versprochen veröffentlicht. Mit dem WatchKit genannten Tool können sich Programmierer nun an die Entwicklung von Apps für die Apple Watch machen. Das Apple-Watch-SDK basiert auf der Beta-Version von iOS 8.2 und kann ab sofort über Apples Entwicklerwebseite heruntergeladen werden.

Apple Watch (Bild: Apple).

Apple hat das WatchKit für Entwickler freigegeben, die nun mit dem Erstellen von Apps für die Apple Watch beginnen können. Das SDK basiert auf iOS 8.2. ESPN, Instagram und American Airlines haben bereits erste konkrete Konzepte für Anwendungen vorgestellt (Bild: Apple).

Apples Ankündigung lässt auf einige mögliche Anwendungen für die smarte Uhr schließen. Einsetzen könnte man die Apple Watch dem Beitrag zufolge beispielsweise um nach dem Verlassen des Hauses das Licht abzuschalten. Auch das Überprüfen des Flugplans am Flughafen wird angeführt. Zudem kann die Uhr alternative Anfahrtsrouten anbieten, falls Bus oder Bahn Verspätung haben. Auch das Stellen des Weckers ist denkbar. Daneben lassen sich mit dem Entwicklerkit “Glances” (wörtlich “Seitenblicke”, offizieller deutscher Name noch nicht bekannt) anlegen. Dabei handelt es sich um kompakte Informationsblöcke, etwa mit Nachrichten oder Sportergebnissen im Stil von Widgets.

Dem Sportsender ESPN, Instagram und American Airlines hat Apple schon eine Vorabversion des SDK zur Verfügung gestellt, sodass diese schon konkrete Informationen zu kommenden Anwendung herausgegeben konnten. Die ESPN-App wird beispielsweise neben Ergebnissen und Informationen zu favorisierten Teams auch Bilder von Live-Veranstaltungen in Form von Glances bereitstellen. Benachrichtigungen sollen auf Neuigkeiten aufmerksam machen.

Instagram will es Nutzern ermöglichen, auch über die Apple Watch Fotos zu liken oder auf Emojis zu reagieren. Anwender erhalten Benachrichtigungen, wenn etwas passiert und sollen auch die neuesten Fotos der Freunde sehen sowie Likes und Kommentare in Echtzeit verfolgen können.

Die Anwendung von American Airlines erinnert den Smartphone-Besitzer dran, rechtzeitig zum Flughafen aufzubrechen oder informiert unterwegs über Änderungen des Gates, liefert Details zu Anschlussflügen oder alarmiert, wenn das Boarding beginnt. Während dem Flug soll die App auch Informationen zur aktuellen Position und Flughöhe ans Handgelenk liefern.

“WatchKit stellt der unglaublichen Community der iOS-Entwickler die benötigten Werkzeuge zur Verfügung, um aufregende neue Erfahrungen direkt am Handgelenk zu schaffen”, wird Apples Senior Vice President Phil Schiller in der Pressemeldung zitiert. Sie können etwa Eingaben per Touchscreen oder mit der Einstellkrone ermöglichen und Benachrichtigungen von einem Smartphone aus an die Uhr senden.

Die im September von dem unter Innovationsdruck stehenden Apple-CEO Tim Cook vorab vorgestellte Uhr bedeutet Apples erste neue Produktkategorie seit 2010, also auch die erste unter Cook. Mit iPod, iPhone und iPad hat Apple mindestens drei Produktkategorien revolutioniert. Im Wearables-Bereich muss es sich erneut gegen bisher wenig erfolgreiche, teilweise unausgereifte Vorläufer durchsetzen, etwa von LG, Motorola, Samsung und Sony, aber auch gegen überraschend beliebte Außenseiter wie die schwarmfinanzierte Pebble Smartwatch.

Apples intelligente Armbanduhr wird in drei Ausführungen (Standard, Sport und Edition) und zwei Größen mit unterschiedlichen Armbändern erhältlich sein. Insgesamt soll es 22 Varianten geben. In dem Gehäuse mit abgerundeten Ecken sitzt eine kratzfeste Schutzscheibe aus Saphirglas. Die Apple Watch aktiviert sich automatisch, wenn der Träger das Handgelenk hebt. Über den Sprachassistenten Siri lassen sich Apps und Bilder anzeigen, ein Kontakt anrufen oder Nachrichten versenden.

Außerdem bietet die Uhr einen Puls- und einen Beschleunigungssensor, so dass sie als Fitness-Tracker genutzt werden kann. Über ein GPS-Modul verfügt sie aber nicht. Eine zurückgelegte Wegstrecke, die nicht in Schritten ermittelt werden kann, zeichnet sie nur auf, wenn über WLAN eine Verbindung mit dem im iPhone integrierten GPS-Modul besteht.

Um diese Hardware-Eigenschaften zur Geltung zu bringen, ist Apple auf die Entwicklergemeinschaft angewiesen. Herausragende Apps könnten auch eher skeptische iPhone-Nutzer zum Kauf einer ergänzenden Uhr motivieren. Zu Preisen ab rund 350 Dollar wird die Smartwatch “im Frühjahr” nach dem chinesischen Neujahr erscheinen, das 2015 am 19. Februar beginnt.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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