Nexus unter Android 5.0 rooten: Anleitung für CF-Auto-Root

Mit dem Tool CF-Auto-Root lässt sich ein Nexus 5, 4, 10, 9 und 7 (WLAN, 2012 & 2013) unter Android 5.0 Lollipop rooten. Folgender Beitrag hält eine Anleitung bereit, die Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist.

Wer Android 5.0 Lollipop auf seinem Nexus-Gerät installiert hat, sei es per Over-the-Air-Update oder manuell mit Hilfe der OTA-ZIP-Dateien beziehungsweise Factory Images, der kann sein Smartphone oder Tablet mit Hilfe des Auto-Root-Tools des XDA-Developers Chainfire rooten. Folgender Artikel erklärt, wie das Entsperren des Gerätes funktioniert.

CF-Auto-Root (Screenshot: ZDNet.de).

Mit dem von Chainfire veröffentlichten CF-Auto-Root-Tool lässt sich das Nexus 9, 5, 4, 10 sowie die WLAN-Ausführungen des Nexus 7 aus dem Jahr 2012 und 2013 rooten (Screenshot: ZDNet.de).

Erhältlich ist das CF-Auto-Root-Tool aktuell für das Nexus 5, 4, 10 sowie die WLAN-Ausführungen des Nexus 7 aus dem Jahr 2012 und 2013. Die Nexus-7-Modelle mit Mobilfunkmodul hat Google bisher auch nicht mit Android 5.0 versorgt. Für das neue Nexus 9 hat Chainfire sein Auto-Root ebenfalls schon veröffentlicht. Für das Nexus 6, das sich seit letzter Woche in Deutschland vorbestellen lässt, ist der CF-Auto-Root dagegen noch nicht verfügbar. Nachfolgende Tabelle hält das CF-Auto-Root-Tool für die verschiedenen Geräte bereit:

CF-Autoroot für Nexus-Geräte mit Android 5.0 Lollipop

Modell Name Device Plattform Build ID Android Größe (Bytes) Link
Nexus 4 occam mako msm8960 LRX21T 5.0 11.490.206 Download
Nexus 5 hammerhead hammerhead msm8974 LRX21O 5.0 12.871.103 Download
Nexus 6 shamu shamu msm8084 LRX21O 5.0 12.400.491 Download
Nexus 7 Wifi (2012) nakasi grouper tegra3 LRX21P 5.0 10.271.689 Download
Nexus 7 Wifi (2013) razor flo msm8960 LRX21P 5.0 12.266.508 Download
Nexus 9 volantis flounder tegra132 LRX21L 5.0 12.576.061 Download
Nexus 10 mantaray manta exynos5 LRX21P 5.0 9.983.659 Download

Installation von CF-Auto-Root: die Voraussetzungen

Damit das Rooten mit CF-Auto-Root klappt, muss auf den Nexus-Geräten der USB-Debugmodus aktiviert werden. Dieser lässt sich über Entwickleroptionen am unteren Ende der Geräteeinstellungen einschalten. Die Entwickleroptionen schalten Nutzer frei, indem sie in den Einstellungen unter „Über das Tablet/Telefon“ 7 mal auf die „Build-Nummer“ tippen.

Darüber hinaus müssen Anwender die Verbindung mit dem an den Rechner angeschlossenem Gerät autorisieren. Hierfür erscheint ein entsprechender Hinweis auf dem Nexus. Unter Windows müssen außerdem die ADB-USB-Treiber installiert werden, damit das Notebook oder der PC das Smartphone oder Table später richtig erkennt.

 

HINWEIS: Beim Entsperren des Gerätes mit CF-Auto-Root wird der ab Werk geschlossene Bootloader geöffnet. Dabei wird das Gerät auf Werkszustand zurückgesetzt, durch das sämtliche Daten und Einstellungen verloren gehen. Zuvor sollte Nutzen daher ein Backup aller wichtigen und benötigten Daten wie Downloads, Fotos, Videos, Lesezeichen, Kontakte, Chatlogs oder SMS anlegen. Ist der Bootloader bereits geöffnet, bleiben die Daten erhalten. Zur Sicherheit kann ein Backup aber auch in diesem Fall nicht schaden.

Zu empfehlen ist auch die Installation des ADB-Tools, das den Root-Prozess etwas einfacher macht. Es lässt sich entweder über das Android SDK oder die von XDA-Entwickler shimp208 stammende abgespeckte Version minimal_adb_fastboot_v1.2_setup.exe installieren.

 

Ist das Gerät mit dem Rechner verbunden, die ADB-USB-Treiber eingespielt und der USB-Debugmodus aktiviert, kann man über den Kommandozeilenbefehl „adb devices“ überprüfen, ob das Nexus korrekt angesprochen wird. Die Ausgabe des Befehls sollte wie folgt aussehen:

CF-Auto-Root (Screenshot: ZDNet.de).

Mit dem Befehl „adb devices“ lässt sich prüfen, ob das Nexus richtig erkannt wurde (Screenshot: ZDNet.de).

Bootloader starten

Wird das Nexus korrekt erkannt, aktiviert man mit „adb reboot-bootloader“ den Bootloader. Liegt „adb“ nicht vor, kann man das Gerät folgendermaßen in den Bootloader starten: Zuerst wird das Gerät vom Rechner getrennt und ausgeschaltet. Nun hält man die Lautstärketaste Leiser (beim Nexus 10 auch Lauter) gedrückt und betätigt gleichzeitig die Ein-/Austaste, bis sich das Gerät wieder einschaltet und das Bootloader-Menü erscheint.

CF-Auto-Root (Foto: ZDNet.de).

Um das Gerät mit CF-Auto-Root entsperren zu können, muss der Bootloader gestartet werden. Als Beispiel dient das Nexus 5 (Foto: ZDNet.de).

CF-Auto-Root starten

Jetzt wechselt man in das Verzeichnis, in das man die CF-Auto-Root-Datei (Downloads siehe oben) entpackt hat. Mit dem Befehl „root-windows.bat“ wird der Prozess unter Windows gestartet. CF-Auto-Root enthält auch Shell-Skripts für Linux (./root-linux.sh) und OS X (./root-mac.sj), sodass man das Rooten auch mit diesen Betriebssystemen durchführen kann.

Die Befehlsausgabe unter Windows sieht wie folgt aus:

CF-Auto-Root (Screenshot: ZDNet.de).

Nach dem Betätigen einer beliebigen Taste, wird das Gerät gerootet. Dabei gehen, falls der Bootloader nicht schon geöffnet ist, alle Daten verloren (Screenshot: ZDNet.de).

An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass, sofern der Bootloader nicht entsperrt ist, sämtliche Daten und Einstellungen verloren gehen. Ist der Bootloader bereits entsperrt, erscheint der Hinweis „FAILED“ (remote: Already Unlocked). Nachdem CF-Auto-Root den Bootloader entsperrt respektive überprüft hat, ob er bereits entsperrt ist, startet das Gerät neu. Auf dem Bildschirm sind jetzt die einzelnen Befehle des Root-Vorgangs sowie ein roter Androide zu sehen. Anschließend startet das Gerät automatisch. Der Root-Prozess ist abgeschlossen und der Anwender hat die volle Kontrolle über sein Gerät.

CF-Auto-Root (Screenshot: ZDNet.de).

Ein roter Androide erscheint auf dem Display. Danach startet das Nexus-Smartphone oder -Tablet automatisch neu und der Root-Vorgang ist abgeschlossen (Screenshot: ZDNet.de).

Mit dem Root-Zugriff haben Nexus-Besitzer nun die Möglichkeit, beispielsweise vorinstallierte Crapware des Herstellers rückstandlos zu löschen. Das spart nicht nur Speicherplatz, sondern vermeidet auch die Anzeige von zukünftigen Update-Hinweisen der sowieso nicht genutzten Programme. Nur mit Root-Zugriff ist es möglich, eine Firewall zu installieren, um damit den Datenverkehr zur kontrollieren. Auch lässt sich die Datensammelleidenschaft zahlreicher Apps effektiv beschneiden. Ein vollständiges Backup ist mit Root ebenfalls möglich. Außerdem sind die Möglichkeiten zur Anpassung von Android nahezu unerschöpflich, sodass man sich ein auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten Systems zusammenstellen kann. Man ist jetzt also Herr im Haus und hängt nicht am Tropf eines Herstellers.

SuperSU (Bild: ZDNet.de).

Mit der App SuperSU können Nexus-Besitzer die Root-Rechte verwalten. Eine vollständige Deinstallation des Root-Zugriffs ist ebenfalls möglich (Bild: ZDNet.de).

Andererseits besteht durch den Root-Zugriff prinzipiell die Möglichkeit, dass Malware deutlich größeren Schaden anrichten kann. Allerdings bietet die App SuperSU, die ebenfalls von Chainfire stammt und durch CF-Auto-Root mitinstalliert wird, eine Steuerung zur Vergabe von Root-Rechten. Im Prinzip funktioniert das in etwa wie die Benutzerkontensteuerung unter gängigen Desktop-Betriebssystemen. Für versierte Anwender sollten Root-Rechte somit kein zusätzliches Sicherheitsrisiko schaffen.

[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

Weitere Links zum Thema Android 5.0:

 

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Autor: Christian Schartel
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