Apple App-Store: Gratis-Kennzeichnung bei Apps wird entfernt

Apple reagiert damit verspätet auf den Druck von Verbraucherschützern und Politikern. Die EU-Kommission kritisierte schon im Februar die als „kostenlos“ angepriesenen Apps, die In-App-Käufe nach sich ziehen.

Apple hat in seinem App-Store die „Gratis“-Kennzeichnung entfernt und reagiert damit verspätet auf den Druck von Verbraucherschützern und Politikern in Europa wie den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen bietet kostenlose – aber durch spätere In-App-Käufe oft besonders kostspielige – Anwendungen jetzt nur noch mit der Bezeichnung „Laden“ an. Wie ein Apple-Sprecher gegenüber Recode, bestätigte, wird diese Änderung weltweit umgesetzt. In den USA wich die Bezeichnung „Free“ auf dem Download-Button einem schlichten „Get“.

Apple Logo (Bild: Apple)

Schon im Februar forderte die EU-Kommission, dass Spiele, die kostenlos angeboten werden, die wahren Kosten nicht verschleiern dürfen. „Verbraucher und insbesondere Kinder brauchen einen besseren Schutz vor unerwarteten Kosten durch In-App-Käufe“, mahnte der EU-Kommissar für Verbraucherpolitik. Im Juli kritisierte die Kommission Apple, weil es noch immer „keine konkreten und umgehenden Lösungsvorschläge vorgelegt“ hatte. Google hingegen hatte sich bereits zum völligen Verzicht auf die Verwendung des Wortes „free“ oder „kostenlos“ verpflichtet, wenn Spiele mit In-App-Käufen verbunden sind.

In den USA zwang die US-Handelsaufsicht FTC den iPhone-Hersteller im Rahmen eines Vergleichs, seinen Kunden für unautorisierte In-App-Käufe mindestens 32,5 Millionen Dollar zu erstatten. Apple musste außerdem das Abrechnungsverfahren ändern und sicherstellen, dass es zu jedem Einkauf die „ausdrückliche Zustimmung“ des Nutzers erhält. Lukrativ blieb das „Freemium“-Modell mit zunächst kostenlosen Anwendungen dennoch. Laut Apple Insider waren noch in dieser Woche die 38 insgesamt umsatzstärksten Anwendungen im App Store kostenlose Downloads mit späteren In-App-Käufen.

Am gewinnbringenden Geschäft mit den In-App-Käufen wird voraussichtlich auch die geänderte Kennzeichnung nichts ändern. Marcos Sanchez von der Business-Intelligence-Firma App Annie hält sogar für möglich, dass die neue Beschriftung für zusätzliche Umsätze sorgt. „Ich bin nicht völlig sicher, aber man könnte es so sehen, dass die neue Bezeichnung ein mehr handlungsorientiertes, proaktives Wort ist, das sich positiv als Aufforderung zum Handeln auswirkt“, sagte er. „Kleine Veränderungen entfalten manchmal eine positive Wirkung.“

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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