Apple CarPlay: angeblich keine Navi-Apps von Drittanbietern erlaubt

Apple CarPlay soll laut Navigon anfangs nur Apples Karten-App Maps bieten. Anwendungen von Drittanbietern, die häufig einen größeren Funktionsumfang bieten, sind vorerst nicht zugelassen.

Apple CarPlay wird Gerüchten zufolge erst einmal nur Apples hauseigene Karten-Anwendung zur routengeführten Navigation beinhalten. Navigations-Anwendungen von Drittanbietern soll Apple vorerst nicht erlauben. Dies hat laut einem Bericht der Webseite iPhone-Ticker der Navigationsgerätehersteller Navigon verraten.

Apple CarPlay (Foto: CNET).

Apple CarPlay soll laut Navigon anfangs nur Apples Karten-App Maps bieten. Anwendungen von Drittanbietern, die häufig einen größeren Funktionsumfang bieten, sind vorerst nicht zugelassen (Foto: CNET).

Dem Artikel zufolge würde Navigon den mobilen Ableger seines Navigationssystems liebend gerne für Apple CarPlay anbieten, dies sei zu Beginn jedoch nicht möglich, da der iPhone-Macher im Moment keine anderen Navi-Apps zulässt, so ein Sprecher der Garmin-Tochter. Sollte Apple iOS fürs Auto in Zukunft für Navi-Apps anderer Hersteller öffnen, will sich Navigon aber nochmals ausführlich mit dem Thema befassen.

Apples Karten-App Maps ist zwar nicht zu verachten, bietet aber nicht einen so großen Funktionsumfang wie einige Drittanbieter-Apps. Auf Zusatzfunktionen wie einen Fahrspurassistenten müssten Apple-CarPlay-Nutzer beispielsweise verzichten. Zudem setzt Apple Maps, das zur Einführung mit iOS 6 mit zahlreichen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte, grundlegend eine aktive Internetverbindung voraus. Lösungen von Navigon oder TomTom bieten hingegen auch voll funktionsfähigen Offline-Modus.

CarPlay selbst wird bisher nur von wenigen Fahrzeugherstellern unterstützt. Als einer der ersten lieferte Ferrari Anfang September Modelle mit Apples System aus. Es erlaubt die Integration von iOS-Geräten ins Fahrzeug-Informations- und Unterhaltungssystem. Andere CarPlay-Partner wie Mercedes und Volvo haben den Start der Technik auf das kommende Jahr verschoben. Aktuell sind hauptsächlich Nachrüstsätze erhältlich, beispielsweise von Pioneer. Auch Alpine Electronics will noch im Dezember mit dem Digital Media Receiver iLX-700 eine solche Lösung anbieten.

Apple hatte CarPlay Anfang März auf dem Genfer Auto-Salon offiziell vorgestellt. Dort präsentierte Mercedes Benz ein Modell der neuen C-Klasse mit der Technik. Kurz darauf hatten schon insgesamt 31 Partner-Firmen, darunter 29 Autohersteller und 2 Technologiepartner, die Unterstützung von iOS im Auto angekündigt. Mit CarPlay können Anwender über das Bordsystem des Fahrzeugs per Sprachsteuerung auf Funktionen des iPhone zugreifen. Unterstützt werden etwa Telefonate via Freisprecheinrichtung, Nachrichtenübermittlung, Navigation und Musikstreaming. Einen ausführlichen Ausblick auf die Technik hatte Apple schon im vergangenen Jahr auf seiner Entwicklermesse WWDC gegeben.

Google arbeitet mit Android Auto an einem ähnlichen System. Bei der Vorstellung Ende Juni gab es die Unterstützung durch 28 Autohersteller an. Zusammen mit Technologiepartnern wie Alpine und Harman summiert sich die Anzahl von Firmen auf 44. Auch Microsoft entwickelt mit “Windows for Cars” eine vergleichbare Lösung.

Ein Blick auf die Unterstützerliste von Apple und Google zeigt, dass zahlreiche Firmen beide Technologien unterstützen, andere sich aber für die ein oder andere Plattform entschieden haben. Über kurz oder lang dürften Autohersteller weder Apple CarPlay noch Android Auto ignorieren. Mercedes Benz kündigte schon auf dem Genfer Auto-Salon die Unterstützung beider marktbeherrschenden Mobilbetriebssysteme an.

Mit Android Auto, Apple CarPlay und Windows for Cars wollen die Hersteller die Nutzung von Apps und Diensten des Smartphones innerhalb des Fahrzeug-Informations- und Unterhaltungssystems zugänglich machen. Eine zentrale Rolle dabei spielen die jeweiligen Sprachassistenten Google Now, Apple Siri und Microsoft Cortana.

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Autor: Christian Schartel
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