Sony-Hacker: auch Honorarabrechnungen und Sozialversicherungsnummern gestohlen

Sylvester Stallone, der Regisseur Judd Apatow und die Schauspielerin Rebel Wilson zählen zu den Opfern und Sonys Top-Management ist ebenso betroffen. In verschiedenen Dokumenten finden sich auch Sozialversicherungsnummern von insgesamt 47.000 Angestellten und Mitarbeitern.

Bei dem Hackerangriff auf Sony Pictures Ende November wurden offensichtlich deutlich mehr persönliche Informationen gestohlen als bisher angenommen. Unter den entwendeten Daten befinden sich Gehalts- und Honorarabrechnungen sowie die in den USA häufig zur Identifikation eingesetzte Sozialversicherungsnummer von 47.000 Personen. Dem Wall Street Journal sagte die Sicherheitsfirma Identity Finder, dass die Daten von ehemaligen und heutigen Sony-Angestellten seien, aber auch von Freiberuflern und (teilweise berühmten) Schauspielern.

Logo Sony (Bild: Sony)

Der Sicherheitsfirma zufolge, die 33.000 Dokumente ausgewertet hat, finden sich darin persönliche Daten, etwa Heimadressen und die Höhe von Honoraren. Zu den bekanntesten Betroffenen zählen der Schauspieler Sylvester Stallone, die australische Schauspielerin Rebel Wilson und der Regisseur Judd Apatow. Auch Verträge, Kündigungsdaten und -gründe sind enthalten.

Es handelt sich fast ausschließlich um Microsoft-Excel-Dateien, wie Identity-Finder-CEO Todd Feinman sagt. Von Sony Pictures Entertainment liegt noch kein Kommentar vor.

Feinman weist auch darauf hin, dass jede Firmen dieses Risiko eingeht, wenn sie Kunden- und Mitarbeiterdaten auf mit dem Internet verbundenen Systemen speichert. „Das ist heute ein verbreitetes Thema bei Großunternehmen“, sagte er mit Verweis auf die Datendiebstähle etwa bei Target, JPMorgan und Home Depot. „Sie denken, sie sind durch Firewalls und umgebende Sicherheit geschützt, aber die Grenze ist aufgeweicht, Angriffe dringen durch.“

Von den in den USA als höchst vertraulich eingeschätzten Sozialversicherungsnummern entdeckte Identity Finder in den Dokumenten gleich 1,1 Millionen. Es handelte sich aber um zahlreiche Duplikate. Die der Ko-Vorsitzenden Amy Pascal fand sich an 104 Stellen, die von Sony-Entertainment-CEO Michael Lynton in 93 Dateien. Die Häufung hält Feinman für ungewöhnlich und für ein zusätzliches Risiko, wie er News.com sagte.

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In der letzten Novemberwoche hatten mehrere Medien übereinstimmend von einem erfolgreichen Hackerangriff auf Sony Pictures am 24. November berichtet. Eine Gruppe, die sich selbst „#GOP“; nennt, behauptete, sie habe interne Daten und „Geschäftsgeheimnisse“ erbeutet. Sie drohte mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten, falls Sony Pictures die nicht näher genannten Forderungen der Hacker erfülle.

Kurz darauf tauchten die ersten Daten im Internet auf. Darunter waren Outlook-Postfächer, persönliche Informationen von Mitarbeitern und Kopien von Ausweisen von Schauspielern und Crew-Mitgliedern, die an Filmprojekten von Sony Pictures gearbeitet haben. Wenige Tage später erschienen zudem mehrere unveröffentlichte Filme auf Filesharing-Sites.

Eine Sprecherin des Unternehmens hat den „Diebstahl von Inhalten von Sony Pictures Entertainment“ zunächst als Straftat bezeichnet. Berichten zufolge arbeitet Sony inzwischen mit der FireEye-Tochter Mandiant zusammen, um die Einbruch zu untersuchen und die von den Hackern verursachten Schäden zu beseitigen. Auch das FBI ermittelt – und warnt andere Firmen vor ähnlichen Attacken.

Die Hintermänner des Angriffs wurden bisher nicht ermittelt. Laut Recode prüft Sony unter anderem die Möglichkeit, dass die Hacker im Auftrag der nordkoreanischen Regierung handelten. Ein denkbarer Hintergrund sei die Komödie „The Interview“, in der zwei Fernsehjournalisten in einen Anschlagsversuch auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Un verwickelt werden.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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